Foto: Erlebnis-Zoo

Tierische Inventur im Zoo Hannover

28. Januar 2018

2.039 Tiere in 173 Arten lassen sich mehr oder weniger bereitwillig registrieren 

Bei der jährlichen Inventur im Erlebnis-Zoo werden nicht nur die Schrauben in der Werkstatt oder die Stofftiere im Shop gezählt, sondern natürlich auch die Tiere. Dabei haben es die Tierpfleger einiger Arten erfahrungsgemäß schwerer als andere: Die Sandboa und die Präriehunde tauchen ab, die Farbmäuse wuseln herum und die „Wandelnden Blätter“ tarnen sich so gut, dass man dreimal nachsehen muss, um sie zu finden.

Die Pfleger der Nashörner oder Giraffen haben es beim Zählen sicherlich einfacher als die Betreuer der frei fliegenden Vögel im Urwaldhaus oder der nie ruhenden Karpfen im Hippo-Pool. Weil sie pausenlos unterwegs sind, werden die Vögel nach ausgeklügelten Methoden geschätzt: Sie werden stundenlang an ihrer Futterstelle beobachtet. Die Anzahl der dort pickenden Vögel wird später hochgerechnet. Die Fische dagegen werden einmal im Jahr gezählt, wenn das Wasser zur Reinigung der Becken abgelassen wird.

Nur die Blattschneider-Ameisen, die bergauf-bergab durch ein meterlanges Röhrenlabyrinth krabbeln und die Honigbienen in ihren Stöcken werden nicht einzeln gezählt – sie gelten jeweils als ein Volk, also ein Tier (würden sie gezählt, hätte der Zoo weit über 100.000 Tiere im Bestand).

Die Zahlen vergleichen die Zoologen schließlich mit den Aufzeichnungen des gesamten Jahres. Jeden Tag halten die Tierpfleger schriftlich fest, ob ein Tier geboren, verstorben, weg- oder zugereist ist. Die täglich ermittelten Zahlen werden von den Zoologen erst handschriftlich in das Tierbestandsbuch eingetragen und dann in den Computer übertragen. Das Ergebnis der Jahresabschlusszählung wird schließlich mit den Computeraufzeichnungen verglichen. Fehlt ein Tier, wird nochmal gezählt.

Im Vergleich zum Vorjahr leben rund 200 Tiere mehr im Erlebnis-Zoo. Neu hinzugezogen sind die Brazza-Meerkatzen der neuen Themenwelt „Afi Mountain“ sowie die Rußköpfchen, Frankoline, Moorenten, Senegaltauben, Triele und Kampfläufer der neuen Afrika-Voliere sowie die Gürtelvaris im Tropenhaus und der Schmuckhornfrosch in der Showarena. Gewichtige Neuzugänge waren Eisbärin „Milana“ aus Moskau, das Sibirische Tigerweibchen „Alexa“ aus Berlin und Spitzmaulnashorn-Bulle „Kito“ aus Dänemark, die auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) nach Hannover kamen, um hier mit ihren neuen Partnern zum Erhalt ihrer bedrohten Arten beizutragen.

Der Abschluss der tierischen Inventur ist der lückenlose Jahresbericht, den die Kuratoren in mühevoller Kleinarbeit zusammenstellen. Dieser Jahresbericht wird an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sowie an die Gesellschafter des Zoos und an das Veterinäramt übermittelt. Auf diese Weise ist jedes Tier vom Wellensittich bis zur Giraffe „aktenkundig“.

Doch bei der tierischen Inventur wird nicht nur gezählt: Vergleichswerte und wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben sich auch aus dem Wiegen und Messen diverser Arten. Die Zahlen geben Aufschluss über die Entwicklung der Tiere.

Das größte Tier ist Giraffenkuh „Shahni“ mit 4,30 Metern Höhe, das kleinste ist eine Blattschneider-Ameise mit 0,3 cm Länge. Elefantenbulle „Nikolai“ bringt 5,5 Tonnen auf die Waage und ist damit das schwerste Tier im Zoo. Das älteste Tier ist Schimpanse „Max“ mit 53 Jahren.

In der neuen Saison können sich die Zoobesucher auf die fertiggestellte neue Themenwelt „Afi Mountain“, die über den Winter um einen Spielplatz und Edutainmentstationen erweitert wurde, eine neue Anlage für die Schneeeulen in Yukon Bay, zahlreiche tierisch spannende Veranstaltungen sowie ab Sommer auf einen komplett neuen Eingangsbereich, der schon von außen auf das Erlebnis Zoo neugierig macht, freuen.

(sha/ch)

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