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Thomas Lange lässt sich nicht mehr in die Karten schauen

29. Mai 2016

Der Tischlermeister aus Kirchboitzen hat seinem Hobby kreativ gedient

Schon im Präsentationsbereich der Tischlerei Lange lässt sich erkennen, dass es sich hier nicht um einen Betrieb handelt, dessen Chef sich ausschließlich mit gewöhnlicher Arbeit beschäftigt. Ein Unimog in der Größe, wie ihn sich Kinder wünschen, um darin zu spielen, nimmt seinen unübersehbaren Platz in der Ausstellung ein. „Ich habe mir den mal nachgebaut, weil ich zu Hause einen fahre“, rechtfertigt Techniker und Tischlermeister Thomas Lange den Ausflug in den kreativen Modellbau. Pyramiden, auf den Blumen oder andere dekorative Gegenstände platziert werden können, säumen den Raum, in dem sich Kunden über Fenster und Türen aus Holz informieren können.

Doch mitten in der Ausstellung erstrahlen in poliertem Zustand Tische, mit denen Thomas Lange ein Alleinstellungsmerkmal hat. Sie haben Designschutz vom Patentamt erhalten und sind ein Zeugnis der Kreativität von Thomas Lange, die den Kartenspielern gewidtmet ist.

„Wir haben uns immer darüber geärgert, wenn beim Doppelkopf die Karten durch Bier oder andere Getränke nass wurden“, sah sich Thomas Lange gefordert. Dann fiel ihm auf einem Flohmarkt zufällig ein Tisch ins Auge, der für Kartenspieler konzipiert war, aber Lücken in der vollkommenen Anwendungsfähigkeit hatte. Also setzte sich der Kirchboitzer Handwerksmeister schöpferisch mit der Thematik auseinander.

Das Resultat kann sich sehen lassen. Ab sofort muss sich kein Skat- oder Doppelkopfspieler mehr über Fremdeinwirkungen auf dem Spieltisch ärgern. Und auch das übliche Spielgeld kann neben dem jeweiligen Spieler eingelagert oder ausgegeben werden. Wer gern Chips beim Kartenspielen isst, kann auch dieser Leidenschaft nachkommen.

Das Konzept ist recht einfach. Neben jedem der maximal sechs Spieler am Tisch können Auszüge betätigt werden, die dann ihre Funktion übernehmen. „So kann sich niemand in die Karten sehen lassen“, erklärt der passionierte Doppelkopfspieler Thomas Lange. Wenn er jetzt mit seiner Spielrunde auf Fuchsfang geht, dann nur noch stilvoll.

Der Tisch besteht aus zwei Teilen und wird in der Mitte zusammengesetzt, damit er in jeden Raum passt. „Verwendet werden nur heimische Hölzer, vornehmlich Eichenholz aus der Stellichter Forst“, legt Thomas Lange Wert auf Qualität und die heimischen Produkte.

Der Tisch hat bei den ersten Doppelkopf- und Skatspielern schon für reichlich Lob gesorgt. Es gibt ihn natürlich auch aus anderen Hölzern – nur heimisch müssen sie sein, so der Tischlermeister, der das Design als einziger in Deutschland verwenden darf. Er sollte sich nicht wundern, wenn in den kommenden Wochen nicht nur die Gaststättenbetreiber einen Auftrag an den Kirchboitzer Betrieb erteilen.

(so)

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