Tanzen Sie in den 1. Mai?

30. April 2017

Moderne Form eines alten Brauches

„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“, so lautet die erste Zeile eines alten Volksliedes, von dem die meisten zumindest die erste Strophe kennen dürften. Das Hexenfeuer (auch „Tanz in den Mai“ oder „Maifeuer“ genannt) wird in weiten Teilen Deutschlands gefeiert. Dazu wird am 30. April ein Feuer entfacht, mit dem man „die bösen Geister“ vertreiben will. Dies wird bis spät in die Nacht gefeiert.

Ist das Feuer etwas herunter gebrannt, findet in einigen Gegenden der Maisprung statt, ein Brauchtum, bei dem es üblich ist, dass Verliebte gemeinsam über das Maifeuer springen. Auf dem Hexenfeuer stehen gelegentlich hölzerne „Hexen“, die meist von der Jugend angefertigt worden sind. In Marburg wird das Hineinfeiern in den Mai alljährlich mit einem Maieinsingen von Magistrat und hunderten Menschen auf dem Rathausplatz gestaltet. Punkt Mitternacht wird gesungen. Der Tanz in den Mai ist die moderne Form des alten Brauches, den Beginn des Mais (1. Mai) in der Walpurgisnacht (30. April) mit Tanz und Gesang zu begrüßen und dabei Maibowle zu trinken.

Neben reinen Tanzveranstaltungen wird auch gelegentlich der Brauch gepflegt, sich ähnlich wie zu Halloween oder  Karneval zu verkleiden. In Heidelberg ziehen in der Walpurgisnacht jedes Jahr Tausende Menschen auf den Heiligenberg zur Thingstätte und feiern ein Fest, bei dem es weder kommerzielle Verkaufsstände noch elektrisches Licht gibt. Wer hierzulande direkt in den Mai tanzen will, hat am Sonntag, dem 30. April, im Hünzinger Forellenhof die Möglichkeit dazu. Um den Gästen des Aller-Radtages am 1. Mai zur Eröffnung der neuen Radwander- und Fährsaison ein vielfältiges Musikprogramm bieten zu können, machen die Stiftung „Etwas tun für St. Annen“ und der Heimat- & Fährverein Otersen über die Aller hinweg „gemeinsame Sache. Richtig einheizen wollen die „New Orleans Feetwarmers“.

Ich betreibe eine Gastronomie in Walsrode. Doch wir haben diesmal am 1. Mai geschlossen, da die Mitarbeiter auch mal frei haben und mit ihren  Familien auf Tour wollen. Außerdem rechnet sich das Öffnen für mich durch den Feiertagszuschlag nicht. Wenn das Wetter es zulässt, fahre ich zu meinem Segelboot und mache es für die Saison fertig. Da muss einiges vorher gemacht werden. Bei 20 Grad werde ich auch bei super Wetter auf dem Steinhuder Meer segeln – Ingolf Qualmann aus Walsrode

Ich tanze nicht, da ich ein Problem mit dem Knie habe. Außerdem arbeite ich im Drei-Schichtsystem. Wenn die Arbeit es zulässt, fahren ich bei schönem Wetter mit dem ADFC, Allgemeiner Deutscher Fahrradclub. Man verabredet sich per Internet oder trifft sich einfach privat. Man ist ja heute mobil vernetzt. Eine Tour geht über 50 Kilometer und wird ein Jahr vorher ausgesucht. Zwischendurch kehrt man irgendwo ein. Wenn wir unterwegs sind, gibt es keinen Alkohol, aber beim Einkehren trinkt der ein oder andere schon mal ein Alster – Katja Kohlrausch aus Groß Häuslingen

Bevor die Kinder da waren, haben wir auch in den Mai getanzt. Meistens mit den Kollegen im Forellenhof. Aber jetzt machen wir einen ganz gemütlichen Familientag daraus. Entweder mit einer Fahrradtour, einem Picknick im Garten oder es geht zum Spielplatz. Wir machen es vom Wetter abhängig und entscheiden uns spontan. Am 2. Mai wird weitergefeiert. Da wird mein Sohn vier Jahre alt und feiert Kindergeburtstag. Früher sind Bekannte mit dem Trecker umhergefahren und haben in Rethem Birken aufgestellt. Ich finde alte Bräuche sollte man aufrecht erhalten – Sabrina Gorzolla mit Rabea Mathilda aus Rethem

Wir haben früher immer in Wietzendorf, im Gasthaus Hartmann, in den Mai getanzt. Die Tanzveranstaltung von der Landjugend mit Liveband war immer öffentlich, und es kamen rund 200 Leute zusammen. Die Landjugend hat sich immer richtig gut verstanden. Es war eine tolle Gemeinschaft. Doch die Veranstaltung gibt es jetzt mittlerweile leider nicht mehr, da die Leute kein Interesse mehr hatten. Es hat alles nachgelassen. Jetzt feiern wir immer beim Nachbarn. Der hat am 30. April Geburtstag – Ulrike und Fitze Bammann aus Drögenbostel 

Wir feiern im Forellenhof, tanzen aber nicht in den 1. Mai, da wir erst Mittags da sind. Wir bummeln über den Flohmarkt und sind dann auf dem Festplatz. Sehr zu empfehlen ist dort die Erdbeerbowle, die lieben wir. Wir tanzen ansonsten sehr gerne. Das hat nichts mit dem ersten Mai zu tun. In Ostfriesland gibt es den Brauch, dass die Maibäume aufgestellt werden. Die müssen aber bewacht werden, damit sie nicht von anderen „Gegnern“ geklaut werden. Der Wache hält, bekommt die Getränke geliefert – Jacqueline Römisch und Stefan Robben aus Walsrode

Eigentlich nicht, weil wir in Spanien sind. Aber vielleicht tanzen wir dort in den Mai, da die Spanier den Brauch auch kennen. Es gibt in Calpe, bei Alicante, sogar einen Karnevalsklub aus dem Rheinland, der die Karnevalsregenten zum Urlaub in Calpe einlädt. Dort kennen wir natürlich auch den „Tanz in den Mai“. Ich habe früher Turniertanz betrieben und bin mit meiner Frau immer noch in einem Tanzclub. Tanzen gehört für uns in Deutschland dazu – Waldemar Dymny aus Niederkassel, Rheidt

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