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Entwicklung der Sparbüchse für Sparfüchse

Mitsubishi hat mit dem Space Star ein hübsches und günstiges Modell gebaut

Es mag sein, dass es Verkehrsteilnehmer gibt, die sich nicht um die Kosten der Mobilität kümmern müssen. Für alle anderen hat Mitsubishi das Modell Space Star entwickelt. Wer jetzt gedacht hätte, in die Zeiten eines Trabants rückgeführt zu werden, irrt gewaltig. Der Space Star ist ein ausgesprochen angenehmes Fahrzeug, das insbesondere im immer enger werdenden Verkehrsraum seinen Platz gefunden hat.
Die Hersteller aus Fernost haben zudem die Lücke erkannt, den kleinen Flitzer genau für seine Bestimmungen vorzubereiten. Jetzt haben sie das Zubehörprogramm so gestaltet, dass Pizza-Dienste, Pflegedienste, Lieferservice aller Art und andere Verkehrsteilnehmer, die nicht auf große Raumkapazität angewiesen sind, schnell und wendig ihr Ziel erreichen, ohne auf die äußeren Bedingungen wie Wärme und Kälte achten zu müssen. „Wir sind auf die Einsatzmöglichkeit des Space Star aufmerksam gemacht worden, als uns Medizindienste nach der Verwendung bei der Impfmittelversorgung fragten“, erzählt ein Mitsubishi-Mitarbeiter. Die Folge war eine Lösung, in der Aufbewahrungsbehältnisse für den Gepäckraum erstellt wurden, in denen bei Temperaturgleichheit durch entsprechende Stromversorgung diese Dienste geleistet werden. Immerhin bietet der Heckraum eine Kapazität von über 900 Litern. Nach dem unkomplizierten Einbau einer Bodenplatte wurden Boxen montiert, die ebenso einfach wieder zu entfernen sind, um die Lieferdienste abzuleisten.
Wer also ein Fahrzeug mit fünfjähriger Garantie und zu einem Anschaffungspreis von 11.490 Euro im Fuhrpark haben will, sollte sich auf den Weg zum Mitsubishi-Händler machen. Der Space Star wird zudem in Aktionswochen zu vierstelligen Preisen verkauft. In der Basis-Ausstattung sind dann elektrische Fensterheber, elektrische Fahrersitzverstellung, Regensensor und andere Annehmlichkeiten schon enthalten.
Da das kleinste Modell in der Palette des Herstellers auch eine Anhängekupplung unter das Fahrwerk bauen lassen kann, ist mit dem Space Star die Beförderung von zwei Fahrrädern auf einem entsprechenden Träger möglich. Die Stützlast wird dabei sogar von E-Bikes auf dem Träger eingehalten, wenn die Akkus an Bord genommen werden. Wo sie wohl ohnehin besser aufgehoben sind, solange es Menschen gibt, die das Dein und Mein nicht so klar voneinander unterscheiden.
Damit sich der Space Star mit seinen 71 Pferdestärken aus dem Dreizylinder auch in seinem Design von seinen Gefährten abhebt, hat Mitsubishi eine Fülle von Individualisierungsmöglichkeiten ins Angebot geholt. Immer mit Kooperation erfahrener Zulieferer und durch eigene Kreativität konnte so ein umfangreiches Paket für die Autofahrer geschnürt werden, die sich ihr Fahrzeug bei niedrigen Kosten so auf den Leib schneidern wollen, damit es ein Unikat in der Nachbarschaft bleibt.
Dass der Space Star kein Kandidat für einen Taxidienst oder für den Rennsport ist, versteht sich von selbst. Der niedliche Japaner, der bereits für seine technische Unanfälligkeit von den Prüfdiensten ausgezeichnet wurde, will ein zuverlässiger Partner für einen langen Zeitraum sein. Dafür sind alle Grundlagen seinerseits gelegt. Und auch wer ihn sich in Garage oder Fuhrpark holt, sollte über viele Jahre zufrieden sein, denn die Symbiose Fahrzeug und Halter wird eine glückliche Verbindung werden, wenn auch die Treibstoffpreise in der Kalkulation eine Rolle spielen. Bei einem Verbrauch von 5,1 Liter Superbenzin für hundert Kilometer kann man, ohne beleidigend zu werden, von einem Sparschwein auf Rädern sprechen, wenn ein Space Star vorfährt.

Kurt Sohnemann

Technische Daten: Mitsubishi Space Star Plus 1.2 L
Hubraum: 1.193 ccm – Zylinder: 3 Reihe – Leistung kW/PS: 52/71
Frontantrieb – 5-Gang-Getriebe – Max. Drehmoment: 102 Nm/3.500 U/min.
Höchstgeschwindigkeit: 167 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 14,1 Sek.
Leergewicht: 950 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.340 kg
Anhängelast gebr.: 200 kg – Gepäckraumvolumen: 235-912 Liter
Tankinhalt: 35 Liter – Kraftstoffart: Super – Verbrauch (Test): 5,1 l/100 km
Effizienzklasse: C – CO2-Ausstoß (WA): 105 g/km – Euro 6d
Grundpreis: 11.490 Euro

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Waidmannsheil – komfortable Lösung für Unzugänglichkeit

Der speziell für die Jagdbedürfnisse ausgebaute L200 von Mitsubishi ist auch abseits gepflasterter Straßen ein optimaler Begleiter

„Kannst Du mal mit dem Hund vorbeikommen, ich habe einen Überläufer angeflickt.“ Die Frage kommt nicht selten, seit der Deutsch-Drahthaar Willi in der Prüfung bravourös abgeschnitten hat. Dann springt er nach erwartungsvollem Blick aus dem Stand auf die Heckklappe des Mitsubishi L200, nimmt in seiner geräumigen Hundebox Platz. Unter ihm das Waffenschließfach für Langwaffen, sodass auch gleich der Drilling noch eingepackt wird. Der muss erst später geladen werden, der Mitsubishi L200 mit Doppelkabine und Jagdaufbau ist bereits geladen. Zwei Seilwinden, eine vorn und hinten, Beleuchtung von oben und unten, ein Galgen zum Aufbrechen des erlegten Wildbrets, Säge, Axt, Handfeger, eine elektrische Wasserdusche, Wildwanne mit Aufzugrampe – schlichtweg alles ist an Bord, was benötigt werden kann. So etwas nennt man perfekt.
Tatsächlich endet die Nachsuche im Dickicht. Das Schwarzwild hat sich verkrochen, und die Schweißfährte hat den Unterschlupf verraten. Die nötigen Prozeduren folgen, und das Borstentier wird mit der elektrischen Seilwinde in der Wildwanne auf die Ladefläche des L200 gezogen. Perfekt. Offensichtlich hat Mitsubishi erfahrene Waidmänner an der Seite der Entwickler gehabt, als der L200 mit Doppelkabine (weil schließlich bis zu fünf Personen ins Fahrzeug passen) konstruiert wurde. Das Fahrzeug mit den Diamanten auf dem Kühlergrill ist nicht nur mit einem durchzugsstarken Dieselmotor auf und neben den Straßen unterwegs. Er kann bei 400 Newtonmeter und 150 Pferdestärken auch genügend Kraft aufbringen, um nirgendwo stecken zu bleiben.
Die 205 Millimeter Bodenfreiheit sollten dabei beachtet werden, um keine Einschränkungen zu erfahren. Durch die Differenzialsperre, Ganguntersetzung und den zuschaltbaren Allradantrieb sind Überraschungen nahezu ausgeschlossen, wenn die Fahrt durch dick und dünn erfolgen soll. Die Japaner haben letztlich viele Jahre Erfahrungen in Rallyes und auf anderen Anlässen gesammelt, um die Summe aller Erkenntnisse in dem L200 zu verbauen. Da auch die Seilwinden vorn und hinten jeweils 1,5 Tonnen ziehen können, wird der L200 nicht ruhelos in der Garage stehen bleiben, wenn es Bäume zu ziehen gilt oder andere Aufgaben anstehen, die auch mal artfremd sein können.
Wer den speziell für die Jagdbedürfnisse ausgebauten L200 aufs eigene Grundstück holt, darf sich auf einen engagierten Mitarbeiter auf dem Gehöft oder auf dem Grundstück freuen. Mit einer der drei Anhängekupplungsvarianten befördert der Mitsubishi auch Anhänger für Tiere, Boote oder anderes Transportgut. Spätestens hier wird deutlich, dass es sich nicht um Geschwindigkeit oder Wendigkeit handelt, die ein Auto haben muss, dass auf Fernstraßen oder in der Stadt unterwegs ist. Hier ist ein echter „Wühler“ bei der Arbeit, der seinem Besitzer oder seiner Besitzerin nahezu unbegrenzt Freude bereiten will. Die Wattiefe von 500 Millimeter, der vordere Böschungswinkel von 30 Grad und der Kippwinkel von 45 Grad sind dafür aussagekräftiger, als die Beschleunigung von 12,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 oder gar die Höchstgeschwindigkeit von 174 km/h.
Bei einer Gesamtlänge von über 5,30 Metern sollte ein angemessener Wendekreis eingehalten werden, um nicht überflüssigerweise Mauern umzustoßen oder Zäune aus dem Weg zu räumen. Die rustikale Bauart des Mitsubishi L200 ist in seinem Auftritt nicht zu unterschätzen. Hier gibt es keine Plastikteile, die aus Modegründen angeklebt sind, hier herrschen Metall und unbändige Kräfte.
Damit auch das Innenleben, das übrigens einem Komfortfahrzeug kaum etwas nachsteht, nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, wenn Schweiß oder Baumharz an der Ausrüstung klebt, lassen sich alle Teile des Interieurs pflegeleicht abwischen und auf vorzeigbarem Stand halten. Das gilt sogar für die Sitze, die in pflegeleichte Bezüge gehüllt sind. Wenn dann das Fahrzeug für die Fahrt zur Hegeringversammlung herhalten soll, spielt der Dresscode für den Mitsubishi keine Rolle – egal ob Gummistiefel oder Lodenanzug.
Optimal ist der L200 mit dem 6-gängigen Automatikgetriebe ausgerüstet, sodass von Schaltvorgängen per Hand abgesehen werden kann, während der Perfektionist für „Unwegsamkeiten“ seine Dienste verrichtet. Die bis zu 3,1 Tonnen Zuglast werden durch Gespannstabilisierung und elektronische Stabilitätskontrolle auf dem richtigen Pfad gehalten.
Der Mitsubishi L200 ist in seiner Ausführung als Jagdfahrzeug den Waidfrauen und –männern auf den Leib geschneidert, ist aber auch für andere Dienstbarkeiten optimal ausgerichtet, wenn die Wünsche vorgegeben sind.
Kurt Sohnemann

Technische Daten: Mitsubishi L200 Doppelkabine Top Jagd
Hubraum: 2.268 ccm – Zylinder: 4 Reihe Turbo – Leistung kW/PS: 110/150
Allradantrieb – 6-Gang-Automatik mit Untersetzung und Diff-Sperre
Max. Drehmoment: 400 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 171 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 13,5 Sek.
Leergewicht: 2.147 kg (ohne Aufbau) – Zul. Gesamtgewicht: 3.110 kg
Steigfähigkeit: 70 % – Rampenwinkel: 24 Grad
Tankinhalt: 70 Liter – Kraftstoffart: Diesel – Verbrauch (Test): 8,5 l/100 km
Effizienzklasse: C – CO2-Ausstoß (WA): 206 g/km – Euro 6d
Grundpreis: ab 35.890 Euro