Ein Quantensprung für den Suzuki Vitara Foto: so

Suzuki Vitara S 1.4 Boosterjet – Auch auf Abwegen schön

17. Juli 2016

Suzuki Vitara S 1.4 Boosterjet – Auch auf Abwegen schön Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.3


Suzuki hat den Vitara aufgehübscht und technisch innovativ ausgestattet

Walsrode. Wer nicht im Sumpf stecken bleiben will, muss schon tüchtig gefrühstückt haben. Wer zudem noch gut dabei aussehen will, muss auch die richtigen Proportionen mitbringen. Mit beiden Voraussetzungen geht der Suzuki Vitara S Boosterjet in seine nächste Modellrunde. Der Vierzylinder unter der Fronthaube lässt keinen Zweifel daran, dass Suzuki ihm genügend Power verabreicht, um seine Aufgaben zu erfüllen. Richtiger ist allerdings, dass er sich selbst Leben einbläst – dass passiert mittels Turbolader. Bereits ab 1.500 Umdrehungen steht das Drehmoment von 220 Newtonmeter bereit, um den Vitara S glanzvoll über die Straßen und jenseits dieser zu bringen.

Wer sich an die Ursprünge des Vitara erinnert, wird automatisch an Autofahren aus Kängurusicht erinnert. Heute bewegt sich der Vertreter aus dem Lande der aufgehenden Sonne elegant und ohne hüpfende Einlagen durch die Gemarkungen. Bei einem Radstand von 2,5 Metern sind alle Voraussetzungen gegeben, den Vitara S auch für längere Strecken einzuplanen. Platz ist für die ganze Familie. Auch im Fond muss sich niemand fühlen, als wäre er nur in der zweiten Reihe. In der formschönen Karosserie sind Kinder ebenso begeistert, wie Erwachsene auf allen fünf Plätzen. Das Platzangebot entspricht dem eines kleinen SUV. Durch eine Abdeckplatte im Heck lässt sich eine ebene Fläche schaffen, auf der über 1.000 Liter Gepäck geladen werden kann.

Durch Anheben der Platte wird zudem noch Staukapazität für Kleinteile frei. Der Vitara ist schon für 17.990 Euro zu haben. Dann muss der Fahrer allerdings auf so angenehme Dinge wie Allradantrieb oder den Turbolader verzichten. Die Saugversion ist mit 120 PS aus einem Vierzylinder auf der Straße unterwegs. Wer sich den im Test gefahrenen Vitara mit Boosterjet Allgrip entscheidet, hat das automatisch abgestimmte Allradsystem permanent zur Verfügung, wie auch 20 PS mehr und eine Menge Komfort, der entweder in der Grundversion gar nicht zu haben ist oder angekauft werden muss. Alle Autofahrer, die ein SUV nur deshalb kaufen, weil sie eine gute Übersicht über den Verkehr haben wollen, sich bequem in das Fahrzeug hinein- und hinausbewegen wollen, sind mit dem Vitara S sehr gut bedient.

Einmal kurz den Kopf einziehen und dann bequem aus dem Stand auf die Sitze flegeln – bequemer geht es kaum. Der Motor arbeitet überdies leise und wird vor Ampeln noch leiser, weil er dann ganz ausgeht. Das serienmäßige Stopp-Start-System hilft dabei, den Verbrauch in akzeptablen Grenzen zu halten. Zwar ist Suzuki relativ verwegen bei der Verbrauchsangabe, liegt aber beim gemessenen Testwert von 6,8 Litern Superbenzin für hundert Kilometer immer noch im empfehlungswerten Bereich. Es gibt den Vitara aber auch mit Dieselmotor. Damit lässt sich der Verbauch noch einmal deutlich reduzieren. Bei 24.790 Euro ist das Allradmodell dann auf dem Weg in die eigene Garage. Eine Empfehlung für Vielfahrer, die auch häufig die gesamte Leistung des Fahrzeugs abrufen müssen, weil sie die Anhängekupplung benutzen. Der Vitara ist also nicht nur zum Präsentieren auf dem Boulevard gedacht, er kann auch auf dem Bauernhof richtig mit anpacken. Im Testbetrieb hat sich der Vitara S auch bei Seitenwinden stabil gezeigt, hat weder im Geradeaus-, noch im Kurvenlauf Probleme gezeigt und zählt zu den pflegeleichten Vertretern der SUV-Zunft.

Über den Drehschalter in der Mittelkonsole lassen sich unterschiedliche Dynamik-Varianten des Vitara S abrufen. Die Spanne reicht von komfortabel bis sportlich. Dann verändert sich das Ansprechverhalten des Motors wie auch des Fahrwerks. Mit dem durchzugsfreudigen Motor beweist Suzuki Zeitgeist und bestätigt die Autofahrer, die nicht nur auf der Straße unterwegs sind. Die Liga der Landwirte, Förster, Bootsbesitzer und Reiter ist ebenfalls begeistert – jedenfalls für den Fall, dass die Anhängelast von 1.200 Kilogramm ausreichen. Mehr sind leider nicht gebremst zugelassen.

Kurt Sohnemann

 

Suzuki Vitara S 1.4 Boosterjet Allgripp – Hubraum: 1.373 ccm – Zylinder: 4 Reihe Turbo – Leistung kW/PS: 103/140 bei U/min.: 5.500 – Max. Drehmoment: 220 Nm/1.500 – Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 10,2 sek. – Leergewicht: 1.285 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.730 kg – Anhängelast gebr.: 1.200 kg – Verbrauch (Test): 6,8 l/100 km – Gepäckraum: 375 – 1.120 l – Tankvolumen: 47 l – Kraftstoffart: Super – CO2-Ausstoß: 127 g/km (WA) – Euro 6 – Effizienzklasse C – Grundpreis: 26.790 Euro

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