Dem Subaru Levorg ist der Straßenzustandsbericht weitgehend egal. Foto: (so)

Subaru Levorg

3. Januar 2016

Subaru Levorg Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.5


Kräftig in die Hände gespuckt

Wer einmal bis zu beiden Ohren im Dreck gesteckt hat, dabei mit einem gewöhnliche Auto bis zum Zeitpunkt der Kapitulation unterwegs war, der wird sich in seinen Träumen automatisch nach einem Subaru sehnen. Der Vorteil dieses japanischen Spezialisten für geländegängige Fahrzeuge ist, dass sich Subaru auf die Fahnen mit den sechs Sternen geschrieben hat, Autos zu bauen, die mit ihrem Herrchen oder Frauchen durch dick und dünn gehen.

Die Insassen des neuen Subaru Levorg werden deshalb auch die Mitstreiter in den vielen Pseudo-Offroadern belächeln, wenn diese schon bei aufgeweichten Seitenstreifen an den Rand ihrer Fähigkeiten gelangen. Die Stärken von Subaru sind bezeichnenderweise von den Menschen erkannt worden, die häufig abseits befestigter Straßen unterwegs sind. In Österreich und der Schweiz gehören die Autos mit den Boxermotoren deshalb zum gewohnten Straßenbild.

In Deutschland sind es in aller Regel Förster und andere Menschen, die von Berufs wegen in unwegsamem Gelände fahren müssen, die sich einen Subaru in die Garage stellen. Eben, weil er nach Feierabend auch wieder dort steht und nicht in irgendeinem Schlammloch jenseits der asphaltierten Strecken. Der Allradantrieb ist für Subaru ein Markenzeichen, wie auch der Boxermotor, der einen tiefen Schwerpunkt des Fahrzeugs garantiert. Nun haben die Schöpfer des neuen Levorg vorerst nur auf den Ottomotor zurückgegriffen, um das Modell anzutreiben. Aus einem Hubraum von 1.600 Kubikzentimetern 170 PS zu holen ist eine beachtliche Leistung und wird durch einen Turbolader ermöglicht.

Dass immer eine großzügige Portion Luft zugefächert bekommt, ist weithin sichtbar. Eine unübersehbare Hutze auf der Haube, wie sie auch bei den Rallyeboliden mit dem Namen WRX STI geformt ist, verbreitet mehr als nur einen Hauch Sportlichkeit. Tatsächlich bringen die 170 Rösser unter dieser markanten Haube das 1.576 Kilogramm schwere Gefährt innerhalb von 8,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Das ist unbestritten sportlich und auch dann möglich, wenn der Straßenzustand nicht optimal ist – eben, weil der Levorg auf allen Vieren daherkommt. Die Kraftübertragung erfolgt ausschließlich über ein Automatikgetriebe (CVT). Eine Handschaltung würde sicherlich von vielen Autofahrern bei diesem Modell bevorzugt werden.

Das Getriebe mit der variablen Kraftübertragung kann zwar auch über Paddles geschaltet werden, lässt aber einen Teil der erwünschten Sportlichkeit auf der Strecke liegen, zumal ein CVT-Getriebe die Angewohnheit hat, bei Gasfuß zu einem leidvollen Geheul des Motors auszuholen. Subaru hat aber immerhin eine individuelle Gangabstufung für den Fahrer vorgesehen, der so die Drehzahlen auf Knopfdruck optimieren kann. Die Schaltvorgänge innerhalb des Cockpits sind allerdings nahe an den Herausforderungsgrenzen, die zumindest optisch von den Piloten gefordert werden. Die Instrumentierung vor den Augen des Fahrers wirkt ziemlich überladen und lässt den Wunsch nach einer klaren Linie deutlich werden.

Die Sitzpositionen sind allerdings für alle Insassen ausreichend und lassen auf keinem Platz Nörgeleien aufkeimen, auch wenn es auf große Fahrt geht. Einzig das Fahrwerk lässt die Insassen nicht darüber im Unklaren, dass es auf deutschen Straßen noch jede Menge Ausbesserungsarbeiten zu verrichten gibt. Eine Fülle von Assistenzsystemen sind serienmäßig an Bord und müssen von den Levorg-Käufern nicht zusätzlich bezahlt werden, wie das bei vielen Herstellern so üblich ist.

Wem die Grundfarbe nicht gefällt, kommt um einen Aufpreis nicht umhin, aber das dürfte kein wirkliches Thema sein. Da erhebt schon eher der Verbrauch Diskussionsbedarf. Im Testbetrieb verzehrte der Subaru Levorg 9,6 Liter Superbenzin für hundert Kilometer. Ausgewiesen sind von Subaru 6,3 Liter für hundert Kilometer. Davon sollte sich der Interessent nicht täuschen lassen. Dabei waren im Drittelmix realistische Vorgaben angesetzt. Unbedachtet bleiben sollte aber nicht die Transportfähigkeit des Subaru Levorg. 522 bis 1.446 Liter können im Innenraum verstaut werden.

Das ist nicht wenig. Die Zugbereitschaft von 1.500 gebremster Anhängelast ist im Alltagseinsatz des Subaru Levorg sicherlich auch nicht selten gefordert. Somit empfiehlt sich der kräftige Japaner deutlicher für die Unterstützung auf Gehöften und vor Pferdeställen, als es die überwiegende Mehrheit anderer Hersteller können.

Kurt Sohnemann

 

Subaru Levorg 1,6 GT Sport Lineartronic – Hubraum: 1.600 ccm – Zylinder: 4 Boxer/Turbo – Leistung kW/PS: 125/170 bei U/min.: 4.800 – Max. Drehmoment: 250 Nm/1.800-4.800 – Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 8,9 Sek. – Leergewicht: 1.576 kg – Zul. Gesamtgewicht: 2.020 kg – Zul. Anhängelast gebr.: 1.500 kg – Verbrauch (Test): 9,6 l/100 km – Gepäckraum 522 – 1.446 l – Tankvolumen: 60 Liter – Kraftstoffart: Super CO2-Ausstoß: 164 g/km – Euro 6 – Effizienzklasse C – Grundpreis: 34.900 Euro

 

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