Foto: Frank Ratering

Start in der Rakete mit 761 PS im Taycan Turbo S

4. Oktober 2020

Start in der Rakete mit 761 PS im Taycan Turbo S Thomas Riese
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

4.3


Porsches Elektrofahrzeug allerbester Güte beschleunigt in 2,8 Sekunden auf 100 Stundenkilometer und ist auch alltagstauglich

Das Lenkrad fest in der Hand, den Gasfuß durchgedrückt, wie auch der Fuß auf der Bremse. Im Display leuchtet in blauer Schrift „Launch Control“. Ein Zeichen dafür, dass die Overboost-Leistung freigegeben ist. 761 Pferde warten jetzt auf ihre Freigabe. Gut, dass es sich bei der Teststrecke um ein abgesperrtes Gelände handelt. Es sind keine unkoordinierten Verkehrsteilnehmer zu erwarten. Nach dem Startzeichen rutscht der Fuß vom Gaspedal und sämtliche Bestandteile des Körpers werden mit Vehemenz in den Sitz gedrückt. Wie eine Rakete schießt der Porsche Taycan Turbo S nach vorn. Innerhalb von 2,8 Sekunden sind hundert Stundenkilometer erreicht. Das Gefühl, der Kopf ist nur noch der Spielball der Physik bestärkt sich nur noch durch den unweigerlichen Bremsvorgang nach etwa 80 Metern. Jetzt hat Porsches Elektrofahrzeug allerbester Güte bereits 120 Stundenkilometer erreicht. Wer jetzt sein Gebiss nicht fest im Mund hat, sollte nicht schlucken.
Von über 40 Zentimeter großen Scheiben und den überdimensionalen Keramik bestückten Bremssätteln wird die Urgewalt wieder zum Stehen gebracht. Der Blick zurück verrät, der Asphalt ist nicht aus dem Boden gerissen und die ideale Traktion hat auch keine Gummispuren der Reifen auf dem Untergrund hinterlassen. Durch die straffe und direkte Lenkung lässt sich der Taycan Turbo S präzise überdies durch den Pylonenkurs manövrieren, weicht keinen Deut von dem vorgegebenen Kurs ab. Auf dem Rundkurs wird dann der letzte Zweifel daran zerstreut, dass Porsche nur mit einem Verbrenner unter dem Dach sportlich sein kann. Das Elektrozeitalter schickt ihre ersten Boten mit Vehemenz auf die Rennstrecken.
Um die maximal 761 Pferdestärken zu mobilisieren, speist Porsche den Taycan Turbo S, der natürlich nicht über einen Turbolader verfügt, wie es der Name vermuten lässt, mit 1050 Newtonmeter Drehmoment in der Launch Control. Zwei Elektromotoren verteilen die Leistung gleichmäßig über das Porsche-Traktionsmanagement an die vier Antriebsräder. Damit die Leistung vorhanden ist, wird sie in einem Batterievolumen von 93,4 Kilowattstunden aufgefangen.
Natürlich ist dieses explosive und exklusive Fahrzeug aus Zuffenhausen nicht nur auf Rennstrecken unterwegs. Im Straßenverkehr können unbenommen 300 Kilometer Wegstrecke eingeplant werden, ohne eine funktionierende Stromquelle aufzusuchen. Die WLTP-Prüfungen haben sogar einen Radius von 390 bis 416 Kilometer ergeben. Das ist aber nicht unabhängig von der Fahrweise. Wer schon die Möglichkeit hat, will diese auch nutzen. Um das festzustellen, muss man kein Verhaltensforscher sein.
Der Porsche Taycan Turbo S ist 260 Stundenkilometer schnell und bringt knapp 2.300 Kilogramm auf die Waage. Dass bei aller kompromisslosen Sportlichkeit, die per Regelknopf auch noch dosiert werden kann, auch noch 366 Liter Gepäck hinten und 81 Liter unter der Fronthaube verstaut werden können, macht den Taycan absolut alltagstauglich.
Zudem haben vier Personen bequem Platz unter dem schnittigen Dach des Boliden mit der Effizienzklasse A+ mit 0 Emissionen. Einzig der Preis wird viele Menschen daran hindern, unverzüglich auf Elektroenergie auf der Fahrbahn umzusteigen.
Kurt Sohnemann

Technische Daten: Porsche Taycan Turbo S
Elektromotor – Leistung kW/PS: 560/761
2-Gang-Getriebe – Allradantrieb – Max. Drehmoment: 1.050 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 260 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 2,8 Sek.
Leergewicht: 2.295 kg – Zul. Gesamtgewicht: 2.870 kg
Gepäckraum: 81 + 366 Liter – Luftwiderstandsbeiwert: 0,25 cW
Verbrauch (WA/WLTP): 24,3-25,6 kW/100 km
Reichweite (WA/WLTP): 390-416 km
Effizienzklasse: A+ – CO2-Ausstoß (WA): 0 g/km
Grundpreis: 181.638 Euro

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