Fotos: Charlotta Spöring

Stark unter schwedischem Einfluss

3. November 2019

Wismar stand einst unter skandinavischer Flagge / Altstadt seit 2002 in der Unesco-Welterbeliste

Still und andächtig liegt das große Kreuzfahrtschiff der chinesischen Firma „Star Cruises“ im Hafen Wismars. Noch am Morgen wimmelte es hier von Touristen. Sie alle sind ausgeschwärmt und wollen die alte Hansestadt an der Ostküste Mecklenburg-Vorpommerns erkunden. Die präsentiert sich ihren Besuchern mit imposanten Backsteinkirchen, frisch restaurierten Giebelhäusern und einem Hafenviertel, in dem Ausflugsboote, Fischkutter und Jachten anlegen. Zu Recht wurde Wismar 2002 in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen. Der 100 Quadratmeter große Marktplatz ist einer der größten Norddeutschlands. Auf ihm befindet sich mit der Wismarer Wasserkunst aus dem 17. Jahrhundert nicht nur ein beliebtes Foto-Objekt, sondern ein echtes Wahrzeichen der Stadt.
Einst als slawische Siedlung gegründet, fand Wismar erstmals Erwähnung im Jahr 1229. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt im Spätmittelalter durch ihre Mitgliedschaft im Handelsbund der Hanse. Besonders prägend war die Zeit unter skandinavischer Flagge. Denn mehr als 150 Jahre lang, beginnend ab dem Jahr 1648, gehörte Wismar zum schwedischen Königreich. In dieser Zeit wurde es zu einer der größten Seefestungen Nordeuropas ausgebaut. An die Schwedenherrschaft erinnern heute noch die hölzernen „Schwedenköpfe“ vor dem Baumhaus im Alten Hafen sowie der „Alte Schwede“, eines der ältesten Bürgerhäuser Wismars. Ausdruck des historischen Erbes der Hafenstadt ist auch das jährlich stattfindende Schwedenfest.
Die Gäste des Kreuzfahrtschiffes werden wohl am Nachmittag an den Alten Hafen zurückkehren. Wenn noch Zeit für eine Stärkung bleibt, empfiehlt sich der Verzehr eines frisch zubereiteten Fischbrötchens, welche von Einheimischen aus dem schwankenden Kutter gereicht werden. Dafür nehmen viele Besucher auch gerne mal etwas Wartezeit in Kauf. Die salzige Ware sollte jedoch schnell verzehrt werden. Denn schon an der nächsten Ecke wartet ein weißgefiederter Räuber, auf dessen Speiseplan Fisch eine ganz besondere Rolle einnimmt.
Charlotta Spöring

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