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„Ständig am Ball bleiben“

6. August 2017

Hotel Heide-Kröpke bemüht sich stark um Nachwuchs – Ausbildungsstart für acht junge Menschen

„Die Ausbildungsbereitschaft im Handwerk ist nach wie vor sehr hoch. Die Betriebe benötigen Fachkräfte und möchten diese auch selbst ausbilden“, sagt Eckhard Sudmeyer. Diese Aussage des Hauptgeschäftsführers der Handwerkskammer trifft auch auf das Hotel- und Gaststättengewerbe zu. In diesem Jahr (Stichtag : 30. Juni) verzeichnete die Branche im gesamten Bereich der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg bei den Ausbildungsverhältnissen nach vierjährigem Abwärtstrend wieder ein Plus von 4,5 Prozent im Vergleich zu 2016 (231:221). Im Heidekreis wurde die Talfahrt ab 2013 (66) zumindest gestoppt, die Zahl der Ausbildungsverträge liegt wie im Vorjahr bei 46. Im Hotel Heide-Kröpke im Ostenholzer Moor starteten acht junge Menschen ihre berufliche Karriere.

„Wir stellen fest, dass immer mehr junge Leute nach Beendigung des Besuchs der allgemeinbildenden Schulen einen Schul- oder Ausbildungsweg einschlagen, der dann doch nicht ihren Wünschen und Vorstellungen entspricht und eine Umorientierung stattfindet“, so Geschäftsführerin Inga Zimolong-Wilmes. Sie sieht darin neue Chancen, das Interesse der Ausbildungsplatzsuchenden für ihr Hotel zu wecken. Dafür repräsentiert die Geschäftsführerin selbst ihr Haus bei Berufsinformationstagen in Schulen oder auf Messen wie der „Work & Life“ vom 7. bis 9. September in Bad Fallingbostel. Einen besonderen Stellenwert nimmt auch die Kooperation des Betriebes mit Schulen, allen voran der KGS Schwarmstedt, und den umliegenden Berufsbildenden Schulen ein. Dazu zählt die Durchführung von Zukunftstagen, die Möglichkeit von Schüler- oder freiwilligen Ferienpraktika, die Teilnahme an Projekten wie „Startup@school“ oder „job2gether“. „Ständig am Ball bleiben, ständige Präsenz, inhaltlich abgestimmt auf die Bedürfnisse junger Leute“, ist für Inga Zimolong-Wilmes das Erfolgsrezept, mit dem es dem Heide-Kröpke gelingt, das die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen im Gegensatz zur allgemeinen Situation in dieser Branche noch recht gut ist. „Und nicht nur von der Anzahl, sondern auch vom Potenzial.“

Acht junge Menschen haben am 1. August im Ostenholzer Moor ihre Ausbildung begonnen – ein angehener Koch war kurzfristig abgesprungen, Interessenten können sich noch bewerben. Drei von ihnen hatten zuvor eine andere berufliche Richtung einschlagen wollen. Michelle Hannack, die Tochter der Hausdame Kerstin Hannack, brach nach zwei Jahren ihre Ausbildung in einem Steuerbüro ab. „Dort hatte ich zu wenig Kontakt mit Menschen“, lernt sie nun Hotelkauffrau. Zur Hotelfachfrau wird Ann-Kathrin Biermann ausgebildet, die nach ihrem Schulabschluss die Fachoberschule im Bereich Sozialpädagogik besuchte. Jetzt entschied sie sich doch für eine Ausbildung im Heide-Kröpke, wo sie vor drei Jahren bereits ein zweiwöchiges Praktikum absolviert hatte. Lara-Agnetha Gwiasda studierte vier Jahre lang Biologie, half viel in der elterlichen Gaststätte in Bothmer mit und lernt nun Restaurantfachfrau. Die Entscheidung traf die 25-Jährige recht kurzfristig, bewarb sich erst vor rund vier Wochen. Komplettiert wird die Gruppe der „Neulinge“ im Hotel Heide-Kröpke durch Stephanie Geusens, Tabea Geldmacher, Laura Farina Brünig (alle Restaurantfachfrau), Jannes Augustin (Hotelfachmann) und Julia Mönnikes (Hotelkauffrau), die sich spontan, nachdem sie die Anzeige im Internet gelesen hatte, zu einer Bewerbung entschloss und nun aus Papenburg in die Region gezogen ist. Alle acht haben gute Chancen, nach der Ausbildung übernommen zu werden, wenn Leistung und Disziplin stimmen, betont Geschäftsführer Bernd Wilmes.

(rie)

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