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Spiele als Spiegel der Gesellschaft

4. November 2018

Sybille und Bruce Whitehill entwickeln Spiele und berichten darüber am 11. November in Ahlden

Auf Einladung des Bürgervereins Ahlden und Eilte plaudern Sybille und Bruce Whitehill am kommenden Sonntag, 11. November, ab 15 Uhr im „Deutschen Haus“ in Ahlden, Große Straße 1, ein wenig aus ihrem Leben als Spieleautoren. Sybille Whitehill stellt dabei in einem kurzen Vortrag die Entwicklung von der ersten Idee eines Spiels bis zum fertigen Produkt vor. Danach haben die Anwesenden die Möglichkeit, sogenannte „Prototypen“ – Spiele, die sich noch in der Entwicklung befinden – zu testen oder auch bereits verkäufliche Exemplare des Ehepaars aus Eickeloh zu spielen.

Der US-Amerikaner Bruce Whitehill entdeckte in den 80er-Jahren seine Leidenschaft für das Sammeln von Spielen. Als er anfing, selber Spiele zu entwickeln, sprach er beim Verlag „MB“ vor, der auch hier in Deutschland erfolgreich Spiele vermarktet, und wurde glattweg eingestellt. Fortan machte er sein Hobby zum Beruf und kreierte Spiele. In den folgenden Jahren schrieb er nebenbei Bücher über die Entwicklung und Bedeutung von Spielen in der Vergangenheit bis heute, sah er in ihnen doch einen „Spiegel der Gesellschaft“, und war auch wichtiger Berater für die Verlage.

Als er 2003 bei einer einmal jährlich stattfindenden Tagung für Spieleentwickler in Marburg auf seine heutige Ehefrau Sybille traf, die über ihre Leidenschaft für Gesellschaftsspiele zur Spieleforschung kam und vor ihm zum Thema „Die Siedler von Catan“ referierte, entdeckten die beiden viele Gemeinsamkeiten, und so zog es Bruce Whitehill schon bald von Rhode Island ins beschauliche Eickeloh. Da Deutschland über die größte und vielfältigste Spieleindustrie der Welt verfügt, hat er auch hier die Möglichkeit, seine Spiele zu vermarkten. „Leben kann man davon aber nicht“, schmunzelt Sybille Whitehill und ergänzt: „Nur etwa fünf Spieleentwickler in Deutschland, darunter sicherlich Klaus Teuber, der seinerzeit „Die Siedler von Catan“ kreiert hat, können vielleicht davon leben.“

Nebenbei werden die beiden Spiele-Liebhaber auch gerne von den Verlagen als Übersetzer für Spiele-Anleitungen angefordert. Langweilig wird es also nicht, zumal Bruce Whitehill weiterhin noch leidenschaftlicher Fotograf und Autor ist und immer auch an einem Buch arbeitet. Doch der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf jeden Fall bei der Kreation von Spielen. Fünf hat das Ehepaar in Deutschland inzwischen herausgebracht, im nächsten Jahr erscheint das sechste. Zu den bekanntesten zählt dabei sicherlich „Talat“, ein Brettspiel, bei dem sich alles um die Zahl „3“ dreht, und das es im Jahr 2012 sogar in die Top 10 der „Spielzeuge des Jahres“, gewählt vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels, geschafft hat.

Bruce Whitehill legt bei der Entwicklung seiner Spiele vor allem Wert darauf, dass diese einfach zu verstehen und zu spielen sind. Sybille Whitehill hingegen hat in ihrer beachtlichen Sammlung mehrere hundert Spiele, die schon mal zwei bis vier Stunden dauern können und die sie mit Begeisterung unter anderem mit ihrem Sohn spielt, wenn dieser zu Besuch ist und der zu ihrer Freunde ihre Leidenschaft für diese zeitlich sehr umfangreichen Spiele teilt.

Auch Freunde und Nachbarn werden involviert, wenn es darum geht, den Prototyp eines Spiels zu testen. Dabei werden Spiele für jede Altersgruppe kreiert und nach jedem Test kommen neue Feinheiten hinzu, sodass es von der Idee bis zur Veröffentlichung eines Spiels schon mal Monate oder sogar Jahre dauern kann.

Kinder und Erwachsene, die mehr über den Werdegang von Spielen oder aus dem Leben der Spiele-Autoren erfahren möchten, sind eingeladen, sich am kommenden Sonntag bei Kaffee und Kuchen im „Deutschen Haus“ zu informieren und selber Spaß beim Spielen zu haben. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende gebeten.

(chi)

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