Autorin Maria Braig kam zu einer Lesung ins Walsroder Gymnasium

Spagat zwischen Arbeit und Berufung

24. Februar 2019

Maria Braig, Jugendbuch-Autorin aus Osnabrück, erzählt in ihren Büchern meist fiktive Geschichten, die jedoch sehr nahe an der Realität sind und auf wirklichen Geschehnissen aufbauen. Sie versucht dabei, die Themen Flucht, Asyl, Homo- und Transsexualität und vieles mehr aufzubrechen und möchte, dass aus „dem Flüchtling“ der Mensch Eugenie, Amra oder Makwetu wird, damit deren Schicksale greifbarer und mitfühlbarer werden. Anlässlich der Jugendbuchwoche, die im Januar am Walsroder Gymnasium für alle Schüler der 7. Klassen mit dem Thema „Flüchtlinge und Asyl“ stattfand, hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, aus verschiedenen Büchern unter anderem von Maria Braig eines auszuwählen und sich nach Lesen der Lektüre mit dieser in unterschiedlichen Projektarbeiten zu beschäftigen. Im Rahmen einer Lesung stand die Osnabrücker Autorin dann persönlich für die Schüler für Fragen zur Verfügung. Auch uns gab die bodenständige Autorin Einblicke in ihren beruflichen Werdegang. Denn um ihrer Leidenschaft, dem Schreiben, nachgehen zu können, fährt sie „hauptberuflich“ LKW.
„Beides hat sich eigentlich so entwickelt. Ich habe schon immer gerne gelesen und nach dem Studium der Germanistik und Kulturwissenschaft bei einem kleinen Verlag als Lektorin angefangen. Als dieser bankrott ging, wollte ich aber gerne in dem Ort bleiben. Da ich zu den „geburtenstarken Jahrgängen“ gehörte, gab es nicht viele Stellen zur Auswahl und so fing ich bei der Post an, für die ich noch heute tätig bin. Dort habe ich irgendwann den LKW-Führerschein gemacht und fahre auch heute noch sehr gerne, allerdings nur im Nahverkehr.“
Maria Braig berichtet, dass nur wenige Autoren vom Schreiben leben können und so arbeitet sie eine Woche als Fahrerin für die Post und kann sich in der nächsten Woche auf das Schreiben konzentrieren oder eben Lesungen abhalten. „Zum Schreiben kam ich eigentlich auch über das Fahren, denn ich hatte dabei viel Zeit zum Nachdenken und so haben sich in meinem Kopf Geschichten entwickelt, die ,raus´ wollten. Anfangs habe ich Werbeartikel und Reiseberichte geschrieben, um etwas Geld zu verdienen. Irgendwann wurde daraus mein erstes Buch. Da ich seit den 80er-Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätig bin und dort viele Schicksale mitbekommen habe, wollte ich etwas darüber schreiben.“
Da sie viel über die Schicksale von Menschen in anderen Ländern schreibt, stellt sich die Frage, ob sie all diese Länder selbst bereist hat, über die sie in ihren Geschichten schreibt. Die Autorin lacht: „Nein! Mein Wissen zu den Ländern habe ich aus Recherchen oder aus Gesprächen mit den Menschen, die von dort kommen. Ich selber bin eigentlich froh, wenn ich in meiner Freizeit nicht weit reisen oder fahren muss und erhole mich am liebsten am Meer, was von Osnabrück aus glücklicherweise in wenigen Stunden zu erreichen ist.“
Aktuell hat sie ein neues Buch in Arbeit, das die Geschichte einiger junger Frauen erzählt, die in ein Frauenhaus flüchten. Auch hier ergab sich das Thema wieder aus einer Problematik im Freundeskreis, wie Maria Braig berichtet. Doch druckreif ist das Buch noch nicht: „Wenn ich ein Buch beendet habe, gebe ich es erst einmal Bekannten zum Lesen und hoffe auf eine objektive Kritik, bevor es an den Verlag geht“, klärt Maria Braig auf. Diese Kritik steht momentan noch aus. Von der Idee zu einem Buch bis zur tatsächlichen Herausgabe kann es deshalb bis zu zwei Jahre dauern, wie die Autorin im Rahmen der Lesung erzählte.

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