Das soziale Kaufhaus „Fundus“ in Walsrode. Foto: (so)

Soziales Kaufhaus „Fundus“ hat sich bewährt

1. November 2015

„Bei uns lagen damals die Nerven blank. Wir wussten nicht, was auf uns zu kommt. Aber nach fünf Jahren können wir behaupten, die Arbeit hat sich gelohnt“, resümiert Brigitte Goroncy-Dobewall, die am 14. Oktober gemeinsam mit Dirk Nörenberg die Verantwortung für das Projekt „Kaufhaus Fundus“ übernommen hatte. Das Kaufhaus hat den Sinn, Menschen in das reale Berufsleben zurückzuführen, die lange Zeit nicht mehr beruflich aktiv waren. Aufgeteilt in vier Bereiche können so praktische Erfahrungen von den Menschen gesammelt werden, die wieder in den Erwerb möchten. Die Bereiche Verkauf, Warenwirtschaft, Lager und Aufarbeitung sind in dem Kaufhaus „Fundus“ für praktische Erfahrungen möglich.

„Es ist praktisch wie ein Trainingslager für die Menschen, denen wir Hilfestellung geben“, erzählt Heiko Park. Er ist heute gemeinsam mit Brigitte Goroncy-Dobewall für die Abwicklungen im „Fundus“ zuständig. Das Kaufhaus ist der Teil eines ehemaligen Baumarktes im Gewerbegebiet Vorbrück, in einem anderen Teil ist ein Schnäppchenmarkt eingemietet. Die Initiative der Volkshochschule Heidekreis hat sich sehr schnell bewährt. Auf den 450 Quadratmetern Angebotsfläche des sozialen Kaufhauses können die Kunden nach herzenslust stöbern und dabei Schnäppchen finden, die von anderen Menschen nicht mehr gebraucht werden.

„Wir werden gerufen, wenn gut erhaltene Möbel zu schade für den Sperrmüll sind. Dann holen wir die mit dem Logistikteam ab. Wir arbeiten sie auf, wenn das möglich ist und bieten sie dann in unserem Kaufhaus an“, erzählen Brigitte Goroncy-Dobewall und Heiko Park. Für die Kunden ist das Kaufhaus eine willkommene Ebene, ein günstiges Schnäppchen zu machen, für die Menschen, denen vom Jobcenter die Möglichkeit der VHS-Initiative aufgezeigt wurde, die Chance, sich einer geregelten Arbeit zu unterwerfen und Qualifikationsbausteine für ein geregeltes Berufsleben zu erwerben. Der Erfolg der vergangenen fünf Jahre blieb nicht aus: 27 Prozent der Probanten haben sich in eine feste Anstellung des „ersten Arbeitsmarktes“ begeben können.

Arbeitspädagogische Maßnahmen sind Bestandteil der beruflichen Resozialisierung, wobei die Kräfte außer ihrer Bezüge nach Hartz IV keine weiteren Einkommen haben. Die Einnahmen aus dem Kaufhaus werden dem Landkreis zurückgeführt, der trotz der Einnahmen noch einen beträchtlichen finanziellen Aufwand zu tragen hat. 32 Arbeitsplätze können im „Fundus“ vorgehalten werden.

Fünf Vollzeitkräfte sorgen für die Betreuung und Abwicklung im sozialen Kaufhaus und freuen sich über weitere Spenden die über die gesamte Möbelpalette über Geschirr bis zu Wäsche reicht. „Die Qualität der gespendeten Waren ist höher geworden, so dass wir nicht mehr so viel aussortieren müssen“, sagt Heiko Park. Nach seiner Aussage halten sich Angebot und Nachfrage die Waage, so dass eine optimale Konstellation gegeben ist.

(so)

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