Sollten Weihnachtsmärkte unter Auflagen erlaubt werden?

13. September 2020

Die Politik diskutiert, ob diese Veranstaltungen in diesem Jahr stattfinden können

Bratwurst essen, gebrannte Mandeln knabbern, Glühwein mit Freunden trinken und Weihnachtsgeschenke für die Lieben ausspähen – Weihnachtsmärkte sind in Deutschland heiß geliebt und erfreuen sich auch immer größerer Beliebtheit im Ausland, sodass ganze Busladungen die Märkte überströmen. Groß und Klein freuen sich auf den Weihnachtsmarkt-Besuch. Doch dieses Jahr ist wegen Corona alles anders. Werden Weihnachtsmärkte überhaupt stattfinden? Es ist ein großes Thema in der Politik. Denn auch der lokale Einzelhandel und die Schausteller hoffen auf das Weihnachtsgeschäft. Aber es besteht ein gewisses Risiko, wenn viele Menschen die Weihnachtsmärkte besuchen. So könnte das Infektionsrisiko steigen und Einschränkungen wieder notwendig werden. Deshalb brauche es Konzepte.

Ob und wie Weihnachtsmärkte tatsächlich stattfinden können, wird zurzeit heiß diskutiert. Die Planungen der Händler für Weihnachtsmärkte beginnen schon viele Monate vor den eigentlichen Terminen. Sollten Weihnachtsmärkte stattfinden, werden sie in diesem Jahr wohl anders aussehen, als wir sie kennen. Dichtes Gedränge, wie es auf großen Weihnachtsmärkten oft herrscht, könnte zum Problem werden. Deshalb prüfen einige Weihnachtsmarkt-Veranstalter, ob sie ihre Flächen vergrößern können oder eventuell Stände weglassen müssen. So soll es mehr Raum geben, um einen möglichen Mindestabstand einhalten zu können. Auch Essensstände, die nur Essen zum Mitnehmen anbieten, sind im Gespräch. Außerdem seien Einlasskontrollen und eine Maskenpflicht denkbar. Doch die genauen Maßnahmen sind vom aktuellen Infektionsgeschehen abhängig und werden wahrscheinlich relativ kurzfristig angepasst werden. Die neuen Verordnungen kommen etwa Mitte September und werden vielleicht etwas mehr Klarheit zur Durchführbarkeit von Weihnachtsmärkten beinhalten.

Lust auf den Weihnachtsmarkt hätte ich schon, doch es kommt darauf an, wie groß der Markt ist, und ob die Leute sich an das Konzept halten. Wenn ich schon von Weitem sehe, dass sie nicht dazu bereit sind, würde ich den Markt nicht betreten. Es ist extrem selten, dass ich einen Weihnachtsmarkt besuche. Wenn, dann gehe ich mit der Familie und meiner Nichte über den Walsroder Weihnachtsmarkt. Es ist nichts besonderes, aber man isst eine Bratwurst und trifft bekannte Gesichter. Das Gesellige ist das Schöne daran. Theoretisch ist es möglich, ein Hygienekonzept zu erstellen, danach zu handeln und sich daran zu halten. Aber man sieht es an den Krankenhäusern. Selbst da wird sich nicht daran gehalten. Dann kommt beim Weihnachtsmarkt der Alkohol hinzu. Da bekommen es einige nicht in den Schädel, auf Abstand zu achten und die Hygienemaßnahmen einzuhalten – Andreas Pfeiffer aus Walsrode

Wir denken schon, dass jeder auf sich achtet und auch Abstand hält. Es sind erwachsene Menschen mit Gewissen. Daher sollten die Weihnachtsmärkte öffnen dürfen. Man muss ja auch an die Schausteller denken und dass sie wieder in Gang kommen müssen. Sie haben während der Coronazeit keine Einnahmen erzielt. Da haben wir Rentner es besser. Die Hilfe vom Staat gibt es auch nur begrenzt, und wir wissen nicht, wie lange die Krise noch anhält. Wenn, dann besuchen wir den Walsroder oder fahren zum Oldenburger Weihnachtsmarkt und würden dort auch Mundschutz tragen. Da haben wir keine Bedenken. Man kann ja auch selbst entscheiden und wieder gehen, wenn es zu voll wird. Die Atmosphäre ist es, was Weihnachtsmärkte ausmacht. Sie sind sehr schön und gehören irgendwie zu Weihnachten dazu – Lore Joost und Ewald Häntzsch aus Düshorn-Ellinghausen

Ich würde nicht hingehen, weil ich vermute, dass die Hygienemaßnahmen nicht eingehalten werden. Da wird viel Glühwein getrunken, und es gibt Leute, die ihr Maß nicht kennen, sich die Kante geben und auf Alkohol doof reagieren. Das führt zu entsprechenden Auseinandersetzungen. Da wird dann die Gefahr nicht erkannt und der Abstand nicht eingehalten. Ich arbeite beim DRK und in der Pflege. Daher weiß ich, wo die Tests dann wieder hängenbleiben. Und im Rettungswagen kennen diese Leute im „dunen“ Kopf auch keine Distanz. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Hygienemaßnahmen am Stand eingehalten werden können. Und wenn einige meinen, sich nicht an die Abstandsregeln halten zu müssen, bekommt der Veranstalter die Kosten für die Strafe aufgebrummt. Man kann aber nicht erwarten, dass die Schausteller von ihrem Minus-Gehalt noch die Strafgelder zahlen. Ein Konzept ist schnell geschrieben. Nur einhalten muss man es auch – Steffen Kröger aus Walsrode

Vermissen würden wir den Weihnachtsmarkt schon. Es wäre aber zu überlegen, ob es gut ist, wenn sich viele Menschen wieder auf einen Haufen treffen. Einerseits könnte man mit Maske und unter Auflagen einen Weihnachtsmarkt besuchen, andererseits ist es vermutlich so, dass die Besucher sich mit der Zeit nicht mehr an die Regeln halten. Besonders dann, wenn sie Alkohol getrunken haben, sinkt die Hemmschwelle. Wenn, dann fahren wir zum Weihnachtsmarkt nach Hannover oder spontan nach Absprache geht es mit Freunden woanders hin. Der Geruch von Mandeln, Glühwein, Bratwurst und der Lichterglanz machen die Atmosphäre auf den Weihnachtsmärkten aus. Wenn, dann gehen wir mit der Familie und den Freunden hin. Da meine Eltern zur Risikogruppe gehören, muss ich besonders auf die Hygienemaßnahmen achten und Abstand halten. Wir wissen noch nicht, ob wir einen Markt besuchen werden. Das machen wir davon abhängig, wie sich Corona entwickelt – Theresa Tran und Evelyn Luzenko aus Bomlitz/Walsrode

Ich würde gerne, auch unter Auflagen, einen Weihnachtsmarkt besuchen. Aber ob es umsetzbar ist, die Auflagen zu erfüllen, ist fraglich. Es gibt zum Beispiel Stammtischbesucher, die eine Marktbude den ganzen Tag besetzen. Da hätten einige gar keine Chance, auf den Markt zu kommen. Und auch so sind die Weihnachtsmärkte schon oft sehr voll. Bei einer begrenzten Besucherzahl fragt man sich, ob es sich für die Schausteller noch lohnt. Die Betreiber hier aus der Gegend haben ihre Buden zurzeit auf dem Bismarckring aufgebaut und bieten jeden Tag bis Ende Oktober, von 16 bis 22 Uhr, Bratwurst, Bier, Fisch, etc. an, und die Kinder können kostenfrei Karussell fahren. Man muss einen Zettel ausfüllen, und die Security passt auf. Ein Weihnachtsmarkt im kleinen Rahmen wird so möglich sein. Doch dann ist es fraglich, ob es sich für Tante Emma noch lohnt, ihre gestrickten Pullis zu verkaufen – Ron Eberhardt aus Bomlitz

Ich bin dafür. Man sieht es bei den hiesigen Märkten. Sie haben ein Sicherheitskonzept erstellt und es läuft. 500 Personen dürfen auf den Markt und wenn fünf gehen, dürfen wieder fünf hinzukommen. Die Schausteller müssen auch überleben. Wenn die Autoindustrie gerettet wird, warum nicht auch andere Branchen? Ich kann mich auch selbst schützen und habe die Möglichkeit, Mundschutz zu tragen und Desinfektionsmittel mitzunehmen. Da braucht man keine Angst haben, dass es zu voll wird, weil es begrenzt wird. Wenn es keine Weihnachtsmärkte gäbe, würde man die heimelige Atmosphäre in der Weihnachtszeit vermissen. Allein schon für die Kinder täte es einem leid. Wenn, dann gehe ich auf den Markt, um Bekannte zu treffen. Das finde ich wichtig – Frank Kleinhans aus Bad Fallingbostel

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