Sollten Veranstaltungen aufgrund des Corona-Virus abgesagt oder gemieden werden?

15. März 2020

Die Zahl der Infizierten in Deutschland stieg auf mehr als 1800, knapp die Hälfte davon verzeichnete Nordrhein-Westfalen.

Erstmals sind in Deutschland zwei Menschen nach Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus gestorben.  Außerdem ist das Virus auch bei mehr als 100 Niedersachsen nachgewiesen worden. Eine 89-Jährige sei an einer Lungenentzündung in Folge der Coronavirus-Infektion gestorben, teilte die Stadt Essen mit. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereitete Bürger auf längere Einschränkungen im Alltag vor.
„Wir reden deutlich über mehrere Monate als über mehrere Wochen“, sagte er. „Wir müssen den Ausbruch verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem weiter funktionieren kann“, hatte Spahn schon vor Bekanntwerden der Todesfälle betont. Der Minister appellierte an die Eigenverantwortung der Bürger, alle Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen – weniger zu reisen oder zu Hause zu arbeiten. In großen Städten könnten Menschen öfter zu Fuß gehen oder Rad fahren, statt den ÖPNV zu nutzen. Spahn ermunterte dazu, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. Damit gibt es auch schon die ersten Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga.

Frühling und Sommer mit wärmeren Temperaturen dürfte die Ausbreitung des Coronavirus entgegen ersten Experteneinschätzungen nicht sehr stark verlangsamen. „Es ist wohl damit zu rechnen, dass wir direkt in eine Epidemiewelle hineinlaufen“, sagte Christian Drossten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité.
In Italien hat sich die Bewegungsfreiheit durch Sperrungen und Einschränkungen auf das ganze Land ausgeweitet. In Deutschland werden die Bundesligaspiele ohne Zuschauer ausgetragen, und im Zuge der Covid-19-Pandemie bleiben immer mehr Schulen zeitweise geschlossen. Weit über hundert sind es derzeit schon bundesweit.

Ich finde es gut, dass Veranstaltungen ab 1000 Besucher, wie Messen und Fußballspiele, aufgrund der Ansteckungsgefahr abgesagt werden. Wir sind in einem Alter, in dem man darauf achten muss. Das ist nun mal so. Vor allem Menschen mit Vorerkrankungen sind nicht so stabil und gefährdet. Ich gucke überall, wo Desinfektionsmittel sind. Es sollte meinetwegen in öffentlichen Gebäuden zur Pflicht werden. Man selbst hat es nicht immer dabei. In den Discountern ist das Mittel schon ausverkauft. Ich nutze auch lieber meinen eigenen Einkaufskorb, statt den Einkaufswagen anzufassen. Man sucht einen Weg, um sich zu schützen – Renate Kolze aus Frankenfeld

Es ist Panikmache. Ich finde es schlimm, dass jede Stunde in den Medien darüber berichtet wird. Über die normale Grippe werden wir auch nicht ständig informiert. Die Leute werden verrückt gemacht. Größere Veranstaltungen, wie Musikkonzerte, würde ich jetzt auch nicht unbedingt besuchen und Fußballspiele meiden. Als Vorsichtsmaßnahmen ist es in Ordnung, wenn Schulen geschlossen werden, um die Pandemie einzudämmen. Wir waschen uns regelmäßig die Hände und desinfizieren sie. Außerdem meiden wir großes Händeschütteln. Wir lassen es auf uns zukommen. Entweder trifft es einen oder nicht – Rosie Niehoff und Abdessamad Sadki aus Walsrode

Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, wenn Veranstaltungen abgesagt werden, weil die Gefahr der Ansteckung sehr groß ist. In Italien ist gerade das ganze Land unter Quarantäne, das ist schrecklich. Unser Gesundheitssystem ist sehr gut aufgestellt, sodass die Pandemie eingedämmt wird. Meine Frau kommt aus dem medizinischen Bereich und meint, dass Influenza viel gefährlicher ist, da sie alle trifft. Bei Corona ist es hauptsächlich für ältere Menschen mit geschädigtem Immunsystem schlimm. Große Veranstaltungen würde ich zurzeit meiden. In China ist das Virus ausgebrochen. Dort sind die Menschen viel weniger hygienebewusst als hierzulande – Daniel Fischer mit Hannah aus Walsrode

Wir planen ein Festival der Bauchredner, 30 Kilometer von Göttingen entfernt und haben jetzt schon 400 Karten verkauft. Im Kulturhof Dörverden wurden die Veranstaltungen auch noch nicht abgesagt. Bei uns im Verein haben wir drei Ärzte, die auch Bauchredner sind. Einer von ihnen berichtete von vielen Grippeerkrankten in seinem Ort Blaubeuren. Er glaubt aber nicht, dass es so schlimm wird. Man sollte aufpassen, aber hier haben wir alles relativ gut im Griff. Ich kann aber verstehen, wenn Fußballspiele abgesagt werden, und bin gespannt, wie es weiter geht. Ältere Menschen mit Vorerkrankungen trifft es eher – Didi Belda aus Honerdingen

Der Beigeschmack von Panikmache ist dabei, aber natürlich kann man nicht vorsichtig genug sein. Ich besuche Großveranstaltungen generell nicht oft. Aber ob eine Veranstaltung abgesagt wird oder nicht, müssen die Experten und der Veranstalter entscheiden. Ich bin ein rustikaler Mensch und habe in der Pflege gearbeitet. Daher erschüttert mich nichts so schnell. Ich treffe keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen und tätige keine Hamsterkäufe. Auch Händeschütteln ist unter den Kollegen in der Schicht weiterhin gang und gäbe – Elias Eichler aus Walsrode

Es ist auf jeden Fall besser, die Veranstaltung zum Schutz abzusagen. Ich bin sogar der Meinung, dass auch kleinere Veranstaltung abgesagt werden sollten. Da kommen auch Menschen zusammen, egal ob es 20 oder 100 Leute sind, die Gefahr ist gegeben. Es ist schon ein wenig Panikmache, aber große Veranstaltung sollten gemieden werden, damit sollte sich jeder beschäftigen. Ich würde jetzt nicht nach Italien in den Urlaub fahren. Wir selbst sind nicht in Panik und tätigen keine Großeinkäufe, sondern kaufen nur, was wir benötigen. Auch mit dem Händewaschen machen wir uns nicht verrückt. Es ist viel Kopfsache dabei – Carin Thale mit Enkelin Elea Grothkopp aus Düshorn

Schlagworte:




Comments are closed.

Back to Top ↑