Sollten Senioren regelmäßig ihre Fahrtüchtigkeit überprüfen lassen?

17. Februar 2019

Prinz Philip, der Mann von Queen Elisabeth II., hat es vorgemacht. Nach seinem Unfall im Januar, bei dem der 97-Jährige mit einem anderen Auto zusammengestoßen war und sich in seinem Wagen überschlug, hat nun seinen Führerschein abgegeben. Die Entscheidung sei freiwillig und sorgfältig überlegt, hieß es in der Mitteilung des Buckingham-Palastes. Er selbst blieb beim Unfall unverletzt, im anderen Fahrzeug brach sich eine Frau das Handgelenk. Klar, dass der Vorfall eine Debatte über Senioren am Steuer auslöste. Denn auch auf deutschen Straßen fahren immer mehr ältere Menschen Auto und bauen mehr Unfälle. Entgegenwirken könnte ein Gesundheitscheck für Senioren, doch Regierung und Verkehrsclubs sträuben sich. Laut ADAC besitzen in Deutschland rund 1,7 Millionen Menschen zwischen 75 und 84 Jahren ein Auto. Wer hier den Führerschein einmal erwirbt, muss ihn nie wieder nachweisen. Dabei sind viele Menschen in dieser Altersgruppe gesundheitlich eingeschränkt. Sie stehen unter Medikamenteneinfluss, sehen schlechter, reagieren langsamer und verursachen daher häufig Unfälle. In vielen anderen europäischen Ländern ist eine Überprüfung längst gang und gäbe. In den Niederlanden müssen Autofahrer ab 70 alle fünf Jahre zum Gesundheitscheck, die Schweden und Briten alle drei Jahre. In Spanien gelten noch härtere Regeln: Ab 45 müssen Autofahrer dort alle zehn Jahre einen Hör- und Sehtest absolvieren, ab 70 alle zwei. Nur in Deutschland trauen sich Politik und Verbände diese Maßnahmen nicht zu – vermutlich vor allem wegen des Unmuts, den sie sich in dieser ja zahlenmäßig stark vertretenen Bevölkerungsgruppe zuziehen.

In gewisser Weise sollten Senioren ab einem bestimmten Alter, eventuell ab 80 Jahren, zum Test. Die 60- und 70-Jährigen sind meistens noch zu fit. Die Sehfähigkeit und das Gehör sollten getestet werden, das wäre schon wichtig. Man selbst möchte im Alter auch noch Auto fahren und selbstständig bleiben. Viele wollen es nicht wahrhaben, wenn etwas nicht mehr geht. Man selbst kommt da auch mal hin. Von Hodenhagen aus kann ich mit der Bahn fahren, aber es müsste dann generell mehr alternative Fahrmöglichkeiten für Senioren geben, damit sie von Ort zu Ort kommen. – Katja Vlothoerbäumer aus Hodenhagen

Bedingt. Wie manche fahren, wäre es nicht verkehrt, aber das wäre diskriminierend. Man kann den älteren Herrschaften auch nicht einfach den Führerschein wegnehmen. Sie haben es schwer, von A nach B zu kommen. Manche fahren mit 80 Jahren besser als jüngere, die rasen. Da finde ich den Führerschein mit 17 Jahren schlimmer. Das sind für mich noch Kinder. Ich fahre sicher mit meinem Motorroller und würde mich ärgern, wenn ich zur Kontrolle müsste. Viele würden heute bei der Prüfung durchfallen. Den Sehtest sollte jeder von sich aus regelmäßig machen lassen. – Armin Wolters aus Visselhövede

Das haben wir schon immer gesagt und fänden es gut, wenn Kontrollen ab einem bestimmten Alter durchgeführt werden würden. Aber ab welchem Alter? Das ist das Problem. Vielleicht ab 70 Jahren alle drei bis vier Jahre zur Kontrolle? Einige sind im hohen Alter noch fit, andere können kaum noch ins Auto einsteigen und wollen noch fahren. Es spielen auch Reaktion, Konzentration und Sehfähigkeit eine Rolle. Beim Führerschein Klasse II, bei Bus- und LKW-Fahrern, müssen diese auch alle paar Jahre zum Check. Es ist keine Diskriminierung. Die andere Frage ist, wer das bezahlen soll? – Uschi und Dieter Hartwich aus Bomlitz

Manche Senioren können es nicht einschätzen, ob sie gut oder schlecht Auto fahren. Ich möchte nach 50, 60 Jahren Autofahren auch keine Prüfung mehr machen müssen. Ich fühle mich fit. Es kommt auch darauf an, ob man weite Touren fährt oder nur kurze Strecken in der Innenstadt. Senioren fahren oft viel vorsichtiger. Außerdem, wie kämen ältere Leute hier sonst weg? Wer fährt sie? Die Kinder und Enkel sind arbeiten oder in der Schule und nicht immer zur Stelle. Hier in der Region ist es schwierig, Mitfahrmöglichkeiten, außer den Bürgerbus, zu finden. Und der fährt auch nur bestimmte Orte an. – Alice Bremm aus Walsrode

Ja, obwohl wir beide älter sind, sind wir für die erneute Kontrolle. Wir haben 30 Jahre lang in den USA gelebt, da mussten wir alle sechs Jahre zum Seh- und Hörtest, um den Führerschein zu verlängern. Das kostete 30 Dollar und wird jetzt wohl noch teurer sein. Aber das Prinzip ist nicht schlecht. Wir würden auch jederzeit zur Fahrkontrolle gehen und auch dafür zahlen. Es sollte mehr günstigere Verkehrsmittel geben und der Nahverkehr ausgebaut werden. Je mehr die frequentiert werden, umso mehr rechnet es sich. – Inge und Meinhard Bosse aus Walsrode

Das wäre gut. Die Aufmerksamkeit ist im Alter nicht mehr da und die Reaktion lässt nach. Einige sehen es von sich aus ein. Andere trauen sich auch nicht mehr, zu fahren. Es gibt aber auch viele, die das nicht einsehen. Auch in unserem Alter wäre eine „Auffrischung“ des Führerscheins nicht schlecht und ein Gesundheitscheck gut für die Sicherheit. Manche sind mit 80 Jahren noch fit, andere schon nicht mehr mit 50 Jahren. Vielleicht wäre eine generelle Kontrolle sinnvoll. Aber es würde keiner einsehen, es aus der eigenen Tasche zu bezahlen, zumal der Führerschein schon so teuer war. – Silke Woche aus Walsrode

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