Sollten Osterfeuer der Umwelt zu Liebe verboten werden?

9. April 2017

Für die Christen ist das Osterfeuer das Symbol der Auferstehung Jesu Christi.

Sie verpesten die Luft, stinken und sind umweltschädlich, außerdem hinterlassen die Besucher jede Menge Müll – die Rede ist von den Osterfeuern, die immer am Karsonnabend oder Ostersonntag eine große Besucherschar anlocken. Feinstaubwerte von 800 Mikrogramm im Halbstunden-Mittelwert sind vielerorts keine Seltenheit. Die andere Seite der Medaille ist die lange Tradition, die das Vertreiben des Winters symbolisiert. 

Am Feuer bei den katholischen Kirchen wird am Ostersonntag die Osterkerze angezündet und mit dem Symbolen A für Alpha und O für Omega – Anfang und Ende – sowie den vier Nägeln gezeichnet, die an das Leiden Christi erinnern. Hiernach wird das Licht in die dunkle Kirche getragen. Die brennende Kerze versinnbildlicht dabei Christus als Licht der Welt.

Am Osterfeuer wird in den Orten das soziale Miteinander gepflegt. Denn im Zeitalter des Internets trifft man sich oft noch nicht mal mehr beim Einkaufen, geschweige denn auf dem Marktplatz, um Neuigkeiten auszutauschen.

Zu guter Letzt bringt es den Feuerwehren oder Schützenvereinen durch den Verkauf von Bratwürstchen und Getränken immer ein hübsches Sümmchen in die Vereinskasse. Wie auch immer, es ist einfach toll, mit einer Bratwurst in der einen, dem Bierchen in der anderen Hand, ins knisternde Osterfeuer zu gucken und mit alten Freunden, Nachbarn und guten Bekannten zu klönen. Und wer es nicht mag, der kann ja zu Hause bleiben und die Türen und Fenster schließen. Schließlich ist nur einmal im Jahr Ostern!

Alte Traditionen sollte man noch aufrecht halten. Die Feuerwehren organisieren die Osterfeuer und machen sich damit bei der Bevölkerung beliebt, weil Gartenfreunde ihren Obstschnitt auf diese Art kostenfrei entsorgen können. Für die Vereine bleibt durch den Verkauf von Grillgut und Getränken etwas in der Kasse. Es ist ein schöner Zusammenhalt für die Dorfgemeinschaft, und es ist nur einmal im Jahr. Die Industrie verursacht größere Umweltschäden. Ich bin auch bei der Feuerwehr und weiß, dass die Feuerwehr nur Holz annimmt, das nicht chemisch behandelt wurde – Alfred Badenhop aus Stellichte

Ich habe noch nichts geplant, aber ich gehe ganz gerne zum Osterfeuer nach Krelingen oder Benzen. Die Gemeinschaft ist toll, wenn man spät abends noch zusammen am Feuer steht. Man kann etwas essen, trinken, klönen und so das Osterfest ausklingen lassen. Von daher wäre es schade, wenn es verboten würde. Ich finde es ganz nett, wenn es in jedem Ort ist. Für die Umwelt ist es nicht so toll, aber für die Dorfgemeinschaft und die Vereine, die es ausrichten. Wenn das Holz kontrolliert verbrannt wird, ist es auch nicht so schlimm, da es  nur einmal im Jahr stattfindet – Sina Forrer aus Walsrode

Es ist ein alter Brauch. Von daher sollte man ihn auch beibehalten. Besser wäre ein großes zentrales Osterfeuer, als viele kleine. Dann kann man sich die Kosten und die Einnahmen teilen. Durch den Verkauf von Bratwurst und Bier bleibt ganz schön etwas übrig. Andernorts wird Schlimmeres in die Luft geschleudert. Wir waren schon lange nicht mehr dabei. Früher waren wir oft in Schwitschen und in Hainhorst. Bratwurst essen und Bier trinken gehört dazu, genauso wie der Klönschnack mit guten alten Bekannten, die man nicht oft sieht – Monika und Manfred Neubauer aus Visselhövede

Es ist ein sehr altes Ritual. Es sollte aber genau beobachtet werden, was verbrannt wird. Jedes Dorf will sein  eigenes Osterfeuer haben. Wenn es alle vernünftig betreiben, würde es auch kein Problem geben. Für die Dorfkasse ist es nicht von Nachteil und der Gemeinschaft kommt es auch zugute. Wenn, dann gehe ich nach Hollige oder nach Altenboitzen. Ich musste oft Ostern arbeiten, aber dieses Jahr wird es wohl klappen. Feuer übt von je her eine Faszination aus und ist etwas Elementares. Man trifft sich mit Freunden, das soziale Miteinander wird gepflegt – Kai Michael Mangels aus Walsrode 

Es ist das Einzige, was noch an Gemeinschaftsaktion stattfindet – da wo man Leute zum Klönen trifft. Hier in Walsrode findet ja nichts mehr statt. Die Jugend hat noch nicht mal mehr eine Badeanstalt, wo sie sich treffen kann. Es ist traurig, für so eine große Stadt. Auch für die Enkelkinder sind Osterfeuer schön und die Vereine profitieren davon. Im letzten Jahr waren wir in Fulde. Die kleinen Veranstaltungen auf dem Land sind sehr persönlich und gemütlich. Mit dem Auto macht man mehr Dreck. Ein autofreier Sonntag wäre da angebracht, um die Umwelt zu schonen – Daniela Thomas aus Walsrode

Osterfeuer sind eine schöne Tradition, die man von klein auf kennt. Daher sollten sie nicht verboten werden. Das Strauchgut sollte kontrolliert angenommen werden, so dass keine Bretter oder Baumstümpfe dabei sind. Ich will auch noch Blaubeersträucher nach Klein Eilstorf bringen. Ich fahre grundsätzlich mit meiner Freundin zum Osterfeuer. Dort trifft man Gott und die Welt. Umweltschädlich ist es nicht besonders. Es ist nicht alle Welt, da kann man lieber an anderer Stelle sein Umweltbewusstsein pflegen – Alice Bremm aus Walsrode

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