Foto: Roemer

Solar-Fähre und Dorfladen vorgestellt

5. Februar 2017

Otersen präsentiert sich auf der „Grünen Woche“ in Berlin

Jens Leska marschierte mit seiner Hellebarde auf den Eingang der Halle 21 zu und wurde erst einmal angehalten. Auch als Nachtwächter kam man nicht unkontrolliert auf die „Grüne Woche“ in Berlin. „Dorf.Leben. Schätze – Landerlebnis Niedersachsen“ so lautete das Thema des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Auf Einladung des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg (ArL) war Otersen am Messedonnerstag auf dem Gemeinschaftsstand des Landes zu Gast.

„Wir haben mit dem Gold-Dorf Otersen ein wirklich tolles Projekt nach Berlin bekommen“, freute sich ArL-Dezernatsleiterin Annika Wangerin. Otersen war 2007 Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Auf dem Messestand präsentierten sie die Solarfähre und den Dorfladen, zwei Projekte mit überregionaler Ausstrahlung. „Beide sind Leuchtturmprojekte mit denen das Leben in ländlichen Regionen mit Förderung aus Mitteln der Europäischen Union, des Bundes und des Landes sichergestellt wird.“

„Wir sind stolz, in Berlin dabei zu sein.“ Günter Lühning hatte nicht lange überlegt, als die Anfrage kam, ob Otersen mit dabei ist. Mit sieben Aktiven waren sie angereist, fielen in ihren Finkenwerder Fischerhemden sofort auf. Ortsvorsteher Dieter Bergstedt, Erwin Thom, Hartmut Dallmann und Sven Priemke waren als Fährmänner mit dabei. Insgesamt sind 70 aktive Fährschiffer zwischen 17 und 70 Jahren in Otersen dabei. Dort überquert die einzige niedersächsische Solarfähre die Aller. Ein aus heutiger Sicht innovatives Projekt bei dem bereits 1997 auf die Ökologie geachtet wurde.

Neben der Solarfähre war der Dorfladen das zweite Projekt auf dem Stand. Günter Lühning, Vorsitzender des Dorfladenvereins, musste immer wieder erklären, wie der Dorfladen seine Anfänge nahm und heute nicht mehr aus dem Ort wegzudenken ist. Er ist auch Vorsitzender der 2016 auf der „Grünen Woche“ gegründeten Bundesvereinigung multifunktionaler Dorfläden.

„Dorfläden sind für ländliche Regionen sehr wichtig um die Nahversorgung sicherzustellen. Es ist aber schwierig, neue Projekte umzusetzen“, weiß Annika Wangerin, die das Dezernat Strukturförderung ländlicher Raum im ArL Lüneburg leitet. „Aktive, wie Günter Lühning sind da unverzichtbar, um den Gedanken weiterzutragen und Tipps zur Umsetzung zu geben.“

„Wir haben gelernt, dass wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen“, betonte Günter Lühning. „Von 1990 bis 1999 waren wir mit Otersen in der Dorfer-neuerung und haben in der Zeit viel gelernt. Die Bürgerinnen und Bürger von Otersen machen mit. Ideen lassen sich in vielen Fällen aber nur durch Förderung verwirklichen.“

(roe/rie)

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