Foto: Sohnemann

Skoda Octavia Combi

28. Juli 2014

Skoda Octavia Combi WS W
Verarbeitung
Kofferraum
Verbrauch
Fahrleistungen
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

4


Der automobile Gesandte Tschechiens hüllt sich in Schönheit.

Die Autofahrer, die noch mit einer dunkelgrauen Fahrerlizenz unterwegs sind, erinnern sich mit Grausen an die ersten Modelle, mit denen Skoda den deutschen Markt behelligte. Die technischen Aussetzer waren bereits beim Kauf vorprogrammiert. Später gewannen die Fahrzeuge an Zuverlässigkeit, schreckten aber durch billigste Materialien ab. Als dann die große Automutter aus Wolfsburg das Unternehmen aus Tschechien unter die Fittiche nahm, blühte der Produzent geradezu auf und hat derart markante Zeichen gesetzt, dass er von der Überholspur nicht mehr zu vertreiben scheint.

Jedes neue Modell der Techniker aus Tschechien überzeugte bisher und einen Quantensprung legte die jüngste Variante des Octavia Combi hin.
Mit seinem Design, den eleganten und geraden Linien lässt der Octavia Combi mittlerweile Premiumfahrzeuge hinter sich verblassen. War Skoda noch vor einigen Jahren dem Segment „Billigfahrzeuge“ zuzuordnen, hat sich diese Klassifizierung spätestens jetzt geändert. Der neue Octavia Combi ist zwar preisgünstig – keinesfalls aber billig. Daran ändert sich auch nichts, weil die Materialien im Interieur nicht von alleredelster Güte sind.

Alle wichtigen „Innereien“ sind in ihrer Haptik mindestens akzeptabel. Die Bedienungselemente lassen sich vorbildlich tasten, drücken und knipsen. Alle Instrumente können bei lobenswerter Sitzposition gut abgelesen werden, und die Sitze hinterlassen einen sehr guten Eindruck um auch längere Fahrten zu genießen.
Um in die Sitze zu gelangen, haben alle Passagiere einen großzügigen Einstiegswinkel zur Verfügung. Das Raumangebot des Octavia ist uneingeschränkt mit der oberen Mittelklasse zu vergleichen, wie auch das Stauvermögen von Gepäck. Wer sich mit dem Gedanken trägt, über Nacht zu Hause auszuziehen, sollte sich beizeiten einen Skoda Octavia kaufen. Darin lässt sich mehr verstauen, als beispielsweise im Passat, obwohl dieser eine Klasse höher angesiedelt ist.
Unter den zahlreichen Motorisierungs- und den beiden Getriebevarianten war das Testauto mit dem 2-Liter-Turbodiesel-Einspritzer und dem DSG-6-Gang-Schaltautomat bestückt. Eine perfekte Symbiose modernster Technik. Das Fahrzeug überzeugte mit Leistungen, die bei der 150 PS-Grundlage erst auf der linken Autobahnspur mit 213 km/h endeten. Auch das Sprintvermögen beeindruckte: innerhalb von 8,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.

Da kommt mancher Strolch auf die Idee, den Tschechen als Fluchtwagen in Erwägung zu ziehen.Redliche Menschen lassen sich eher von der Sparsamkeit des Selbstzünders beeindrucken. Gerade einmal 5,0 Liter ließ sich der Octavia Combi kredenzen. Das ist ein weiterer beeindruckender Wert des Fahrzeugs. Das Stopp-Start-System der Green tech-Variante trägt natürlich auch ein wenig dazu bei, denn im Stadtverkehr steigt der Motor an der roten Ampel unaufgefordert aus seiner Tätigkeit aus, nimmt diese aber sofort wieder auf, sobald der Fuß das Bremspedal verlässt.
Da die Gänge sehr gut aufeinander abgestimmt sind, vollzieht der Skoda Octavia Combi seine Fahrt seidig und sehr komfortabel, zumal dieses Verwöhnfahren durch die leise Gangart des Dieselaggregats unterstützt wird.

Sind Autofahrer in diesem Segment Preise von weit über 30.000 Euro gewohnt, müssen sie bei Skoda auf angenehmste Weise umdenken. Das Portmonee muss nur bis 27.450 Euro geöffnet werden, soll es die Variante mit dem kräftigen Dieselmotor und dem DSG-Getriebe sowie einer namhaften Ausstattung sein. Es besteht also kein Grund, sich die Ergänzung in der Garage zwei Mal zu überlegen.

(so)

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