Sind unsere Lebensmittel genügend gekennzeichnet?

15. Januar 2017

Laut Gesetz ist eine Mindestschriftgröße von 1,2 Millimeter gefordert.

Brennwert, Fett – davon gesättigte Fettsäure, Kohlenhydrat – davon Zucker, Eiweiß und Salz – die durchschnittlichen Nährwerte müssen auf allen Lebensmitteln angegeben sein. Dazu noch die Inhalts- und Zusatzstoffe. Nur sind oft die Angaben in zwei Millimeter Schriftgröße abgedruckt und somit kaum mit dem bloßen Auge zu entziffern. Alles kein Problem, wenn man keine Allergien hat.

Die Produktbezeichnungen „Light“ und „Diät“ erzeugen beim Verbraucher die Vorstellung, dass es sich in beiden Fällen um leichte, kalorienreduzierte Lebensmittel handelt. Diese Vorstellung ist falsch. Lightprodukte zeichnen sich durch einen verminderten Gehalt an Kalorien oder Nährstoffen aus, während unter diätetischen Produkten nicht nur Lebensmittel für Abnehmwillige verstanden werden, sondern auch Produkte für Menschen mit anderen, besonderen Ernährungsbedürfnissen.

Im Dezember schockte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) damit, dass er die Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Lebensmittel in Zukunft verbieten wolle. Begriffe wie „vegetarisches Schnitzel“ oder „vegane Currywurst“ seien komplett irreführend und verunsichern die Verbraucher, sagte Schmidt. „Ich setze mich dafür ein, dass sie im Sinne einer klaren Verbraucherkennzeichnung verboten werden. Niemand darf bei diesen Pseudo-Fleischgerichten so tun, als ob es Fleisch wäre“, forderte Schmidt. Hersteller sollten eigene Namen für ihre pflanzlichen Produkte finden.

Wenn man alles lesen könnte, wäre es kein Problem. Aber oft ist die Schrift auf den Verpackungen einfach zu klein. Dann gibt es viele Abkürzungen und Ausdrücke, die man nicht kennt. Man muss vor dem Einkauf gut vorbereitet sein, um zu wissen, was es bedeutet. Wenn man alles verträgt, interessiert es nicht so. Wir achten besonders auf das Haltbarkeitsdatum. Bei Fleischersatz muss klar drauf stehen, wenn es sich nicht um ein Schnitzel handelt. Es muss als Ersatz deklariert sein. Meistens liegen die Fleisch- und Wurstersatzprodukte schon separat – Elke und Hans Fuhrhop aus Hünzingen

Die Kennzeichnung ist auf alle Fälle verbesserungswürdig! Die Bezeichnungen sind sehr klein geschrieben. Man muss sie teilweise mit der Lupe lesen. Das ist besonders für Allergiker schlimm. Ich achte sehr auf den  Zuckergehalt und gucke nach Kohlenhydrate und Fett. Ich koche immer frisch, und wir essen nur Geflügelfleisch und Geflügelwurst. Auch da ist die Kennzeichnung zu klein geschrieben. Nur Schnitzel sollten Schnitzel heißen. Alles andere ist albern – Sylvia Krüger aus Bad Fallingbostel

Inhaltsstoffe sollten größer gekennzeichnet sein und sind leider nicht eindeutig. Viele Dinge kennt man nur, wenn man weiß, was dahinter steckt. Zum Beispiel bei den E-Nummern, oder wenn „ohne Zuckerzusatz“ drauf steht, aber versteckt Zuckerersatzstoff drin ist. Gleiches gilt für „ohne Geschmacksverstärker“. Wir achten sehr darauf, da meine Schwiegertochter eine heftige Glutenunverträglichkeit hat. Wir kaufen keine Fertigprodukte – schon mal Tiefkühlware, aber zum Beispiel den Fisch unbearbeitet und unpaniert. Die Werbung bei Fleischersatzprodukten ist irreführend – Wolfgang Puschmann aus Walsrode

Ich ernähre mich sehr bewusst. Ich gucke nicht immer auf die Inhaltsstoffe, da ich die Produkte kenne, die ich kaufe. Für mich ist die Kennzeichnung ausreichend, weil ich mich bereits vorher damit beschäftigt habe. Ich kaufe sowieso wenig Fertigprodukte, da sie viele Zusatzstoffe enthalten. Da müsste ich dann nachschlagen, was sie bedeuten. Bei der Bezeichnung von Fleischersatzprodukten bin ich großzügig. Da darf es ruhig Gemüseschnitzel heißen. Aber warum sollte ich, wenn ich vegetarisch lebe, mir so einen Ersatz kaufen? Das wäre widersinnig – Marianne Prümm aus Hünzingen

Da ich Diabetiker bin, achte ich schon darauf, wie viel Zucker und Fett die Produkte beinhalten. Eigentlich ist es gut lesbar. Besonders bei Getränken ist der Zuckergehalt für mich wichtig. Zuckerarme Brause bekommt man kaum. Da meine Frau Fleischereifachverkäuferin ist, muss bei uns das Schnitzel Schnitzel bleiben. Daher essen wir auch keinen Fleischersatz. Besonders irreführend findet ich, wenn „Diät“ zum Beispiel auf Joghurt steht. So etwas  kaufe ich nicht, da darin zwar kein Zucker, dafür aber sehr viel Fett enthalten ist. Das Gemüse holen wir frisch aus unserem eigenen Garten – Wolfgang König aus Bosse

Lebensmittel sind nicht genügend gekennzeichnet! Besonders ärgerlich ist es, dass alles sehr klein gedruckt ist, auch die wichtigen Infos. Das ist besonders ärgerlich für jemanden, der eine Unverträglichkeit hat. Ich achte immer auf den Fett- und Zuckergehalt und schaue nach bestimmten Inhaltsstoffen, wie die „E´s“. Mich ärgern auch Mogelpackungen. Fleischersatzprodukte finde ich albern. Warum muss ich etwas essen, was so aussieht wie eine Wurst, wenn ich Vegetarier bin? Die Bezeichnung ist egal, aber warum heißt die vegetarische Frikadelle dann nicht Gemüsebällchen? – Ulrike Thies aus Walsrode

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