Sind Sie schon E-Biker?

5. Mai 2019

Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen da, sieht man Fahrradfahrer wieder vermehrt in die Pedale treten.

Viele erblassen vor Neid, wenn wesentlich ältere Senioren an einem Berg locker vorbeiradeln. Doch guckt man genauer hin, sieht man die versteckte Motorkraft, die dahinter steckt – die E-Bikes! Dabei gibt es die sogenannten Pedelecs, die den Biker meist bis zu 25 km/h unterstützen. Das heißt, man muss immer noch selbst treten, um voranzukommen. So könnte es für Freizeit-Sportler durchaus Sinn machen, sich ein solches E-Bike anzuschaffen – wären da nicht die Vorurteile. Hat es auch denselben Trainingseffekt wie ein nicht-motorisiertes Rad? Und ist das E-Bike auch für den fitten Biker eine sinnvolle Alternative.

Eine Studie zeigt, dass das E-Bike allein schon durch die sich bietenden erweiterten Möglichkeiten, positive Effekte mit sich bringt. Die Motivation, sich öfter und länger zu bewegen, stieg bei allen Studienteilnehmern. Die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Gesundheit und Fitness sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.
Eine andere Studie zeigte einen weiteren positiven Effekt der elektrisch unterstützten Räder. Das norwegische Institut für Transportwirtschaft ermöglichte 66 Norwegern aus der Hauptstadt Oslo für zwei bis vier Wochen unbegrenzten Zugang zu E-Bikes und verglich im Anschluss deren Fahrgewohnheiten mit 160 Teilnehmern mit nicht-motorisierten Rädern. Die Auswertung der Daten ergab, dass die Probanden mit Elektrobike-Zugang signifikant öfter und auch länger unterwegs waren.
Der Studie nach war die durchschnittliche Anzahl an täglichen Fahrten mit dem E-Bike höher (1,4) als die Fahrten mit dem normalen Rad (0,9). Auch die durchschnittlich zurückgelegte Distanz betrug bei den E-Bike-Fahrern mit 10,3 Kilometern deutlich mehr, als die Fahrten mit dem unmotorisierten Pendant (4,8 Kilometer).

Ich habe schon öfter über ein E-Bike nachgedacht und werde mir sicherlich auch eins anschaffen. Ich fahre viel Rad und würde dann noch mehr und längere Strecken fahren, wenn ich die Unterstützung durch das E-Bike hätte. An der Ostsee leihen wir uns gerne E-Bikes und fahren so 50 bis 60 Kilometer am Tag. Das würde ich mit meinem normalen Rad nie schaffen. Es reicht, wenn ich damit zur Arbeit fahre. E-Bikes sind cool und machen Spaß. Wir sind ohne Helm groß geworden. Doch das Verkehrsaufkommen hat sich geändert und ist viel größer geworden. Daher wäre es klug, mit Helm zu fahren – Heidi Stelter aus Walsrode

Wir haben seit letztem Sommer jeder ein E-Bike und sind glücklich und zufrieden. Die Kondition lässt nach, und so kann man entspannter fahren und kommt nicht klitschnass und aus der Puste an. Es ist eine Unterstützung. Wenn ich den höchsten Grad wähle, ist nach 30 Kilometern der Akku leer. Wenn ich den Motor nur punktuell nutze, komme ich über 100 Kilometer weit. Ohne Helm ist es schon ein ungutes Gefühl, weil gerade mit E-Bikes leicht eine höhere Geschwindigkeit von über 20 km/h und mehr gefahren werden kann. Aber ein Helm kommt vielleicht noch – Brigitte Martini aus Bad Fallingbostel

Ich bin noch kein E-Biker, sondern strample selbst. Mir sind die Räder noch zu teuer, sie werden bestimmt günstiger. Ich fahre eigentlich täglich mit dem Rad und unternehme auch gern Fahrradausflüge mit der Familie. Man ist in der Stadt schneller unterwegs, außerdem immer an der frischen Luft in Bewegung. Einen Helm habe ich nicht. Meine Kinder – 3, 10 und 12 Jahre alt – müssen aber einen tragen. Bei uns gibt es genügend Fahrradwege. Ich wurde aber schon mal von einem Auto geschnitten. Die Stadt Walsrode benötigt mehr Spiegel in den Ausfahrten und besonders hier, in den engen Gassen – David Bondzio aus Lüneburg

Ich fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit, quer durch die Stadt. Da kommen schon Kilometer zusammen. Über ein E-Bike habe ich noch nicht nachgedacht. Ich bin 61 Jahre alt und solange ich kann, möchte ich Rad fahren, um mich fit zu halten. Mit einem E-Bike rutscht man schnell in die Bequemlichkeit ab und nutzt öfters die Motorkraft. Ein Helm wäre vernünftig, aber die Frisur sitzt dann nicht. Den Kindern predigt man das immer. Bezüglich der Fahrradwege hat sich schon etwas getan. Am Bismarckring sind die Fahrspuren nur eingezeichnet. Das reicht nicht aus. Da wird mehr für die Autofahrer getan – Karin Koppetsch aus Walsrode

Ein E-Bike kommt für mich nicht in Frage, weil ich das lieber erst einmal der älteren Generation überlasse. Ich bin körperlich nicht so eingeschränkt, als dass ich nicht selbst fahren könnte. Mit einem Fahrrad erreicht man gewisse Ecken, zum Beispiel Naturschutzgebiete, wo ich mit einem Roller nicht hinkomme. Mein abgeschlossenes Fahrrad, im Wert von 1100 Euro, wurde vor drei Jahren gezielt vom Hof geklaut. Die Stadt Walsrode ist fahrradfreundlich. Die Radwege haben sich in den letzten Jahren wesentlich gebessert. Ansonsten fahre ich immer Motorroller – Frank Wernecke aus Walsrode

Jein zum E-Bike. Man ist damit schneller, aber es ist daher auch nicht ganz ungefährlich. Mit Kindern würde ich persönlich nicht fahren. Ansonsten fahre ich täglich mit dem Rad. Die Stadt ist nicht fahrradfreundlich. Einige Fahrradwege sind teilweise zu eng und nicht gut durchdacht. Außerdem müssten sich auch die Fahrradfahrer an die Verkehrsregeln halten und nicht wie Geisterfahrer in die falsche Richtung radeln. Es muss jeder für sich entscheiden, ob er einen Helm tragen möchte. Es gibt ja mittlerweile auch Airbags für Fahrradfahrer. Mehr Rücksicht untereinander wäre wünschenswert – Melanie Suhr aus Walsrode

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