Sind Sie mit dem Ausgang der Bundestagswahl zufrieden?

1. Oktober 2017

Seit einer Woche steht fest, dass die Bundestagswahl zu einer gewaltigen Verschiebung im deutschen Parteiensystem führt.

Die CDU/CSU von Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibt zwar stärkste politische Kraft, sie musste aber erheblich Verluste hinnehmen (- 8,6 Prozent, 32,9 Prozent). Die SPD stürzte auf rund 20 Prozent ab und entschied sich, in die Opposition zu gehen. Die AfD ist künftig die drittstärkste Kraft im Bundestag. Erstmals zieht damit wieder eine Partei ins Parlament ein, die sich deutlich rechts von der Union positioniert hat. Die FDP kann ein großes Comeback feiern. Sie wird mit mehr als zehn Prozent der Stimmen wieder im Bundestag vertreten sein. Ein gutes Ergebnis erzielten auch die Grünen, die auf rund neun Prozent der Stimmen kamen. Statt wie zuletzt vier, sind jetzt sechs Parteien im Parlament vertreten. Angela Merkel steht vor einer schwierigen Regierungsbildung. 

Nach dem Verzicht der SPD kommt nur eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grüne infrage. Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt rechnet mit schwierigen Koalitionsgesprächen: „Wir werden kein einfacher Partner sein“, kündigte sie an. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sprach mit Blick auf das schlechte Abschneiden seiner Partei von einem „schweren, bitteren Tag“ für die Sozialdemokratie. „Es ist völllig klar, dass der Wählerauftrag an uns der der Opposition ist.“ AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland wertete das gute Ergebnis seiner Partei als Kampfansage an die künftige Bundesregierung: „Wir werden sie jagen.“

Auf jeden Fall bekommen wir eine Jamaika-Koalition. Das habe ich vor der Wahl schon gesagt. Die SPD soll sich in der Opposition erholen und neue Leute finden. Olaf Scholz aus Hamburg wäre besser gewesen als Martin Schulz. Das Ergebnis war allgemein absehbar. Man muss sehen was kommt. Hoffentlich keine Neuwahlen, die würden die Rechten noch stärker machen. Die AfD ist für mich keine Partei, sondern ein Chaotenhaufen. Sie haben kein Programm, keine Linie, nur heiße Luft – Hans-Dieter Szepanski aus Hodenhagen

Es ist egal, was man wählt, es ändert sich nichts. Angela Merkel macht ihre Sache gut, aber mit der Flüchtlingspolitik ist nicht jeder einverstanden. Daher kommt auch das schlechtere Wahlergebnis gegenüber der letzten Bundestagswahl. Dadurch hat auch die AfD gewonnen. Sie haben denen quasi in die Karten gespielt. Als Koalition fände ich CDU und FDP nicht schlecht. Sie haben beide gute Ansätze und ein gutes Programm. Eine Jamaika-Koalition ist wahrscheinlich zu zerstritten und würde daher nichts auf die Reihe bekommen – Heinz Holter aus Schneeheide

Die SPD sollte in der Opposition die stärkste Partei sein, sonst wäre es die AfD, und das würde ich nicht gut finden. Das Wahlergebnis war abzusehen. Es gab viel Unzufriedenheit und das ist wahrscheinlich die Quittung. Es ist schwierig abzuschätzen, ob die FDP und Grünen sich in wichtigen Punkten einig werden. Es wird einiges neu! Mir persönlich haben beim Wahlkampf keine speziellen Themen gefehlt – Nicole Ahlden mit Moritz aus Südkampen

Zufrieden bin ich nicht mit dem Wahlergebnis. Ich bin enttäuscht und nicht damit einverstanden, dass die CDU weiterhin die Führungsrolle hat. Bei der geplanten Jamaika-Koalition bin ich nicht der Meinung, dass sie uns weiterbringt. Die Wahlbeteiligung könnte besser sein. Es haben viele nicht gewählt. Wenn man kann nicht zur Wahl geht, kann man sich anschließend nicht aufregen. Selbst wenn man keine Ahnung von Politik hat, sollte man wählen. Sonst stärkt man die Protestwähler der AfD – Anja Kiebel aus Visselhövede 

Im Moment ist nichts anderes möglich, als die Jamaika-Koalition . Die SPD ist raus und ist jetzt Opposition, also Jamaika. Auf keinen Fall AfD! Das Wahlergebnis war durch die Umfragen im Fernsehen absehbar. Aber so extrem haben wir es uns nicht vorgestellt. Wir selbst sind Rentner und es geht uns den Umständen entsprechend gut. Wir gehören noch zu denen, die Rente bekommen. Die übernächste Generation leider schon nicht mehr. Mein Mann war lange Jahre Parteimitglied – Renate und Hans-Günter Carstensen aus Hademstorf

Mit dem Wahlergebnis habe ich nicht gerechnet. Ich hätte nicht gedacht, dass die Flüchtlingspolitik eine so große Rolle spielt und dass sich das so auf das Ergebnis niederschlägt. Im Nachhinein finde ich es ganz schlimm, dass es hier im Landkreis und den Kommunen über 30 Prozent an ungültige Stimmen gegeben hat. Zwei Kreuze machen, rechts, links, was ist daran so schwer? Die angestrebte Jamaika-Koalition birgt schon Schwierigkeiten. Es sind sehr unterschiedliche Richtungen – Kurt Haase aus Visselhövede 

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