Sind Sie für die Masern-Impfpflicht und sind Strafen bei Nichteinhaltung gerechtfertigt?

19. Mai 2019

In Deutschland soll ab dem 1. März 2020 eine allgemeine Impfpflicht für Masern gelten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will damit eine weitere Ausbreitung der gefährlichen Krankheit verhindern. Spahns Gesetzentwurf sieht vor, dass künftig alle Kinder, die eine Kita oder eine Schule besuchen, geimpft sein müssen. Das gilt auch für alle Erzieher und Lehrer sowie alle Mitarbeiter von Krankenhäusern und Arztpraxen. Wer dagegen verstößt, muss mit Bußgeldern von bis zu 2.500 Euro rechnen. Masern sind hochansteckend und können in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen. Die SPD signalisierte Zustimmung.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) lehnt die Impfpflicht und damit verbundene Geldbußen strikt ab. Das könne nur ein „allerletztes Mittel“ sein, sagte Reimann. In Niedersachsen liege die Quote für die Erstimpfung bei nahezu 97 Prozent. „Das bedeutet, es gibt keine grundsätzliche Ablehnung der Impfung in der Bevölkerung, der man mit einer Impfpflicht begegnen müsste.“ Diese greife stark in das verfassungsrechtlich geschützte persönliche Selbstbestimmungsrecht auf körperliche Unversehrtheit ein.
Die große Koalition in Niedersachsen ist hier uneins. CDU-Landeschef Bernd Althusmann unterstützt Spahns Vorstoß. Das Landesgesundheitsamt hat seit Jahresbeginn 71 Masernfälle registriert, viele davon im Landkreis Hildesheim. Mehr als 100 Kinder und Jugendliche durften dort zeitweise nicht zur Schule gehen, auch in Hannover mussten Grundschüler zu Hause bleiben. Laut dem Robert-Koch-Institut sind rund sieben Prozent der Schulanfänger in Deutschland nicht ausreichend gegen Masern geschützt. Bei der entscheidenden zweiten Impfung erreichen nur Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die angestrebte Quote von mindestens 95 Prozent geimpfter Kindern.

Impfungen sind gut und wichtig. Es gibt auch Fälle, bei denen Masern tödlich endeten, aber die sind minimal. Aufklärung tut hier Not! Die Pockenschutzimpfung war damals auch Pflicht, sonst wäre die Krankheit nie ausgerottet worden. Aber ob so hohe Strafen nötig sind? Es müsste noch eine Entscheidungsfreiheit bleiben. Ich bin das erste Mal gegen Lungenentzündung geimpft worden und lasse mich auch regelmäßig gegen Grippe impfen. Es ist ein Segen, dass wir die Möglichkeiten haben und sollten sie auch nutzen – Christa und Hans-Georg Pöppelau aus Ahlden

Es muss geimpft werden! Es sterben Menschen an der Krankheit. Was Spahn fordert, ist völlig in Ordnung. Die egoistischen Eltern, die nicht impfen lassen, handeln verantwortungslos. Bereits im Kindergarten, beim Arzt und in der Schule sollte über Masern aufgeklärt werden. Die Folgen sind schlimm und wir können froh sein, dass wir die Möglichkeit und medizinische Versorgung haben. Vor 100 Jahren wären viele Krankheiten ohne die Medizin ein Todesurteil gewesen. Ich lasse mich auch regelmäßig gegen Tetanus impfen, da ich immer mit den Hunden unterwegs bin – Sandra Reilly aus Oerbke

Ich bin sehr für eine Verpflichtung zum Impfen. Wer sich nicht impfen lässt, kann nicht in den Kindergarten. Ich habe früher alle Krankheiten durchlebt. Mit meinen Impfungen bin ich immer auf dem Laufenden, mit allem, was dazugehört. Alleine mit der Aufklärung hat man noch keinen Erfolg. 2.500 Euro Strafe sind zu viel Geld, da es wahrscheinlich einkommensschwache Familie treffen wird, die es nicht so dicke haben. Aber eine Geldstrafe, 500 Euro wären ausreichend, sollte es geben. Früher war das Impfen selbstverständlich. Es muss nicht alles in Frage gestellt werden – Jörg Blajus aus Walsrode

Die Krankheit überträgt sich und ist nicht ohne. Vielen sind die Folgen der Erkrankung nicht bewusst. Aber das eine so hohe Strafen gefordert wird, ist nicht der richtige Weg. Mit dem Geld sollte man vernünftige Aufklärungskampagnen finanzieren und überall aufklären, schon bei der Geburt im Krankenhaus. Die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder gehen bis zum 16. Lebensjahr. Bis dahin sollten alle gut aufgeklärt werden. Ich bin mit meinen Impfungen auf dem Laufenden, auch meine Kinder und Enkel. Ich war im Gesundheitswesen tätig und weiß Bescheid, auch über die Folgen – Mathilde Mondorf aus Walsrode

Impfungen sind ganz wichtig. Es ist nur ein Pieks. Besser vorbeugen, bevor man ernsthaft erkrankt. Es zieht so vieles nach sich. Über Masern sollte besser aufgeklärt werden. Aber das Strafgeld bei Nichtimpfung ist zu hoch und nicht angebracht. Strafe an sich ist nicht verkehrt, um die Leute auf den richtigen Weg zu bringen. Wir selbst sind geimpft und unser Kind auch. Wir lassen uns auch regelmäßig gegen Zeckenbisse impfen, weil wir als Wanderer und viel im Wald unterwegs sind. Die Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, wissen gar nicht, was sie ihnen antun – Anita und Heinz Bester aus Rheinbach (Eifel)

Ich wäre für mehr Aufklärung. Wer den Grund weiß und versteht, warum man sich impfen lassen sollte, lässt sich impfen. Das bezieht auch die neuen Mitbürger mit ein. Die möchten auch, dass ihre Kinder gesund bleiben. Früher hat immer der Hausarzt bei den Kindern schon darauf geachtet und informiert. Auch wenn wir in den Urlaub fahren, halte ich es für sehr wichtig, dass die nötigen Impfungen durchgeführt werden. Ebenso ist mir der Grippeschutz wichtig. Spahns Vorschläge sind gut gemeint. Doch der Weg ist optimierungswürdig – Armin Löhr aus Bad Fallingbostel

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