Sind Sie eher ein Karnevals-Fan oder -Muffel?

26. Februar 2017

Nicht alle Heidjer fliehen vor dem Karneval

„Helau“ und „Alaaf“ heißt es wieder am Rosenmontag. Viele tausend Jecken feiern im Rheinland Karneval und lassen es sich nicht nehmen, bei Umzügen und abends bei den Büttenreden dabei zu sein. Während einige ganz narrisch sind und jede Feier mitnehmen, flüchten andere, um dem närrischen Treiben zu entfliehen, zu uns in den kühlen Norden. Denn nicht überall wird Karneval in Deutschland gefeiert. Gut bekannt und besucht  sind die Feiern in den Städten Köln, Düsseldorf und Mainz. Aber auch in anderen Teilen Deutschlands feiert man dieses Fest, nur hat es dort einen anderen Namen. Dort heißt es „Fastnacht“ oder „Fasching“. Der Brauch, Karneval oder Fastnacht zu feiern, ist sehr alt. Schon im 13. Jahrhundert gab es Karnevalsumzüge und ein Karnevalskönig wurde gewählt. Karneval ist die Zeit, um einmal richtig lustig zu sein. Man verkleidet sich oder setzt  Masken auf. Dann geht es zu Karnevalsfeiern oder auf Karnevalsumzüge mit großen, bunt geschmückten Wagen. In Süddeutschland, aber auch in der Schweiz und in Österreich, heißt der Karneval „Fas(t)nacht“. Oft sieht man in der Fastnachtszeit Menschen mit Masken durch die Straßen ziehen. Diese Masken sollen Angst machen. Auch Hexen mit ihren Besen sind zu sehen. Manche der Gestalten tragen Glocken oder Peitschen, mit denen sie viel Lärm machen. Dieser Brauch ist schon sehr alt. Früher wollte man damit den Winter vertreiben. Die bösen Geister, die Wachstum und Ernte bedrohen, sollten verscheucht und die guten Geister, die den Frühling bringen, sollten geweckt werden.

Aber so etwas von! Es steht bei uns sogar im „Ehevertrag“, dass wir zum Karneval nach Köln fahren, da geht’s bereits mit der Weiberfastnacht los. Dieses Jahr ist das Motto „Rot und Weiß“. Am Sonntag sind wir als Piraten verkleidet beim Umzug des Piratenvereins dabei. Karneval bedeutet für uns, die Gemeinschaft pflegen und Spaß haben. Allein beim fünf Kilometer langen Umzug mitzulaufen ist toll. Wir treffen viele Freunde und freuen uns das ganze Jahr darauf. Auch das Schmeißen von Kamelle macht Spaß und es ist toll, die glänzenden Kinderaugen zu sehen – Vera und Jürgen Meyer aus Drögenbostel

Ich bin in Duisburg geboren und aufgewachsen, von daher Rheinländer mit Verständnis für Karneval. Ich lebe jetzt seit eineinhalb Jahren in der Heide und vermisse es aber nicht. Damals hat man das noch mitgemacht. Es lohnt sich hier in der Region nicht, so etwas auf die Beine zu stellen. Da fehlt einfach die Mentalität. Vielleicht entwickeln sich die Kinder in zwei, drei Generationen zu Jecken. Ich habe mich mal als Oberfeldwebel verkleidet und die Uniform, samt Abzeichen, von einem Nachbarn geliehen. Am Bahnhof kamen Bundeswehrsoldaten vorbei und die mich gebührend grüßten – Klaus Dieter Höbener aus Bomlitz 

Früher ja, jetzt nicht mehr. Die Stadt Barankiea, wird „das goldene Tor zu Kolumbien“ genannt“, da wird fünf Tage lang gefeiert. In der Zeit wird nicht gearbeitet, sondern nur getanzt und getrunken. Fast wie in Brasilien wird dort sehr viel Geld für Karneval ausgegeben. Ich habe auch elf Jahre lang in Venedig gelebt. Dort sind die Verkleidungen eleganter, schicker und mit Masken. Da erkennt einen keiner. Es gibt dort nicht so viel Musik. Hier in Deutschland habe ich nur einmal Karneval im kleinen Kreis der Katholischen Kirche mitgefeiert. Das war auch schön und wir haben viel getanzt – Luna Degener aus Walsrode

Ich habe mich früher in Berlin mal als Fisch und mal als Muskelmann verkleidet. Die Kostüme habe ich selbst geschneidert, die Muskeln aus dicken Socken hergestellt und ein Ringelshirt angezogen, das bis zu den Knien ging. Dazu gab es eine kurze schwarze Hose. Auch die Perücke mit feuerroten Haaren habe ich selbst gestickt. Meine Freundin aus der Malgruppe und ich sind dann auch so zum Essen gegangen. Die Haare haben wir aber auf Grund der Wärme abgenommen. In der Turngruppe wurde auch in Verkleidung geturnt. Da gab es viel zu lachen. Ansonsten bin ich kein Faschingsgänger – Christa Scheel aus Visselhövede

Das letzte Mal verkleidet habe ich mich in der neunten Klasse. Ich höre auch nicht gerne die Faschingsmusik und gucke mir keine der Karnevalssendungen mit Büttenreden und den Umzügen im Fernsehen an. Live dabei sein ist sicher etwas anderes oder wenn man aus dem Rheinland kommt. Ich kann die Leute verstehen, die gerne Karneval feiern. Aber meine Kinder sind auch Karnevalsmuffel. Früher ist mein Sohn auch gerne nach Köln zum Karneval gefahren. Aber das war nur eine Phase. Ich finde, es ist oft so wie zu Silvester – eine aufgesetzte Fröhlichkeit – Elke Trojaneck aus Bad Fallingbostel

Für die Kinder macht man das mit. Sie feiern in der Schule und im Kindergarten Fasching. Gemeinsam feiern wir groß in der Heidmarkhalle. Das ist immer ganz toll mit den Animationspiraten. Meine fünf Kinder im Alter von drei bis 13 Jahren lieben es, sich zu verkleiden. Ich nähe die Kostüme selbst. In diesem Jahr bekommen die Mädchen ein Tutu aus Tüll. Es macht Spaß, so kreativ zu sein. Die Kinder dürfen mich dann mit Glitzer schminken und ich setzte einen Hut auf. Wenn die Kinder älter sind, fahren wir auch mal nach Köln. Ich finde das Verkleiden auch toll – Melanie Bett aus Bad Fallingbostel

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