Sind Sie auch im Digital-Stress?

6. Januar 2019

Fast jeder Dritte fürchtet, „internetsüchtig“ zu sein.

Noch mal eben WhatsApp beim Essen checken, oder hat auf Instagram jemand ein Like gesetzt? Und das Bild aus dem Urlaub muss noch unbedingt auf Facebook gepostet werden! Ein normaler Alltag für viele junge Menschen sollte man meinen, die mit Internet und Smartphone aufwachsen. Die 14- bis 24-Jährigen empfinden hingegen jedoch zunehmende Distanz zur digitalen Welt! „Das Bild sorgloser Digital Natives ist definitiv falsch“, berichtet Joanna Schmölz, Vizedirektorin des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI). Das Institut hat bereits vor vier Jahren eine erste Studie über die digitale Lebenswirklichkeit der nachwachsenden Generation veröffentlicht.
Damals zeichneten die Ergebnisse der vom renommierten Sinus-Institut in Heidelberg durchgeführten Studie das Bild relativ sorgloser, junger Internetnutzer. Doch das hat sich kolossal verändert. Einig sind sich die 1730 Befragten im besagten Alter, dass das Internet privat wie beruflich wichtig ist und unbegrenzte Möglichkeiten bietet. 69 Prozent meinen, es mache sie glücklich. Die Schattenseite: Fast jeder Dritte fürchtet, „internetsüchtig“ zu sein. 64 Prozent glauben, sie verschwenden zu viel Zeit im Netz, 19 Prozent empfinden das Internet als nervend.
Knapp zwei Drittel, 64 Prozent, befürchten, im Netz beleidigt zu werden. Alarmierende 38 Prozent verzichten wegen der „Beleidigungskultur“ auf Meinungsäußerungen im Internet. 46 Prozent der Jugendlichen sehen besondere Risiken durch Veröffentlichung peinlicher oder intimer Posts, 44 Prozent in Angriffen auf ihre Identität durch Fake-Profile, 41 Prozent durch Stalking und 35 Prozent fürchten, dass alle wissen können, was sie gerade machen. Nicht mal mehr als ein Drittel – 30 Prozent – glaubt an die Sicherheit seiner Daten. Einem Fünftel hingegen war es „persönlich egal“, was mit den Daten im Internet geschieht. Eine Art Resignation angesichts der komplexen digitalen Welt!

Ich habe sowohl positive als auch negative Erfahrungen hinsichtlich Social-Medien gemacht. Ich nutze Facebook, Instagram, Snapchat und natürlich WhatsApp, aber alle Konten sind privat, das bedeutet, man muss mir eine Freundschaftsanfrage schicken. Ich bin an dem Punkt angelangt, wo ich das Handy auch mal liegenlassen kann. Es ist schon länger her, da wurde ich unschön über Facebook angeschrieben. Bei dieser Art von Angriffen guckt man sich nicht ins Gesicht. Da geht es schnell, dass jemand verletzt wird. Bestimmte Nachrichten, wie Weihnachtsgrüße, schicke ich lieber persönlich – Jessica Hermonies aus Visselhövede

Man muss eben abwägen, was man postet, weil jeder alles sehen kann, was man auf Instagram postet. Ich selbst poste keine Bilder von mir als Person, sondern stelle nur meine Fotografien zur Schau. Die Bilder können alle sehen und „liken“, also positiv bewerten. Negativ geht hier nicht. Somit habe ich noch keinen Shitstorm erlebt und keine negativen Erfahrungen gemacht. Die sozialen Netzwerke die ich nutze – WhatsApp, Instagram und Snapchat – sind alle sehr gut und sicher – Marek Lühmann aus Benefeld

Ich habe keinen digitalen Stress. Ich habe aber mein Handy immer dabei, falls die Kinder anrufen. Sie können mich nur darüber erreichen, da sie kein Festnetz haben. Zu Weihnachten habe ich einen Stapel Karten geschrieben, statt per Handy über WhatsApp zu schreiben. Es ist einfach persönlicher. Mich selbst nerven die Bilder, die man immer zu den Feiertagen übers Handy erhält. Da gebe ich nur die Schönsten weiter. Oft gucke ich die „bunten“ Nachrichten schon gar nicht mehr an. Ab und zu gucke ich mal auf Facebook, nutze sonst aber keine weiteren Plattformen – Ingrid Bruns aus Visselhövede

Ich bin auf Facebook, Insta-gram, Snapchat und Whatsapp aktiv. Es läuft alles übers Handy, aber ich gucke nicht immer gleich drauf. Das meiste arbeite ich morgens ab und gucke, was es Neues gibt. Tagsüber bleibt es schon mal aus und abends ist es auch nicht zwingend notwendig, dass ich antworte. Nur wenn Fragen von Freunden über WhatsApp kommen. Auf Facebook posten manche Fotos von sich im Bikini. Das würde ich nie machen. Man muss schon schauen, was man von sich preisgibt. Auf Fotos gib es positive, als auch negative Kritik und viele Freundschaftsanfragen – Darline Cordes aus Visselhövede

Gemobbt wurde ich im Internet noch nicht, aber habe schon viele Nachrichten aus Pakistan oder Indien über Instagram erhalten. Die wollten Bilder von mir und mit mir zusammen gehen. Aber die Personen blockiere ich einfach. Ich nutze Whats-App, Instagram, Twitter und Snapchat. Da verschicke ich Bilder an gute Freunde. Das Internet ist nicht sicher. Daher schicke ich nur an meine engsten Freunde etwas. Shitstorm habe ich auch noch nicht erlebt und würde es selbst nie machen. Wenn man etwas gegen eine Person hat, sollte man sie persönlich ansprechen – Annika Schiemann aus Bomlitz

Im Internet ist Mobben Standard. Ich nutze keine soziale Plattform, sprich Facebook oder Instagram, weil ich mir damit meine eigene Sicherheitslücke baue. Die Plattformen öffnen Hackern die Türen. Wer seine Sachen ins Netz stellt, ist selbst schuld. Geschäftlich nutze ich E-Mails, gucke mal auf YouTube und nutze auch Homebanking. Die Leute sind ahnungslos. Jeder der einen Computer hat, sollte sich der Gefahr bewusst sein. Anti-Virenprogramme nutzen nur im Nachhinein. Ein Virus kann innerhalb einer Woche in Umlauf sein. Beim Online-Banking sollte man vorher „Linux“ runterladen – Markus Apholz aus Walsrode

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