Sind Sie auch für die Wiedereinführung einer Dienst- oder Wehrpflicht?

19. August 2018

Die Mehrheit der Deutschen ist dafür.

Die von CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer ins Gespräch gebrachte mögliche Wiedereinführung einer Dienst- oder Wehrpflicht stößt in der Union auf Zustimmung. Es ist von einem „verpflichtenden Gesellschaftsjahr“ für alle Schulabgänger die Rede. Die Mehrheit der Deutschen befürwortet einer Umfrage zufolge die Wiederaufnahme der seit sieben Jahren ausgesetzten Wehrpflicht. Die Schulabgänger sollen selbst entscheiden, ob sie das Pflichtjahr bei der Bundeswehr oder in einer sozialen Einrichtung absolvieren.

„Wir leben in einem wunderbaren, einem wohlhabenden Land“, sagte JU-Chef Paul Ziemiak. „Ein Gesellschaftsjahr gibt die Möglichkeit, etwas zurückzugeben und gleichzeitig den Zusammenhalt im Land zu stärken.“ MIT-Chef und Fraktionsvize Carsten Linnemann sagte, ein solches Pflichtjahr würde zudem soziale Kompetenzen stärken. Beide Politiker wollen nach eigenen Angaben Gespräche mit Sozialeinrichtungen, Bundeswehr, Arbeitgeberverbänden und Unternehmen über eine Umsetzung ihres Vorstoßes führen. Der Reservistenverband der Bundeswehr begrüßt die Idee. Präsident Oswin Weith sagte: „Wir stellen uns vor, dass sich junge Männer und Frauen ab 18 mindestens ein Jahr in der Pflege oder in den Streitkräften engagieren oder sich verpflichten, für mehrere Jahre eine Blaulichtorganisation wie das Deutsche Rote Kreuz oder das Technische Hilfswerk zu unterstützen.“ Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), äußerte sich dagegen skeptisch. „Eine allgemeine Dienstpflicht für Männer und Frauen ist verfassungsrechtlich im Moment nicht möglich. Das fällt unter das Verbot der Zwangsarbeit.“

Das finde ich vollkommen in Ordnung. Mein Sohn hat sich freiwillig zum Bund gemeldet. Er ist jetzt im dritten Lehrjahr in einem Autohaus im Management tätig und möchte dann beim Bund weitermachen. Er sieht dort mehr Chancen. Ich finde es auch gut, weil dann die Jugendlichen durch Wehrpflicht oder einem freiwilligen Jahr von der Straße kommen. Sie lernen unter anderem, selbstständig zu arbeiten, haben einen besseren sozialen Umgang und haben wieder eine Aufgabe. Da blieb einiges auf der Strecke. Viele haben keine Ausbildung und keine Perspektive – Heike Abels mit Enkelin Sophie aus Walsrode

Ich habe vor 13 Jahren selbst Zivildienst bei der Awo geleistet, war mit älteren Damen einkaufen und ging mit ihnen spazieren. Es war eine gute Erfahrung für mich und
eine Überbrückung, da ich nach der Ausbildung nicht gleich eine Stelle bekam. Es ist aber auch eine kostengünstige Hilfe für ältere Menschen. Ich wollte damals nicht zur Bundeswehr. Um Erfahrungen zu sammeln und zur Orientierung, könnte das Pflichtjahr schon eingeführt werden. Eine Pflicht für die Bundeswehr sehe ich gespalten. Da sollte man schon auswählen dürfen. Es müsste eine einfache Lösung für alle geben – Robert Papst mit Clara Carstens aus Walsrode

Ich bin für ein Soziales Pflichtjahr für alle, auch für Mädchen. Es gibt viele Ausweichmöglichkeiten, wo sie eingesetzt werden könnten. Sie werden alle gebraucht, und sie bekommen etwas Geld dafür zur Entschädigung. Außerdem entlastet es die Pflegekräfte und die Kosten in den Krankenhäusern. Selbst wenn sie auf einer Insel Vögel zählen. Seit Wegfall der Wehrpflicht und des Zivildienstes ist überall Notstand. Aber dafür muss die Wehrpflicht nicht wieder eingeführt werden. Ich war damals Berufssoldat und wurde in die Pflicht genommen – Dieter Vogt aus Munster

Wir würden es gut finden, wenn ein soziales Pflichtjahr eingeführt wird. Man hat ja mehrere Möglichkeiten und kann sich in dem Jahr umschauen, was einem gefällt. Auch die Arbeit im Krankenhaus können wir uns vorstellen. Man bekommt sogar etwas Geld dafür und kann sich weiterentwickeln, den Horizont erweitern. Auch für die soziale Entwicklung ist es wichtig. Außerdem knüpft man neue Kontakte – Laura und Kristin Rohde aus Walsrode

Es funktionierte ja mal. Ich habe das Gefühl, dass die Jugendlichen nichts mehr mit sich anzufangen wissen. Sie haben keine Perspektive. Bei einem Pflichtjahr hätten sie eine Aufgabe, die sie ausfüllen würde. Gerade beim sozialen Jahr können sie viele positive Erfahrungen machen und haben das Gefühl, gebraucht zu werden. Manche müssen eben zu ihrem Glück gezwungen werden. Bei vielen fehlt heute die Motivation. Sie haben keine Pflichten. Das setzt aber voraus, dass es auch ein Angebot gibt. Von selbst kommen sie nicht drauf. In unserer Familie waren alle bei der Bundeswehr – Cornelia Hartje aus Walsrode

Eine Bundeswehrpflicht einzuführen bringt nichts. Die Betroffenen können in der Zeit, bei dem Wandel der Technik heutzutage, keine Erfahrungen sammeln. Da ist der Sozialdienst besser. So können sie in Altersheimen, Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen den Umgang mit Hilfsbedürftigen lernen und haben dort Pflichten und Aufgaben und werden gebraucht. Ich war acht Jahre lang bei der Bundeswehr und hatte immer viel mit jungen Leuten zu tun. Sie haben dort einen guten Umgang gelernt. Einer stand für den anderen ein. Das soziale Miteinander war hundertprozentig – Uwe Wilhelms aus Garbsen

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