Sind Sie abergläubisch?

9. Oktober 2016

Die abergläubischen Praktiken sind kaum zu zählen

„Schwarze Katze, von rechts nach links – Glück bringt’s!“ „Gehe nie unter einer Leiter durch!“ „Spinne am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen!“ – Wer kennt sie nicht, die Sprüche, die Glück oder Unglück prophezeien? Der eine glaubt daran, der andere nicht. Aber heimlich liest er doch sein Horoskop oder hängt sich einen Talisman an den Autospiegel. Zum Aberglaube gehört auch die Angst vor Freitag, dem 13., und die Zukunftsvorhersagen aus den Karten und die Neigung, beim nächsten Verkaufsgespräch wieder die gelb gestreifte Krawatte zu tragen, mit der es beim letzten Mal geklappt hat.

Beliebt ist auch das Verhaltensritual, immer morgens mit dem rechten Fuß zuerst aufzustehen. Und wer denkt beim zerbrechenden Spiegel nicht gleich „Oh je, sieben Jahre Pech“ oder wenn der Kaminkehrer kommt „Heute ist ein Glückstag“? Worin liegt die Gemeinsamkeit der vielen „abergläubischen“ Praktiken?

In einem 1998 erschienenen Lexikon von Rüdiger Hauth heißt es: „Der Aberglaube ist subjektiv und steht im Widerspruch zu besserem Wissen seiner Zeit sowie zu einem mehrheitlich vertretenen Glauben und lässt sich meist auf Reste früherer Glaubens- und Verhaltensregeln zurückführen.“ Das Wort Aberglaube bezeichnet ein Verhältnis, das sich mit den Zeiten und Kulturen wandelt, nämlich das Verhältnis zwischen dem gültigen und erprobten Denken einerseits, und dem irrtümlichen oder gar verpönten Denken andererseits.

Man kennt die Symbole des Aberglaubens alle, aber ich glaube nicht daran. Man hat es im Hinterkopf, wie zum Beispiel „gehe nicht unter einer Leiter durch“. Wenn man es trotzdem tut, passiert auch nichts. Ich denke, es ist eher Schicksal als Aberglaube, wenn etwas passiert. Ich pflege insofern auch keine Rituale. Man feiert aber Weihnachten und Ostern als Familienfest. Es ist nicht mehr das, was es mal war. Heute geht es leider mehr um das Geschenke kaufen. Der Ursprung des Glaubens ist verloren – Nora Gehrke aus Düshorn

Ich bin absolut nicht abergläubisch, aber ich glaube, dass es vielen Leuten hilft, sich selbst ein bisschen zu belügen. Man selbst ist seines Glückes Schmied und wenn man positiv denkt, hat man viel mehr Chancen, sein Ziel zu erreichen, als andere, die von vornherein negativ an die Sache herangehen. Die negative Einstellung vieler ist schlimm, ist aber typisch Mensch. Die Leute könnten viel glücklicher sein, wenn sie eine andere Einstellung hätten und an ihr Glück glauben würden – Max Huber aus Bad Fallingbostel 

Früher habe ich Horoskope gelesen. und auch bei Arbeiten gewisse Rituale verfolgt. Heute macht man sich nicht mehr soviel Gedanken und hat auch weniger Zeit. Bleigießen werden wir zu Silvester wieder einführen, wenn unsere Kinder größer sind. Wenn ich einen Schornsteinfeger sehe, traue ich mich nicht ihn anzufassen. Man will ja nicht aufdringlich sein. Am „Freitag, den 13.“ hat man ein ungutes Gefühl, aber eher im Hinterkopf. Diese Sätze stecken einfach seit der Kindheit so drin – Melanie Schmolke mit Emma aus Visselhövede   

Ich bin nicht abergläubisch. Manche Weisheiten gibt der Volksmund von sich, aber ich glaube nicht daran. Amulette sind Okkultismus und Horoskope lese ich auch nicht. Jeder ist seines Glückes Schmied. Es ist Schicksal, es gibt Sachen, die sind einfach vorherbestimmt, die kann man nicht abwenden. Ich bin nicht in der Kirche, denn Gott ist überall und mit allem verbunden. Er meldet sich über unser Gewissen, aber viele hören nicht mehr darauf – Daniel Frank Nomensen aus Visselhövede

Wenn mir eine schwarze Katze über den Weg läuft, weiche ich ihr lieber aus. Ich trage ein Bernsteinamulett, das gut für die Seele ist und für Ausgeglichenheit sorgt. Bernstein kommt aus dem Meer und man spricht ihm gewisse Kräfte zu. Ho-roskope lese ich weniger, weil es auf alle zutrifft und zu allgemein gehalten ist. Ich habe meinem Mann nach seinem Unfall einen Schutzengel ins Krankenhaus gebracht. Der stand dann auf seinem Nachttisch. Einen Schutzengel hat wohl jeder, besonders die Kinder – Helga Wieschalla aus Visselhövede

Ich habe mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Ich bin aber nicht abergläubisch. Auch wenn mir eine schwarze Katze über den Weg läuft, kümmere ich mich nicht drum. Von Halloween halte ich auch nichts. Das ist einfach zu uns herübergeschwabbt und interessiert nicht. Ich gehe zu bestimmten Anlässen zur Kirche. Wir halten die Feiertage aufrecht und pflegen die Geselligkeit an den Tagen in der Familie. Ich halte es auch für wichtig, dass man an unseren Bräuchen und Traditionen festhält, um unsere Kultur zu bewahren – Gerhard von der Weth aus Walsrode 

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