Silvester ohne Böller oder nur bei zentralen Feiern?

29. Dezember 2019

Die Debatte um eine generelle Einschränkung von privaten Silvesterfeuerwerken in deutschen Innenstädten verschärft sich.

Nach Hannover, wo es auch in diesem Jahr erneut ein Böllerverbot zwischen Hauptbahnhof und Steintor geben wird, hat auch die Polizei in Hamburg das Abbrennen von Raketen und Böllern rund um die Binnenalster verboten. In Großstädten wie München, Stuttgart, Köln, Braunschweig oder Göttingen, aber auch in Celle und Lüneburg gibt es zum Teil schon seit Jahren Einschränkungen.

Bisher standen dabei vor allem die Sicherheit der feiernden Menschen, die Rücksicht auf Krankenhäuser oder der Schutz von Denkmälern und alten Gebäuden im Fokus. Zunehmend rücken auch Umweltaspekte, der Tierschutz und Lärmschutzfragen in den Vordergrund. Nach Angaben des Bundesumweltamtes brennen die Bundesbürger in der Silvesternacht Feuerwerke im Wert von etwa 100 bis 150 Millionen Euro ab. Dabei würden 4500 Tonnen Feinstaub freigesetzt, was fast 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Menge entspreche.
Aus diesem Grund hat die Deutsche Umwelthilfe insgesamt 98 Städte in Deutschland aufgefordert, ein generelles Verbot von privaten Feuerwerken zu erlassen. Wohin die Diskussion führt, ist noch offen. Der Niedersächsische Städtetag hält sich bei dem Thema zurück. Auch im Handel ist Bewegung. „Wir verkaufen in diesem Jahr letztmalig Feuerwerk“, sagte eine Sprecherin der Baumarktkette Hornbach. „Das heißt, ab 2020 bieten wir europaweit keines mehr an. Umwelt- und Tierschutz spielen natürlich eine große Rolle bei dieser Entscheidung.“

Ich bin für eine zentrale Silvesterknallerei, weil ich es blöd finde, wenn jeder für sich im Wohngebiet knallt. Da muss man aufpassen, dass man keinen Knaller abbekommt. Außerdem leiden die Haustiere darunter. Ich habe einen Kater, der sich immer bis Neujahr unter dem Bett versteckt. Wir feiern immer mit der Familie bei türkischem Büfett, da mein Mann Türke ist. Aber auch Berliner Pfannkuchen gehören bei uns dazu. Es gibt Wunderkerzen für die Kinder. Die Neffen wohnen mit im Haus, die auch mit unseren Kindern zusammen feiern. Die großen Kinder machen schon ihr eigenes Ding und gehen feiern – Alex Dari aus Walsrode

Lieber Silvester ohne Knaller. Wir wohnen in einer Gegend mit vielen Senioren, die auch Haustiere haben. Unser eigener Kater kommt nach Silvester zwei Tage nicht unter dem Bett hervor. Das Knallen kann man nicht ganz verbieten, es gehört zu Silvester dazu, aber zentral feiern wäre gut. In Altstädten sind die Verbote gerechtfertigt. Da ist die Unfallgefahr zu groß. Jetzt, wo wir kränkeln, feiern wir ganz in Ruhe alleine zusammen. „Diner for one“ gehört für uns dazu, obwohl man schon mitsprechen kann. Um Mitternacht wird angestoßen, aber ohne Alkohol – Jutta und Edgar Fabisch aus Walsrode

Es sollte auf jeden Fall zentral geknallt werden. Das gibt nicht so viel Müll auf den Straßen, und für Tiere und Kleinkinder ist es auf jeden Fall besser, wenn nicht in den Siedlungen und Straßen geknallt wird. Ich feiere Silvester ganz gemütlich mit meiner Freundin und vielleicht mit meinen Geschwistern, bei einer Flasche Wein oder leckerem Bierchen. Um Mitternacht wird mit Sekt angestoßen. Es gibt selbst gefangene und geräucherte Forellen. 20 bis 30 Forellen werden schon vorher eingefroren und kommen dann in den Räucherofen. Das Abfeuern von Raketen gehört für mich nicht mehr dazu. Dafür kaufen wir nichts ein – Michael Gebauer aus Walsrode

Silvester kaufen wir keine Raketen und kein Feuerwerk. Wir gehen auf die Straße und gucken zu, wie die anderen ihr Geld verpuffen lassen. Ich finde die Verbote zu Silvester in den Großstädten gut. Ein zentrales Feuerwerk, zum Beispiel am Klostersee, fände ich fantastisch. Die Enten würden sich verziehen. Meine Schwester wohnt nebenan, und wir feiern immer gemeinsam Weihnachten und Silvester. Mal bei ihr, mal bei uns. Um Mitternacht gibt es Berliner und Sekt zum Anstoßen. Das gehört für uns dazu. Wir feiern immer in kleiner Runde. Die Kinder laden wir zu Neujahr ein und gehen gemeinsam Essen – Burgi Schwarz aus Walsrode

Ich würde Silvester gerne gemeinsam am Klostersee bei Glühwein, Räucherfisch und zentriertem Feuerwerk feiern. Das könnte das Stadtmarketing ausrichten. Dann sind der Schaden und der Dreck in den Städten nicht so groß. Dafür sind bestimmte Personen zuständig und kümmern sich darum. Besser als kleine Feuerwerke in Wohngebieten, wenn jeder für sich knallt. Der Weihnachtsmarkt in Walsrode war enttäuschend. Egal, ob Besucher oder Händler, jeder hat geschimpft. Da macht das Stadtmarketing einfach zu wenig. Es fehlt an gemeinsamen Events und liebevoller Gestaltung – Marek Berbec aus Walsrode

Jetzt knallen wir zu Silvester nicht mehr, früher schon. Da konnte es nicht laut genug sein. Heute hält sich alles in Grenzen. Außer in Altstädten sollte man das Böllern nicht grundsätzlich verbieten. In den Städten ist die Brandgefahr zu groß. Ansonsten sollte es jedem selbst überlassen sein. Aber ein zentrales Feuerwerk, abseits von Gebäuden, wäre schön. Wir feiern mit Freunden und der Familie, wenn wir alle unter einen Hut bekommen. Wir feiern immer reihum mit Racletteessen. So hat nicht nur einer die Arbeit. Hin und wieder knallt auch jemand aus unseren Reihen – Klaus Hildebrandt aus Bad Fallingbostel

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