Sehenswertes und Liebenswürdiges

9. Juli 2017

Reiseveranstalter Olimar hat auch die Edelsteine der Ziele ins Programm genommen

Für einen Italiener ist Romano Rossi ziemlich wortkarg. Vielleicht liegt das an seinem Beruf. Er ist Banker und gibt auch freimütig zu, dass er sein Geld in Luxemburg belässt, wo er die meiste Zeit seines Lebens gearbeitet hat. Es ist natürlich zweifelhaft, ob er wirklich Romano Rossi heißt, weil kein Italiener freiwillig über Finanzgeschäfte redet, ohne gleich die Finanzpolizei im Nacken zu wissen. Aber dass er jetzt einen besseren Ort für sein Rentenalter als Luxemburg gefunden hat, liegt nicht nur an seiner Heimatliebe. Er ist mit Herz und Seele dem ursprünglichen Fischerort Cenenatico verbunden, der etwa 20 Kilometer vor den Toren Riminis ein idyllisches Dasein führt.

Romano (so nennen ihn jedenfalls alle anderen Italiener auf der Kaimauer am Hafen) lamentiert die politischen Rahmenbedingungen für Fischer und findet sich damit gleich in der Rolle des Fürsprechers von einem Dutzend zustimmend gestikulierender Zuhörer. Wer mehr als 65 unterschiedliche Regierungen eines Landes nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat, wird auch die letzten Jahre seines Daseins noch überleben, beteuert Romano unüberhörbar und zeigt mit einer Hand auf ein Netz, das gleichmäßig gespannt über dem Wasser hängt und deshalb auch Waagenetz genannt wird. In Abständen von 15 Minuten lässt es der Hobbyfischer in die Adria hinab, um nach dem Hochziehen des Geflechts zum wiederholten Male in Anbetracht der geringen Fischmenge über die Fischereipolitik seines Landes zu schimpfen. Dabei verdrängt er die wunderschöne Umgebung, in der er seinen Lebensabend mit seinem Hobby als Jäger der schwimmenden Leckerbissen verbringt, nur vordergründig. Inmitten der „Leidensgenossen“ genießt er die Sonnenuntergänge und sorgt dafür, dass die Rotweinflaschen geleert wieder in den Kreislauf der Materialien gelangen.

Nun ist Romano Rossi nur einer der Menschen, die den direkten Kontakt zwischen Meer und der malerischen Kulisse des Hafens gesucht und gefunden haben. Es kommen auch Tausende Menschen anderer Nationen, die nicht Fische fangen wollen oder über Politiker schimpfen. Sie wollen lediglich ein paar Tage ihres Lebens mit den Menschen teilen, die es gewohnt sind, der Situation immer das Beste abzuringen. Das verdeutlicht sich insbesondere auf den Speisenkarten der Region um Rimini. Es muss nicht immer Parmaschinken sein, der die Herzen und Mägen positiv berührt, es können auch die frischen Meeresfrüchte sein, die in Form von Gambas oder Muscheln auf delikate Weise von den Köchen auf die Teller gezaubert werden. Selbstverständlich immer mit einer Art von Nudeln, die hier nicht aus der Tüte kommen. Dass es so etwas überhaupt auf diesem Planeten gibt, Nudeln aus einem Paket zu holen, scheint nicht einmal in allen Küchen glaubwürdig. Wer in Italien keine Nudeln herstellen kann, lässt sich in Deutschland mit Köchen vergleichen, die sich beim Kartoffelnschälen die Finger abschneiden.

Hier in Cesenatico wird vieles improvisiert, beispielsweise gibt es immer noch den Fährmann, der von einer Kaimauer zur nächsten übersetzt, um für knapp einen Euro den Gästen das Laufen zu ersparen, aber das Essen nicht. Essen und Trinken gehört zu den wichtigsten Bestandteilen des Tages der Einwohner und die machen auch gar keinen Hehl daraus, das Leben ausgiebig zu zelebrieren.

Wer in der Provinzstadt mit knapp 26.000 Einwohnern zu Gast ist, sollte es nicht versäumen, das Freilichtmuseum der Schiffe zu besichtigen. Die Museumsschiffe können ganz ohne Eintrittsgeld angesehen werden und befinden sich am Ende des Hafenkanals, wobei der gesamte Hafen von keinem geringeren als Leonardo da Vinci geplant wurde. Wie nicht anders an Italiens Küsten zu erwarten, säumen zahlreiche Lokale den malerischen Hafenbereich. Nicht weit entfernt von der Fisch- und Warenwirtschaft zu Wasser der kleinen Stadt in der Emilia-Romangna lädt der weiße Strand die Gäste zum Bad in der Adria ein. Die kleinen Geschäfte längs des Strandes blühen bei zunehmender Sonne natürlich auf wie Sommersprossen und versorgen die Besucher in Bikini und Badehose mit allen Genüssen der Saison, die für einen kleinen Abstecher an Land unentbehrlich sind. Ebenfalls schnell erreichbar sind die Geschäfte der Stadt, die sich längst der Promenade landeinwärts erstrecken. Dort lassen sich in aller Regel auffallend viele Verkehrsteilnehmer auf Rennrädern sehen. Ein klarer Fall von Verehrung des berühmtesten Sohnes der Stadt, dem Radrennfahrer Marco Pantani, der nur bis 2004 lebte und nicht ganz frei von Dopingvorwürfen blieb. Letzteres will man hier aber gar nicht hören und beschränkt sich auf eine Dopingvariante, die weltweit beliebt und ungeahndet ist – ein Kräuterschnaps passt offensichtlich zu jedem Gericht oder Thema.

Wer Cesenatico und die Region um Rimini genießen will, findet ein weitreichendes Angebot beim Reisespezialisten Olimar, der über die üblichen Touristenziele auch eine Vielzahl interessanter Ausflüge in die Region eingebunden hat. Olimar ist in fast allen Reisebüros zu finden oder unter www.olimar.com. Infos auch unter www.emiliaromagnaturismo.it und www.olimar.de.

 

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