Schreckt Sie die Meldung „Fleisch ist krebserregend“ noch ab?

1. November 2015

Experten haben mehr als 800 Studien ausgewertet, die sich mit dem Zusammenhang von Fleischverzehr und Krebsarten beschäftigen.
Bei verarbeitetem Fleisch wie Würstchen, Schinken oder Corned Beef sind sie aufgrund der Daten sicher, dass es Krebs verursachen kann. Bei sogenanntem rotem Fleisch halten sie das für wahrscheinlich – das gilt zum Beispiel auch für das Rinder-Steak aus der Pfanne oder das Schweinekotelett vom Grill. Um weißes Fleisch, also Geflügel, geht es in dem Bericht nicht.

Nach Angaben der Agentur verstehen Forscher noch nicht komplett, warum Fleisch das Krebsrisiko beeinflusst. Beim Kochen oder bei der Verarbeitung von Fleisch könnten aber Stoffe entstehen, die als krebserregend bekannt sind. Es geht vor allem um Darmkrebs. Für verarbeitetes Fleisch gibt es auch Hinweise auf Verbindungen zu Magenkrebs, dies ist aber nicht erwiesen. Bei rotem Fleisch könnte es zudem Verbindungen zu Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs geben. Die Menge macht’s. „Man kann jedes Fleisch bedenkenlos essen. Es kommt aber auf die Menge an“, sagt Professor Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke.

Fleisch habe auch positive Effekte. „Wir führen damit zum Beispiel Eisen, hochwertiges Eiweiß und bestimmte Vitamine zu.“ Boeing kritisierte zudem, dass in dem Bericht nicht erwähnt werde, dass es Länder mit hohem Fleischkonsum gebe, in denen die Dickdarmkrebs-Raten trotzdem sehr niedrig sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Fleischwaren pro Woche zu sich zu nehmen.


Nein, die Nachricht schreckt nicht ab, es ist allgemein bekannt, dass Schweinefleisch Gicht verursacht. Generell sorgt Fleisch dafür, dass wir resistent gegen Antibiotika werden. Wenn, dann esse ich Fleisch aus artgerechter Haltung vom Metzger um die Ecke, also regional. Es ist zwar etwas teurer, aber das nimmt man in Kauf, allein wegen der Gesundheit. Der „Sonntagsbraten“ reicht mir aus.  Ich kann mir vorstellen, mal Vegetarier zu werden, aber nie Veganer. Man muss zu sehr auf alles achten und dafür esse ich Käse zu gerne – Andreas von Rysselberghe aus Hannover

Andreas-v.-Rysselberghe

Wenn man für eine Familie kocht, ist es nicht so einfach, auf Fleisch zu verzichten. Mir würde es nichts ausmachen, fleischlos zu leben, aber die Männer müssen satt werden. Nur Gemüse hält nicht so lange an. Ich habe es in der eigenen Familie erlebt, dass die gesunde Ernährung nicht ausschlaggebend ist. Wir glauben immer, damit haben wir es in der Hand. Dem ist aber nicht so! Mein Sohn aß kein rotes Fleisch, keine Wurst und ist trotzdem krank geworden. Oft ist es die Hilflosigkeit der Ärzte, die alles auf die Ernährung schieben. Dabei geht es selbst den Gemüseessern oft nicht besser – llse-Marie Grambeck, Walsrode

Ilse-Marie-Grambeck

Ich esse Fleisch, aber auch Gemüse und Kartoffeln, alles was dazu gehört. Ich brauche täglich Fleisch, ob in Wurstform oder beim Kochen oder mal als „Wiener“ oder „Knacker“ für zwischendurch und ich lasse mich durch so eine Meldung nicht abschrecken. Wenn es darum geht, dürfte man gar nichts mehr essen. Im Fernsehen wurde die Meldung schon von Forschern relativiert, dass die Mengen, die wir zu uns nehmen, auf den Körper im Verhältnis nicht schlimm sind. Genauso ist es mit den Getränken. Es ist oft Panikmache, mehr nicht – Matthias Muhs aus Fulde

 

Matthias-Muhs

Es ist schwierig. Jeder lebt so, wie er es gewohnt ist. Da denkt man gar nicht mehr drüber nach. Solche Nachrichten schrecken aber nicht ab. Es sind viele Sachen, die auf uns jedes Jahr zukommen und aufgedeckt werden. Wir beziehen unser Fleisch auch vom Discounter. Der Schlachter ist sehr teuer. Gerade wegen der Kinder übertreibe ich es nicht mit Fleisch, sondern koche sehr abwechslungsreich. Ich mache eine Ausbildung im Krankenhaus. Da bin ich stets von Krankheitskeimen umgeben. Da ist mir so eine Nachricht relativ egal – Susan Kuschmann mit Bastian aus Walsrode

Susan-Kuschmann


Die Nachricht schreckt nicht ab. Solche Nachrichten kommen täglich. Wir ernähren uns ganz normal, aber oft müssen sie etwas erfinden. So wie früher in der DDR. Da haben sie erzählt, dass Ananas und Obst krebserregend ist, nur weil es das dort nicht gab. Ich esse oft und gerne Fleisch und viel Wurst. Es sind auch oft die Veranlagungen, die uns krank werden lassen. Wir beziehen unser Fleisch aus unterschiedlichen Quellen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben – Gerd Greunke aus Krelingen

Gerd-Greunke


Ich esse Fleisch, aber nicht regelmäßig und grillen tue ich auch gerne. Bei so einer Nachricht achtet man auf den Fleischkonsum und überlegt schon, aber solche Meldungen kommen oft vor, dass man nicht mehr lange drüber nachdenkt. Wenn, dann esse ich Fleisch, von dem ich weiß, wo es herkommt. Wurst und Schinken esse ich sehr selten. Wenn, dann mal was ich gerne mag, wie Putenbrust und Salami, aber alles in Grenzen. Diese Nachrichten sind oft Panikmache, die dann bald wieder widerlegt werden – Julia Okon aus Bomlitz

Julia-Okon

Schlagworte:




Back to Top ↑