Fotos: rie

„Schöne Momente schenken“

19. Februar 2017

Projekt „Alpaka – der Schlüssel für Herz und Seele“ soll gehandicapte Menschen verzaubern

Alles begann mit einem Bericht im Fernsehen, den Andreas Homann über Alpakas sah. Eigentlich waren er und seine Frau Nicola nur auf der Suche nach einem „Rasenmäher“ für ein rund 5000 Quadratmeter großes gepachtetes Gelände in Klein Eilstorf, doch je mehr sie sich mit den Tieren aus der Familie der Kamele beschäftigten, wuchs ihre Leidenschaft. Ab Sommer wollen die beiden ihre Begeisterung für die Vierbeiner auf Wanderungen und vor allem im Rahmen ihres Projektes „Alpaka – der Schlüssel für Herz und Seele“, das Menschen mit Handicap helfen soll, teilen.

„Alpakas sind sehr sanftmütig, ruhig und überhaupt nicht aggressiv.“ Nicola Homann ist völlig vernarrt in die acht Mitglieder ihrer kleinen Herde. „Das sind tolle Tiere, bei denen es schon reicht, ihnen einfach zuzugucken und man wird ruhig und entspannt sich.“ Folglich verbringen die Besitzerin eines Nagelstudios und ihr Mann, der im Außendienst tätig ist, jede freie Minute bei ihren Alpakas. „Das ist ein super Ausgleich zur Arbeit.“

Wie ernst die beiden ihr Hobby nehmen, zeigt sich daran, dass sie sich, bevor sie die ersten beiden Tiere angeschafft haben, intensiv mit Alpakas auseinandergesetzt haben. Sie haben viel gelesen, Züchter und ein Grundseminar zur Haltung und Pflege der Tiere besucht. Sie sind Mitglieder im Alpaka-Zuchtverband Deutschland (AZVD) und haben sich gemäß § 11 Absatz 1 Nr. 8a des deutschen Tierschutzgesetzes prüfen lassen, denn ihr Ziel liegt darin, Alpakas mit einem tollen Vlies und einem korrekten Körperbau zu züchten. Die Edelwolle der Tiere wird laut Nicola Homann wie Kashmir gehandelt.

Das Erlebnis, mit den Alpakas die Freizeit zu verbringen, möchte das Ehepaar Homann nun auch anderen Menschen ermöglichen. Dabei liegt ihnen besonders ihr Projekt „Alpaka – der Schlüssel für Herz und Seele“, das im Sommer starten soll, am Herzen. Die beiden wollen Menschen mit Handicap regelmäßig kostenlos ein paar schöne Momente schenken. Im Rahmen der tiergestützten Therapie mit den „Delfinen des Nordens“ sind positive Erfahrungen bei Menschen mit Depressionen, Autismus, ADHS, Downsyndrom und Burn-out gemacht worden. Die Tiere geben ihrem Gegenüber durch ihre Reaktionen eindeutige Rückmeldungen über sein Handeln und Verhalten. Sie wecken durch ihre Ausstrahlung, Ruhe und Sicherheit Emotionen, fördern Antrieb und Motivation. Bei Menschen mit Behinderungen schaffen die Alpakas Zutrauen, wenn sie sich von ihnen am Halfter führen lassen. ADHS-Betroffene sollen plötzlich ruhig werden und bei unter Burn-out-Leidenden soll die Neugier geweckt werden.

Zur Finanzierung ihres Vorhabens versuchen Nicola und Andreas Homann Geld über die Internetseite www.startnext.com/seelenheil-alpakas zu sammeln. Dies erhoffen sie auch mit den ebenfalls ab Sommer angebotenen Wanderungen mit den Tieren. Bei diesen Touren geht es weniger um die Landschaft, „sondern viel mehr darum, Zeit mit diesen wundervollen Tieren zu verbringen und sich von ihrer Gemütlichkeit mitreißen zu lassen“.

So oder so werden für die beiden die nächsten Monate spannend. Eine ihrer Zuchtstuten hat vor knapp einer Woche Nachwuchs bekommen, eine zweite soll im September ein Fohlen bekommen. Weitere Informationen zu den Alpakas und den geplanten Aktivitäten hat das Ehepaar Homann auf der Internetseite www.seelenheil-alpakas zusammengestellt.

(rie)

Alpaka3

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