Foto: Weltvogelpark

Schau mal, wer da brütet!

17. April 2016

Viele Vögel im Weltvogelpark Walsrode in freudiger Erwartung

Liegt es an den vielen Klapperstörchen in unmittelbarer Nachbarschaft oder den ersten schönen Frühlingstagen? Im Weltvogelpark Walsrode wird in vielen Sträuchern, Bäumen und Volieren kräftig gebrütet. Bereits seit Wochen wurden dafür die Nester auf Vordermann gebracht oder neu gebaut. Und auch der erste Nachwuchs ist schon da.

Mit über 4.000 Vögeln aus 650 Arten und von allen Kontinenten ist der Weltvogelpark der größte Vogelpark der Welt. Über 1.000 Vögel erblicken hier jährlich das Licht der Welt. Besonders im Frühling und Frühsommer schlüpfen viele Jungvögel. Wer mit offenen Augen durch die Anlage geht, merkt schnell, dass die Nester fast ebenso vielfältig sind wie die Vogelwelt.

Die größten Nester belegen die Störche und die Adler. Die Nester werden über die Jahre mehrere Tonnen schwer, da sie jedes Jahr im Frühling erweitert werden – so schwer, dass das Storchennest der neben der großen Flugshowwiese stehenden Bockwindmühle 2015 teilweise abgetragen werden musste. Ungewöhnlich: Im Weltvogelpark brüten fast alle freilebenden Storchenpaare wie vor Jahrhunderten in den Bäumen und nicht wie längst üblich auf Strommasten, Kirchen- oder Hausdächern.

Hängende kleine Kunstwerke sind die Nester der Webervögel. Diese weben sich kunstvolle Nester aus Grashalmen und Pflanzenfasern. Ebenfalls beeindruckende Nester baut der in der Freiflughalle lebende Hammerkopf. Die Nester, die auf der Astgabel großer Bäume errichtet werden, bestehen aus übereinander geschichteten Blättern, Ästen und Schlamm und haben eine zentrale Niströhre mit einer sich anschließenden Nestkammer. Sie sind dermaßen beliebt, dass sie Untermieter anziehen – vornehmlich Spatzen, die sich buchstäblich ins gemachte Nest setzen.

Das genaue Gegenteil sind die in der Vogelwelt einzigartigen Bruthügel des Buschhuhns. Diese bestehen weitgehend aus einem einzigen großen Komposthaufen aus Laub und Ästchen mit einem Mindestdurchmesser von zwei Metern. Durch die Zersetzung des Materials heizt sich der Hügel auf bis zu 35 Grad Celsius auf – Idealtemperaturen für das Ausbrüten.

Besonders früh dran in diesem Jahr sind die Humboldtpinguine, Milchuhus und Schopfkarakaras – hier gab es in den letzten Wochen bereits Nachwuchs und die Jungvögel verlangen kräftig nach Nahrung. Der ganze Stolz der Weltvogelpark-Biologen ist im Moment das frisch geschlüpfte Kagu-Weibchen. Ein Zuchterfolg, der weltweit extrem selten und europaweit einmalig ist.

(as/rie)

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