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Rückgang bei fast allen Arten

24. Juni 2018

Ergebnisse der Vogelzählung vom NABU stehen fest und regen zum Nachdenken an

Zahlreiche Vogelfreunde beteiligten sich im Mai an der jährlichen Vogelzählung vom NABU und zählten anlässlich der Aktion „Die Stunde der Gartenvögel“ für jeweils eine Stunde die Anzahl und die Arten der Vögel in ihrem Garten, auf ihrem Balkon oder im Park. Auch im Heidekreis beteiligten sich 197 Vogelfreunde an der Zählung und haben insgesamt 3.117 Vögel gezählt. Das Ergebnis stimmt allerdings nachdenklich: Nahezu alle Arten haben einen Rückgang zu verzeichnen.

Rüdiger Wohlers, Geschäftsführer vom NABU Oldenburg, hat vor über 14 Jahren die Aktion „Die Stunde der Gartenvögel“ nach Deutschland geholt, die er bei einem englischen Partnerverband gesehen hatte. „Erst einmal ist es erfreulich, dass über 60.000 Menschen bundesweit an der Zählung teilgenommen haben, wobei wir im Winter fast doppelt soviele Teilnehmer haben wie im Sommer. Das liegt einfach an dem Fütterungsverhalten: Dadurch, dass die Neugier auf die Natur gewachsen ist, haben viele mit der Winterfütterung für Vögel begonnen. Gerne dabei sind vor allem Großeltern, die ihren Enkeln beispielsweise auf dem Balkon erklären können, welche Vogelart sich grade am Vogelhäuschen aufhält. Das ist toll, wird somit doch schon bei den Kleinsten ein Zugang zur Natur geschaffen.“
Nicht erfreulich wiederum sind die Ergebnisse der Zählung. Zwar hat sich an der Rangfolge der vorkommenden Arten nicht viel geändert – die ersten fünf Plätze belegen der Haussperling (Spatz), die Amsel, die Kohlmeise, der Star und der Feldsperling – so ist es doch auffällig, dass der Gesamtbestand an Vögeln immer weiter abnimmt. So gibt es bundesweit 4 Prozent weniger Amseln, der Bestand der Stare ging um 10 Prozent zurück und Rotkehlchen wurden 11 Prozent weniger als im Vorjahr gezählt. Auf der Suche nach Lichtblicken muss man in der Rangliste der häufigsten Gartenvögel weit nach unten blicken: So setzen die beiden samenfressenden Finkenarten Stieglitz und Kernbeißer ihre Bestandszunahmen fort.

„Auffällig ist, dass dagegen fast alle Vogelarten, die ihre Jungen mit Insekten füttern, besonders niedrige Zahlen aufweisen“, berichtet NABU-Geschäftsführer Leif Miller. Und Rüdiger Wohlers ergänzt: „Der Rückgang hat unserer Meinung nach drei Ursachen: Die Anzahl der Insekten ist in den letzten zehn Jahren um 75 Prozent geschrumpft und somit auch eine wichtige Nahrungsquelle für viele Vögel verschwunden. Dazu kommt dann noch die Intensivierung der Landwirtschaft, die Besiedelung größerer Flächen sowie der gestiegene Einsatz von Pestiziden.“

Wohlers ergänzt: „Jeder kann selber etwas dafür tun, seinen Garten insekten- und somit vogelfreundlicher zu gestalten: nektarreiche Blumen und heimische Sträucher pflanzen und statt Kirschlorbeer lieber Weißdorn, Holunder, Schlehe oder Hainbuche, da diese zum Herbst hin beerentragend sind und somit Vorrat für den Winter bieten. Außerdem haben Vögel und Insekten so auch einen Unterschlupf für die Nacht und sind besser vor Feinden geschützt.
Auch ein kleiner Gartenteich ist eine tolle Quelle. Wer eine Vogeltränke hat, sollte hier vor allem auch auf die Wasserqualität achten und dieses regelmäßig wechseln.“

(chi)

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