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Premiere zeigt „Das Geheimnis der Salzquelle“

17. März 2019

Salzsiederverein macht aus Soltau am ersten Oktober-Wochenende eine Festspielstadt

„Zeigen, dass Soltau das Salz im Namen trägt und woher es stammt“, ist eines der Ziele, die sich der Soltauer Salzsiederverein um seinen Vorsitzenden Wilfried Worch-Rohweder gesetzt haben. Die Bedeutung des „weißen Goldes“ wird daher auch im Mittelpunkt der ersten Soltauer „SalzFestSpiele“ stehen. „Das Geheimnis der Salzquelle“ soll vom 4. bis 6. Oktober fünfmal in der Reithalle aufgeführt werden.
Die Idee ist im vergangenen Jahr nach dem erfolgreichen historischen Salztransport, bei dem auf einem Ochsenkarren aus der Soltauer Sole gewonnenes Salz nach Quedlinburg gebracht worden war, entstanden. „Wir sind damals auf einer Welle der Sympathie geschwommen“, erinnert sich Worch-Rohweder gerne an das Ereignis, das im Jahr des zehnjährigen Bestehens dem Verein viel Aufmerksamkeit gebracht hatte. Zusammen mit Hartmut Hezel entwickelte der Vorsitzende die Idee der Festspiele.
Dabei soll das Publikum in vier Sequenzen auf eine Zeitreise mitgenommen werden, in deren Mittelpunkt das Soltauer Salz steht. Los geht es mit einem Animationsfilm, der vom Bundesamt für Strahlenschutz zur Verfügung gestellt wurde und mit fachlichen Erläuterungen des Geologen Dr. Michael Kosinowski (Eickeloh) ergänzt wird. Der Film, der von Fernsehmoderator Carlo von Tiedemann besprochen werden soll, führt 270 Millionen Jahre zurück und soll die Entstehung des Soltauer Salzstockes erklären, der sich ungewöhnlich nah an der Oberfläche befindet. Dieser hat sich über Millionen von Jahren in einem überfluteten Zechsteinbecken gebildet, das sich von Polen nach Großbritannien erstreckte.
Im zweiten Teil geht es darum, das Leben in der Jungsteinzeit vor 5000 Jahren abzubilden. Die genaue Ausgestaltung des ersten Theaterstücks steht noch nicht fest. Mithilfe der Prähistorikerin Regina Loftus soll diese Zeit „authentisch dargestellt“ werden. Welche Schauspieler diesen Part übernehmen, steht noch nicht fest. Im Gegensatz zu der dritten und vierten Sequenz, die vom Ensemble des „Kaiserfrühling Quedlinburg“ übernommen wird. Der Verein hat sich vor allem der Darstellung von Szenarienspielen aus der Zeit des Ottonischen Reiches verschrieben. „Die Schauspieler spielen nicht nur, sondern sie fühlen“, lobte Wilfried Worch-Rohweder das Ensemble. Hansgeorg Wagenknecht aus dem Vorstand wird die Geschichten „soltaugerecht“ umschreiben. Die eine soll um 800 zu der Zeit der Zwangstaufen während der Sachsenkriege Karls des Großen spielen, die andere im Jahr 936, als Kaiser Otto I. die Curtis Salta dem Stift Quedlinburg übergab. Bei allen drei Stücken, die jeweils eine Länge von rund 25 Minuten haben sollen, werden – wie im Theater üblich – in der Handlung Liebe, Krieg und Verrat nicht zu kurz kommen, versprach Worch-Rohweder. In den Pausen sollen die Zuschauer die Möglichkeiten bekommen, auch geschichtliche Exponate aus dem jeweiligen Zeitraum zu betrachten sowie den Salzsiedern über die Schulter zu schauen. „Wir wollen nicht nur die Theatertür aufmachen, die Leute setzen sich, sehen sich was an und gehen dann nach Hause“, soll die Veranstaltung nachhaltiger wirken.
Der Vorsitzende ist zuversichtlich, dass dieses „etwas größere Projekt“ mit viel Manpower der rund 30 Mitglieder seines kleinen Vereins zu einem Erfolg wird. Organisatorische Unterstützung hat die Stadt Soltau in Aussicht gestellt, zudem gibt es Hilfe unter anderem vom Förderverein „Saline Sülze“ um Gabriele Link. Finanziell hofft Worch-Rohweder werden sich die Festspiele durch den Kartenverkauf – 580 Zuschauer passen in die Reithalle – und Sponsoren tragen. Angedacht ist, dass die Festspiele in regelmäßigen Abständen stattfinden, wobei der Turnus noch fraglich ist.
Zur Premiere der Soltauer „SalzFestSpiele“ soll es eine öffentliche Generalprobe und vier weitere Aufführungen geben – Freitag und Sonnabend jeweils um 15 und 19 Uhr sowie am Sonntag um 15 Uhr. Der Vorverkauf soll zur Saisoneröffnung des Soltauer Salzmuseums am 1. Mai starten.

(rie)

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