Sportlichkeit komfortabel – der Porsche 911 Targa 4S bietet diese Kombination

Porsche 911 Targa 4S – Keine halben Sachen

18. Juni 2017

Porsche 911 Targa 4S – Keine halben Sachen Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.7


Walsrode. Wenn die Sonne auf deutsche Dächer scheint, ist kaum ein anderes Volk dieser Welt bereit, diese nicht abzuschirmen. Sie soll näher kommen, wenn nicht, kommen wir ihr näher. Dann öffnen sich die Dächer der Fahrzeuge wie auch die Kleidungsstücke, um die Haut zu treffen. Wenn dann schon von oben Vitamine auf die Haut kommen, dann sollen von hinten auch die lebensbejahenden Einheiten strömen. Am besten mit angemessener Lautstärke und dem richtigen Bums im Gepäck. Da gibt es dann schon nicht mehr ganz viel Auswahl auf dem Markt der Automobile. Ein Klassiker ist seit vielen Jahren der Porsche Targa, der zwar nicht ganz zu öffnen ist, aber immerhin so weit, dass die Insassen von der mittäglichen Sonneneinstrahlung partizipieren können. Auf Knopfdruck lässt sich eine ansehnliche Portion der Außenwelt in das Fahrzeug implantieren, ohne auf die Sicherheitsstatik des 911er Porsche zu verzichten.

Der Targa grenzt sich bewusst vom Cabrio ab und hat damit eine ansehnliche Schar von Fans hinter sich versammelt. Wird die Dachmechanik elektronisch bedient, öffnet sich der Porsche so weit, dass das Glasdach unter dem hinteren Dachsegment verschwindet. Ein Vorgang, der schneller vonstatten geht, als manch ein Fahrzeug braucht, um einen Lkw zu überholen. Ist der Idealzustand im Sinne des Fahrers eingestellt, kann die Reise für zwei Personen samt zwei Menschen minderer Größe auf den Notsitzen beginnen. Weder die Fondsitze noch das Gepäckabteil unter der Fronthaube lassen den Verdacht aufkommen, dass der Targa 4S im Segment der Nutzfahrzeuge nach neuen Klientel Ausschau hält. Es ist und bleibt ein Sportwagen, wobei der Fahrgenuss weniger in Geschwindigkeitsorgien auf der Autobahn zu suchen ist, als auf den Landstraßen mit den nötigen Kurven und der Möglichkeit, die Dynamik über die Elastizität auszuspielen. Wer von 80 bis 120 km/h nur knapp über zwei Sekunden braucht, muss sich vor keinem Überholmanöver scheuen, das risikolos erscheint.

Das offene Fahren ist übrigens für den Targa 4S eine willkommene Gelegenheit, die luftige Fortbewegung mit der angemessenen Sounduntermalung vorzunehmen. Die 420 PS aus den 6 Zylindern werden mit Hilfe der beiden Turbolader so perfekt über die Drehmomentkurve abgestimmt, dass es keine Turbolöcher gibt. Notfalls wird der Targa mit Allradantrieb 301 Stundenkilometer schnell, muss er aber gar nicht, denn der wahre Genuss liegt schon in der Kombination aus Beschleunigung, Sound und Fahrkomfort. Der Heckmotor lässt sich wie nahezu alle Porsche-Motoren mit einer „Krawalltaste“ in die Bass-Stimmlage versetzen, zudem können drei unterschiedliche Modi vorgewählt werden, in denen der Fahrer unterwegs sein will. Ob ökologisch, sportlich oder extrem sportlich, ist dem Fahrer überlassen. Er kann auch das 7-Gang-Getriebe im PDK-System über die Schaltwippen am Lenkrad bedienen, die sich unaufdringlich unter dem Lenkkranz befinden, wenn er noch weiter individualisieren will.

Porsche kommt mit dem Targa 4S den Fahrer mit einem hohen Maß an Grundsportlichkeit aber dem Wunsch nach komfortablem Fahren entgegen. Der Hersteller schafft mit dem Modell ein ausgereiftes Maß beider Ansprüche, wobei ein Zuffenhausener Modellsportler nun einmal nicht dafür gedacht ist, neue Verbrauchsbestwerte aufzustellen. Mag sein, dass er sich mit angegebenen 8 Liter Super Plus begnügt, dann bleiben aber alle typischen Attribute im Köcher, die einen Porsche auszeichnen. Im Test verlangte der Sportwagen 11,2 Liter. Er wird ja schließlich nicht gekauft, um als Verkehrsbehinderung unterwegs zu sein.

Kurt Sohnemann

Porsche 911 Targa 4S – Hubraum: 2.981 ccm – Zylinder: 6 Bi-Turbo – Leistung kW/PS: 309/420 bei U/min.: 6.500 – Max. Drehmoment: 500 Nm/1.700 – Höchstgeschwindigkeit: 301 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 4,0 sek. – Leergewicht: 1.675 kg – Zul. Gesamtgewicht: 2.040 kg – Gepäckraum: 120 Liter – Verbrauch (Test): 11,2 l/100 km – Luftwiderstandsbeiwert: 0,30 cW – Tankvolumen: 68 l – Kraftstoffart: Super Plus Heckmotor – CO2-Ausstoß: 184 g/km (WA) – Euro 6 Grundpreis: 136.053,50 Euro

Schlagworte:

, ,



Back to Top ↑