Foto: red

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Plastikdeckel können Leben retten

7. Oktober 2018

1.800 Impfungen für hilfsbedürftige Säuglinge und Kinder „ersammeln“

Unter dem Motto „Kleiner Dreh und große Hilfe“ sammelt der Verein „Deckel drauf“ Plastik-Deckel von PET-Flaschen, um damit Impfungen für Kinder gegen Polio finanzieren zu können. Die in Deutschland als „Kinderlähmung“ bezeichnete Krankheit gilt hierzulande als ausgerottet. Weltweit gibt es jedoch noch drei Länder, in denen Polio auftritt: Afghanistan, Pakistan und Nigeria. Die Ursache der Poliomyelitis, die Polioviren, können bisher nur durch Impfungen eingedämmt werden. Erkrankte Kinder können an den Folgen der Erkrankung sterben oder tragen schwere Hirnschäden oder Lähmungen davon.

Der Bomlitzer Marcel Borchert ist Aktionspartner der Organisation und erklärt: „Ohne finanziellen Aufwand kann hier jeder ganz einfach helfen: Für 500 Deckel von PET-Flaschen, Milch-Tetrapacks und anderen Getränken wird eine Polio-Impfung für hilfsbedürftige Kinder bereitgestellt.“ In Bomlitz hat er eine offizielle Annahmestelle, aber es gibt noch mehr Unterstützer im Heidekreis: „Neben dem Sportverein SG Bomlitz-Lönsheide, dem Heidekreis-Klinikum Walsrode, der Johanniter Unfall-Hilfe Schwarmstedt und Wipak Walsrode sind es auch örtliche Schulen, die die Arbeit unterstützen. Auch in privaten Haushalten wird viel gesammelt. Neben Kindern sind es viele Eltern und Großeltern, die das Projekt unterstützen“, freut sich Marcel Borchert und erklärt: „Aktuell sind schon zwei Kubikmeter an Deckeln zusammengekommen. Abgegeben werden können diese immer freitags ab 15 Uhr bei der Sporthalle der Grundschule Bomlitz und werden anschließend im Bomlitzer Waldstadion gesammelt. Von hier aus werden sie einem externen Verwerter zugeführt. Der Erlös wird zu 100 Prozent in Impfstoff, Transport und Applikation investiert. Anfallende Kosten für Werbung und Organisation werden ehrenamtlich oder über gesonderte Spenden abgedeckt.“ Ein einzelner Kunststoffdeckel wiegt durchschnittlich rund zwei Gramm. Folglich ergeben 500 Kunststoffdeckel etwa 1 Kilogramm Material. Der Erlös dieser Menge an Kunststoffdeckeln deckt die Kosten einer Impfdosis (Schluckimpfung), die laut der Organisation 50 US-Cent kostet.

Gesammelt werden können dabei nur Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen, Getränkekartons oder Quetschgetränken. Die Deckel dürfen nicht größer als 4 cm sein. Es dürfen keine Metalldeckel, Kronkorken, Weinkorken oder andere Fremdstoffe in die Sammlung gelangen. Aber warum sind die kleinen Deckel eigentlich so wertvoll? Sie bestehen aus den Kunststoffen HDPE oder PP. Diese Kunststoffmaterialien lassen sich gut recyceln. Deckel von Glasflaschen schützen diese vor einer Beschädigung des Gewindes und Verschmutzung. Um im Sinne des Umweltschutzes ein unnützes Aussortieren von beschädigten Flaschen zu vermeiden, sollten Kunststoffdeckel auf Glasflaschen verbleiben.

Auch Marcel Borchert sammelt weiter: „Unser Ziel sind acht Kubikmeter. Das sind rund 908.000 Deckel und entspricht 1.800 Impfungen. Jedes Mal, wenn wir einen Deckel abdrehen, wird uns so für kurze Zeit bewusst, wie gut es uns eigentlich geht und wie wenig wir unseren Wohlstand wertschätzen“, ergänzt der engagierte Botschafter der Aktion.

Informationen zur Aktion gibt es im Internet unter www.deckel-gegen-polio.de oder direkt bei Aktionspartner Marcel Borchert, Telefon (0160) 97213368.

(chi)

 

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