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Otersen will See retten

28. Juni 2015

Auf drei der sieben Oterser Seen wächst die „Kleine Wasserlinse“ – im Volksmund auch „Entengrütze“ genannt – und hat den Sauerstoff-Gehalt bereits unter den Grenzwert sinken lassen. Dadurch droht das „Umkippen“ des Sees und der Zusammenbruch des gesamten Teich-Ökosystems zumindest beim größten der sieben Seen an der Fährstraße.

In einer spontanen zweitägigen Säuberungsaktion der Dorf- und Vereinsgemeinschaft wurden jetzt 60 Kubikmeter Biomasse vom See geholt. Die sieben Oterser Seen sind aus einem alten Aller-Arm entstanden und prägen den westlichen Rand des Dorfes Otersen am Übergang zwischen Heide- und Geestlandschaft zur Aller-Niederung hin mit einer gesamten Wasserfläche von 57.000 Quadratmetern. Die Seen „blühten“ früher immer wieder mal für zehn bis 14 Tage und reinigten sich selbst – allerdings bei höheren Wasserständen und Wasserzufuhr durch Hochwasser der Aller. Nicolai Nowak und Dr. Said Yasseri vom Institut Dr. Nowak aus Ottersberg untersuchten kürzlich den größten Oterser See.

Erstes Ergebnis: „Der Sauerstoff­­­gehalt beträgt nur noch drei Milligramm pro Liter und damit weniger als für Fische erforderlich.“ Aufgrund der ernsthaften Bedrohung entschloss sich die Dorf- und Vereinsgemeinschaft Otersen zum sofortigen Handeln. An zwei Tagen wurde elf Stunden lang der See von 60 Kubikmeter „Kleine Wasserlinse“ befreit. Zwei Schlauchboote wurden vorsichtig auf dem See gerudert und mit einer 20 Meter langen Ölsperre wurden immer wieder Teilflächen des grünen Pflanzen-Teppichs zusammengezogen, komprimiert und zum Verladen an das Ufer gebracht. Am ersten Tag wurde die „Entengrütze“ noch mit viel Muskelkraft aus dem Wasser in eine Frontlader-Schaufel geschaufelt.

Bis zum nächsten Morgen baute Dieter Bergstedt dann kurzerhand eine spezielle „Schaufel“, die dann mit dem Teleskop­lader von Gerrit Klockmann den Verladevorgang vom Wasser auf die am Ufer stehenden landwirtschaftlichen Anhänger deutlich beschleunigte. Die größte Gefahr für den See war am Nachmittag gebannt. Etwa 95 Prozent des „grünen Teppichs“ waren von der Wasseroberfläche beseitigt. Zwei Tage später dann der Schock: Der See war wieder großflächig mit einer dünnen Schicht neuer „Kleiner Wasserlinse“ bedeckt.

Von den Fachleuten des Instituts Dr. Nowak wurden die Oterser Aktiven „für ihren großen Einsatz“ aber bewundert. Die Aktion sei auf jeden Fall ein Erfolg und konstruktiv für den See gewesen. Neben der Verhinderung eines gefährlichen Sauerstoff-Defizits wurde auch eine beträchtliche Menge an Biomasse und damit auch ein Teil des Nährstoffs Phosphat entfernt. Außerdem wäre beim Absterben der Wasserlinsen-Blüte im Wasserkörper zusätzlich viel Sauerstoff verbraucht worden, informierte Nicolai Nowak die Vereinsvertreter.

Bei einer zweiten Untersuchung stellten Dr. Said Yasserie und Nicolai Nowak einen Anstieg des Sauerstoffgehaltes auf sieben Milligramm pro Liter fest. Weitere Maßnahmen werden jetzt kurzfristig koordiniert, spätestens nach Vorlage aller Untersuchungsergebnisse und der Vorschläge für einen Maßnahmenplan.

(stl)



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