Ein echter Wolf im Schafspelz – der Opel Corsa OPC. Foto: so

Opel Corsa OPC – Kann die Großen das Fürchten lehren

28. Mai 2017

Opel Corsa OPC – Kann die Großen das Fürchten lehren Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.8


Walsrode. Natürlich lassen sich die vier Zylinder des Opel Corsa OPC nur mittels Knopfdruck auf die Powertaste aktivieren. Schließlich ist das kein gewöhnliches Auto. Der Corsa OPC ist das, was Insider eine Rennsemmel nennen – übersichtliche Ausmaße aber Energie im Überfluss.

Ein Sound, der nicht einmal wie Donnerhall klingt, belässt den Corsa OPC bei allem Understatement erst einmal in seinen Gefilden, aus denen die gesamte Serie kommt. Er ist nun einmal ein Kleinwagen. Aber dann kommt es ganz stark aufgetragen für die Mitbewerber um schnelle Fahrzeuge auf der Autobahn. Wer den Gasfuß richtig dosiert, kann Spaß erleben, den er in einem unverfälschten Sportwagen nicht hat. Statt der Ansage an die Insassen: „Ich glaube, ich muss Platz machen, hinter mir kommt ein Sportwagen“, fällt eher der Satz: „Der Kleinwagen ist ja immer noch hinter mir, obwohl ich schon über 200 km/h schnell bin.“

Dafür hat der schnelle Opel das Rüstzeug unter der Haube. Durch die Turbo-Aufladung kompensiert der OPC das relativ bescheidene Drehmoment von 245 Newtonmetern und erreicht durch das Overboost sogar kurzfristig 280 Newtonmeter. Dadurch lassen sich Spitzengeschwindigkeiten von 230 km/h erreichen, die nicht gequält auf dem Motor kommen. Er vermittelt auch bei hohem Tempo nicht das Gefühl, er würde keine Elastizität mehr haben. Erstaunlich, dass für die 207 Pferdestärken nur 1,6 Liter Hubraum nötig sind. Damit die Fahrt im Opel Corsa OPC nicht zu einem Risiko wird, haben die Rüsselsheimer das Fahrwerk so gebaut, dass es auch auf Rennstrecken die Belastungen aushält und in den Kurven eine sehr gute Stabilität bietet. Wer dann mal in die Bremsen tritt, erkennt sofort die überdimensionierten Backen, die auf die Scheiben greifen.

Damit holt Opel alles aus dem Köcher, was einem sportlichen Fahrer wichtig ist. Es muss wohl nicht unbedingt erwähnt werden, dass der Corsa OPC über hervorragenden Sitzkomfort mit ausgeprägter Seitenführung auftrumpfen kann, weil es Opel nun einmal meisterhaft versteht, den Insassen ein perfektes Sitzmöbel für lange Reisen mitzugeben. Das präzise 6-Gang-Getriebe muss auf jeden Fall permanent bedient werden, soll der Leistungsschluss optimal eingehalten werden, denn dann erreicht der Corsa OPC die sportlichsten Werte. Selbstverständlich können solchen Leistungen nicht mit den gleichen Einsatzmitteln erreicht werden, wie sie für moderate Fahrzeuge üblich sind. Wer dem Leistungssportler mehr als nur leichten Trab entlocken will, muss schon hin und wieder beim Tankwart vorbeischauen. 9,1 Liter Super Plus waren das Bedürfnis des Fahrzeugs bei den Testfahrten.

Wer sich darüber aufregen möchte, sollte lieber gleich den Corsa mit einem kleineren Aggregat nehmen, dann ist das Fahrzeug sparwillig. Aber wer einen Corsa OPC in der Garage stehen hat, will seinen uneingeschränkten Spaß haben. Opel hat sich auch dem üblichen Spiel der Automobilindustrie angeschlossen, eine riesige Liste erhältlicher Extras zu drucken. Trotzdem ist der Corsa OPC aber ausreichend ausgestattet, um uneingeschränkt Spaß zuzulassen, zumal Sportlichkeit keine Gimmiks für Softies abverlangt. Die 24.790 Euro sind für das Leistungsvolumen ein durchaus fairer Preis. Das Fahrzeug sollte sich als ausschließlicher 3-Türer überwiegend an Singles oder an Paarhaushalte richten.

Kurt Sohnemann

Opel Corsa OPC – Hubraum: 1.598 ccm – Zylinder: 4 Reihe – Leistung kW/PS: 152/207 bei 5.800 U/min. – Max. Drehmoment: 245-280 Nm bei 1.900 U/min. – Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 6,8 sek. – Leergewicht: 1.293 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.670 kg – Gepäckraum: 280-1.090 Liter – Verbrauch (Test): 9,1 l/100 km – Tankinhalt: 45 Liter – Kraftstoffart: Super Plus – CO2-Ausstoß: 174 g/km (WA) – Euro 6 – Effizienzklasse: F – Grundpreis: 24.790 Euro

 

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