Foto: Opel

Opel Astra

11. Oktober 2015

Anleihen aus der Oberklasse

Gern erinnert man sich bei Opel der Zeiten, als der Kadett noch Nase an Nase mit dem VW Golf um die Vorherrschaft in Deutschland kämpfte. Diese Rivalität soll nach Wunsch der Rüsselsheimer wiederkehren – lieber heute als morgen. Die Grundlagen dafür sind gelegt, denn der neue Opel Astra ist besser als je zu vor.

Anleihen aus der Oberklasse und ein paar Details, die bei anderen Fahrzeugen vergeblich gesucht werden, sollen den entscheidenden Kick zugunsten des flotten Kompaktfahrzeugs geben. In der Retrospektive erinnert Marketingchef Jürgen Keller gern an den ersten Kadett, der 1936 auf den Markt kam, 100 km/h schnell war und die Automobilfans begeisterte.

Nicht anders soll es jetzt mit dem Astra der fünften Generation gehen – so jedenfalls das Wunschdenken in Rüsselsheim. Die Weichen sind optisch und technisch gestellt – und der neue Astra ist auch wesentlich schneller als der Urtyp aus den Vorkriegsjahren. Von 95 bis 200 PS reicht die Bandbreite unter der Haube, von einem Liter Hubraum bis hin zu 1,6 Liter sind vorhanden, um die Kraft aus der neuen Motorengeneration zu schöpfen.

Dass Opel wieder auf dem Weg in eine Spitzenposition ist, beweisen die Zulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamtes. Teilweise liegen die Zugewinne im hohen zweistelligen Prozentbereich. Die Nummer zwei im deutschen Kompaktwagensegment, der Opel Astra, wird das seinige hinzusteuern, da sind sich nicht nur die Opel-Verantwortlichen sicher.

Diese Zuversicht wird nicht nur durch das gelungene Design genährt. Chefdesigner Uwe Müller lief während der Präsentation nahezu ununterbrochen mit einem Lächeln im Gesicht durch die Räume. Angesichts der Lobeshymnen von allen Seiten, war das auch kein Wunder.

Der Astra ist zwar kürzer geworden, bietet aber durch einen längeren Radstand wesentlich mehr Innenraum für Mensch und Gepäck. Einen ganz dicken Lorbeerkranz dürfen sich die Designer für die Neugestaltung des Innenraums aufsetzen. Statt der Vielfalt an Knöpfen und Schaltern, beherrscht jetzt Übersichtlichkeit den Pilotenplatz. Eine Folge der Integration moderner Kommunikationstechnik in das System.

Alle wichtigen Funktionen können primär bedient werden, alle anderen über Untermenüs. Wer es möchte, kann auch das neue Opel Onstar-System ordern. Damit programmiert die nette Dame in der Servicestation sogar die Route ins Navigationssystem ein. Natürlich ist Onstar auch eine wichtige Hilfe bei Unfällen oder Pannen.

Die Konstrukteure haben für den neuen Astra selbstverständlich auch mehr entwickelt, als die neuen Motoren. Eifrig haben sie an der Gewichtseinsparung getüftelt. Mittels leichter Werkstoffe ist der Astra sogar steifiger geworden und hat dabei an Lebendgewicht von bis zu 200 Kilogramm eingebüßt – eine Diät, die sich sehen lassen kann. Die ersten Testkilometer bestätigten die gestiegene Dynamik der Motoren.

Das lässt sich vom 150 PS Benziner ebenso sagen, wie vom 136 PS starken Diesel und dem derzeitigen Spitzenmodell mit dem 200 PS Ottomotor. Alle übrigen Motoren werden folgen, wie auch der Sportstourer, der beim Opel Astra einen wesentlichen Anteil an den Zulassungen haben wird. Bereits ab 17.260 Euro wird der neue Astra zu haben sein. Da dieser aber nahezu ohne Komfortzutaten auskommen muss, wird er sicherlich seine Strahlkraft nur in der Preisliste haben.

22.560 Euro sind für den 1.4 Liter Benziner mit 150 PS fällig, dem der größte Anteil der Zulassungen unter den Modellen mit Ottomotoren beigemessen wird. Im Preis enthalten sind dann auch schon solche technischen Errungenschaften wie Reifendruck-Kontrollsystem, Radio mit Intelli-Link und 7-Zoll-Touchscreen-Bildschirm oder Parkpilot, Klimaanlage, Tempomat und Lenkradfernbedienung. Ein ganz großes Lob gilt den Technikern für die Integration des intelligenten Matrix-Lichtsystems. Dieses erübrigt ein Schalten von Fahr- und Fernlicht.

Es sorgt automatisch für eine maximale Lichtausbeute, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. Der Unterschied zu herkömmlichen Beleuchtungssystemen ist gravierend. Das System ist allerdings mit Aufpreis behaftet, wie auch die Massagesitze, die in der Astra-Klasse zu haben sind. Die Autofahrer dürfen sich auf dieses Wochenende freuen, denn jetzt wird der neue Astra bei den Händlern vorgestellt. Wer auf Tuchfühlung geht, wird diesen Schritt nicht bereuen.

Kurt Sohnemann

Daten:  Opel Astra 1.4 Ecotec 150 PS – 5-Türer – Hubraum: 1.399 ccm – Zylinder: 4 Reihe Turbo – Leistung kW/PS: 110/150 bei U/min.: 5.600 – Max. Drehmoment: 245 Nm/2.000 U/min. – Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 8,5 Sek. – Leergewicht: 1.278 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.820 kg – Tankvolumen: 47 Liter – Gepäckraumvolumen: 370-1.210 Liter – Anhängelast gebr.: 1.450 kg – Kraftstoffart: Benzin – Verbrauch (WA): 5,1 l/100 km – CO2/km-Ausstoß (WA): 117 – Effizienzklasse B – Grundpreis: 22.560 Euro

 

Schlagworte:




Back to Top ↑