Olympische Spiele in Hamburg – Wie hätten Sie entschieden?

6. Dezember 2015

Die Olympia-Befürworter haben das Referendum in Hamburg verloren. 
Nach Auszählung aller abgegebenen Stimmen lagen die Gegner mit 51,6 zu 48,4 Prozent vorn. Hamburg wird damit auf eine Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 verzichten. Zwar stimmten die Menschen in Kiel mit großer Mehrheit (65,57 Prozent) für Segel-Wettbewerbe auf der Förde, das ändert jedoch nichts an der Entscheidung. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) räumte die Niederlage der Befürworter ein. „Das ist eine Entscheidung, die wir uns nicht gewünscht haben. Sie ist aber klar“, sagte Scholz.
Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, zeigte sich enttäuscht über das Ergebnis. „Für Sportdeutschland stellt der heutige Tag einen herben Rückschlag und Tiefschlag dar“, sagte Hörmann. Das Ergebnis sei sehr stark den Rahmenbedingungen geschuldet. Während der mehrwöchigen Abstimmung dominierten die Flüchtlingskrise, der Fifa-Skandal, die DFB-Affäre und zuletzt die Terrorakte in Paris mit abgesagten Länderspielen auch in Deutschland das öffentliche Leben. Auch das Internationale Olympische Komitee bedauerte den Ausgang der Abstimmung.
Die Olympia-Gegner hatten vor dem Referendum vor allem vor sozialen Nachteilen für Teile der Bevölkerung und vor den hohen Kosten Olympischer Spiele gewarnt. „Wir haben einen Stimmungswandel in der Stadt bemerkt”, sagte Florian Kasiske aus dem Lager der Initiative „NOlympia“. „Die Menschen sehen, dass es Aufgaben gibt, wo das Geld besser angelegt ist.“

Ich hätte auch dagegen entschieden, weil es letztendlich nur auf Kommerz ausläuft. Da gerät der Sport massiv in den Hintergrund. Olympia wäre teurer als geplant geworden, wie zum Beispiel die Elb-Philharmonie. Und auch in Kiel die Hafenanlage müsste erneuert und darauf abgestimmt werden. In der heutigen Zeit mit dem Terror besteht eine gewisse Gefahr für die Teilnehmer und Gäste. Olympia wäre auf jeden Fall ein Tourismus-Magnet geworden und für Gastronomie und Vermieter von Vorteil, aber die Nachteile überwiegen – Heinz Sievers aus Walsrode

Heinz-Sievers

Ich hätte genauso entschieden. Das Hauptargument sind die Kostenvorstel-lungen. Das wäre nicht aufgegangen, sondern teurer geworden, wie die Elb-Philharmonie oder der Berliner Flughafen. Das sind alles Fehlschläge – alles wurde teurer als erwartet und das Zulasten der Steuerzahler. Das Geld könnte man sinnvoller ausgeben. Die Infrastruktur verbessern kann man auch anders. Bis jetzt hatte man durch eine Olympiade noch keine Vorteile. Für den Tourismus hätte es nur eine Zeitlang etwas gebracht und die 3.000 Sozialwohnungen die entstehen sollten, wären nicht bezahlbar – Lori und Willi Schwarz aus Bomlitz

Lori-u.-Willi-Schwarz

Ich hätte die Spiele auch nicht zugelassen. Es wird einfach zu teuer und bringt der Stadt nur im Moment etwas, aber was ist später? Die Stadien würden nicht mehr genutzt werden, wie in anderen Ländern auch. Auf der anderen Seite hat sich Deutschland gegen den IS engagiert und das wäre ein gefundenes Fressen für geplante Anschläge – viele Menschen auf einmal. Es wäre fahrlässig, bei den drohenden Anschlägen die Spiele stattfinden zu lassen, wenn man weiß, dass man im Zielfernrohr der Attentäter steht – Verena Strechel mit Tayler aus Walsrode

 

Verena-Strechel

Ich wäre ganz klar gegen die Olympischen Spiele. Das Geld könnte man für sinnvollere Dinge einsetzen und wird jetzt auch an anderer Stelle eingesetzt. Den Terror haben wir sowieso. Es wird nicht besser und durch unseren Kriegseinsatz provozieren wir. Hamburg ist schon schön genug. Es wäre etwas für die Reichen, nicht für Menschen, die Hilfe benötigen. Ich würde das Geld an anderer Stellen ausgeben. Wir müssen uns nicht mit elitärem Sport beweihräuchern – Jürgen Marunde aus Benefeld

Juergen-Marunde


Ich wäre für die Spiele in Hamburg. Es wäre mal wieder an der Zeit, dass hier etwas stattfindet. Bis 2022 haben wir auch den IS im Griff. Es sind noch sieben Jahre. Es wäre für die Infrastruktur und den Tourismus gut gewesen und hätte Geld ins Land gebracht. Es gibt zwar auch Kosten und mit den Jahren wird alles teuerer, aber man muss positiv denken, denn das Geld wäre wieder reingekommen. Die Entscheidung 48 zu 52 Prozent, ist ein knappes Ergebnis. Wir sind kein Land der Nein-Sager. Die WM hier bei uns war doch auch sehr schön – Uschi Dey aus Walsrode

Uschi-Dey


Die Angst vor Anschlägen ist da und auch die Gefahr, dass es teurer würde und Steuergelder verschwendet würden. Man weiß nicht was kommt. Die jetzige Zukunft ist ungewiss, ob der Terror nachlässt oder schlimmer wird. Es ist schlimm, dass man sich so unterdrücken lässt. Es wäre andererseits sehr schön, wenn die Olympischen Spiele hier stattgefunden hätten. Der Tourismus wäre angekurbelt worden und ein Feeling, wie bei der WM, käme wieder hoch. Ebenso wären neue Arbeitsplätze entstanden. Das Interesse wäre da – Birgit Fritzsche und Miriam Krämer aus Walsrode

Birgit-Fritzsche-u.-Miriam-Kraemer

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