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Ödipus auf Walsroder Bühne

15. Februar 2015

Klassiker vom a.gon Theater München unter Mitwirkung Walsroder Gymnasiasten.

Der Klassiker Ödipus von Sophokles wird am kommenden Freitag, 20. Februar, in der Walsroder Stadthalle gespielt. In das Drama eingebunden sind erstmals auch Schüler und Schülerinnen der Theater AG des Walsroder Gymnasiums. Sie stehen mit Oliver Severin, Nicole Spiekermann, Michael Althauser und anderen Schauspielern des a.gon Theaters München gemeinsam auf der Bühne. Regie führt Stefan Zimmermann, wenn das Stück ab 20 Uhr für etwa zwei Stunden die Besucher in Atem hält.

Theben, etwa 1.250 vor Christus: König Laios und seiner Frau Iokaste wird vom Orakel weisgesagt, es werde ihnen ein Sohn geboren, der den Vater töten und die Mutter heiraten werde. Als Iokaste dann einen Sohn zur Welt bringt, beschließen sie, das Kind zu töten. Iokaste übergibt den Säugling einem Hirten, der ihn mit gebundenen Füßen im Wald aussetzen soll. Dieser jedoch hat Mitleid und gibt das Kind einem Mann, der in den Diensten des Königs von Korinth steht. Der König nimmt den Kleinen als Sohn an und nennt ihn Ödipus. Durch das Orakel von Delphi erfährt Ödipus von seiner Bestimmung, den Vater zu töten und die Mutter zu heiraten.

Er flieht aus Korinth, um weit weg von seinen vermeintlichen Eltern zu sein. Unterwegs gerät er in heftigen Streit mit einem alten Mann. Er erschlägt ihn, nicht ahnend, dass dies Laios, sein Vater war. Der Weg führt ihn nach Theben, wo er die Sphinx besiegt und die Stadt von deren Terror befreit. Zum Lohn machen ihn Thebens Bürger zum König und geben ihm Iokaste zur Frau. Eine Weile geht alles gut, doch dann wütet die Pest in Theben.

Der Seher Teiresias enthüllt, dass die Pest die Strafe für das von Ödipus begangene doppelte Verbrechen des Vatermordes und des Inzests sei. Voller Verzweiflung erkennen Ödipus und Iokaste, dass die Weissagung sich trotz all ihrer Gegenwehr erfüllt hat. Sie suchen nach Sühne… Sophokles war der Sohn eines wohlhabenden Waffenfabrikanten und bekleidete mehrmals hohe Staatsämter, z.B. als Stratege und als Schatzmeister des Seebundes. Zudem war er Priester des Asklepios, des Gottes der Heilkunde. 468 v. Chr. siegte er zum ersten Mal als Tragödiendichter, in der Folge noch weitere 18 Mal.

Er führte den dritten Schauspieler ein und erhöhte die Zahl der Chormitglieder von 12 auf 15. Dem Chor übertrug Sophokles auch die Aufgabe, das Geschehen auf der Bühne zu deuten und zu kommentieren. Außerdem stammt von Sophokles die Erfindung der Bühnenmalerei. Er entwickelte die „analytische Tragödie“, die das Geschehen vom Ende her aufrollt, und stellte das nach Wahrheit und Selbsterkenntnis suchende Individuum in den Mittelpunkt. Von seinen über 100 Tragödien sind sieben erhalten: Antigone, König Ödipus, Elektra, Ödipus auf Kolonos, Ajax, Die Trachinierinnen und Philoktetes.

Eintrittskarten im Ticket-Center der Walsroder-Zeitung und des Wochenspiegel am Sonntag, der Buchhandlung Raufeisen, Bad Fallingbostel, der TriBuehne und an der Abendkasse.

(so)

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