Nutzen Sie noch das herkömmliche Fernsehprogramm? Wenn ja, was gucken Sie so?

1. September 2019

Nichts beruhigt die öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehmacher wie ein Blick in die Statistik.

Weil damit die Bedeutung der linear ausgestrahlten Programme gestärkt und nicht gemindert wird. In der jährlichen Untersuchung „Tendenzen im Zuschauerverhalten“ zeigt sich, dass die viel gepriesenen Streamingdienste mit ihren sagenhaften, horizontal erzählten Serien eigentlich eine Marginalie in der Nutzung sind. Eine Umfrage aus dem November 2018 hat den weitesten Nutzerkreis der diversen Streamingportale ermittelt.

Nach der großzügigen Definition – Nutzer ist, wer wenigstens einmal in vergangen Jahr einen solchen Dienst für den Abruf von Filmen oder Serien genutzt hat – verfügt Amazon mit vier Prozent der Bevölkerung über den größten Nutzerkreis. Netflix und Maxdome wurden von jeweils zwei Prozent in Anspruch genommen. Die Statistik spricht deswegen von einer „marginalen Nutzung“ und davon, dass „der Status quo noch viel Raum für Entwicklungen im Segment Video-on-Demand lässt“.
Unverändert überwiegt die Präferenz für das klassische, lineare Fernsehen. Mit durchschnittlich 223 Minuten täglich ist der individuelle Konsum um zwei Minuten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Zuwachs wird mit dem Zuwachs an digitalen Empfangsgeräten begründet – 87 Prozent der Haushalte verfügen darüber –, womit eine höhere Zahl an empfangbaren Programmen einhergeht. Erstaunlich sind die verschiedenen Merkmale bei der Fernsehnutzung. Frauen (ab 14 Jahren) sehen täglich 248 Minuten, Männer kommen auf 226 Minuten. Im Osten laufen die Apparate mit 269 Minuten deutlich länger als im Westen mit 211 Minuten. Weiterhin wird in Großstädten mehr ferngesehen als in ländlichen Gebieten, auch hängt die Fernsehnutzung eng mit der formalen Bildung zusammen: je höher der Abschluss, desto geringer die Fernsehdauer: Volks-/Hauptschule 273 Minuten, Abitur/Hochschule 169 Minuten.

Das Niedersachsen-Programm auf N3 ist interessant. Es betrifft unter anderem unsere Region. Sonst gucken wir nicht viel Fernsehen, sondern hören meistens Radio NDR 1. Wir haben auch keine weiteren Einrichtungen oder Ergänzungen am Fernseher. Nur die Nachrichten gucken wir um 16 und 19 Uhr auf ZDF. Früher haben wir schon mal Unterhaltungsshows geguckt, jetzt nicht mehr. Uns ist die Zeit zu kostbar! Wir haben einen großen Garten und reisen viel umher. Da hat man nicht das Bedürfnis fernzusehen und auch nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Alles Wichtige erfährt man aus dem Radio – Ursula Alisch aus Walsrode

Die Kinder, 9, 4 und 2 Jahre alt, dürfen schon einmal am Tag „Baby-TV“ oder auf Super RTL „Tom und Jerry“ sehen. Das gehört für Kinder dazu und man sollte nicht alles verbieten. Ich selbst gucke selten Fernsehen. Wir haben gerade ein Haus gekauft und wenig Zeit dazu. Wenn, dann gucken wir gerne auf Sky Polizeiserien wie zum Beispiel „The Rookie“. Mittlerweile ist das Fernsehen zu langweilig geworden. Es laufen nur noch Serien oder „Harz IV“-Sendungen wie „Berlin bei Tag und Nacht“. Ich würde mich für kein Geld dafür hergeben – Franziska Caria mit Paolo Juri aus Düshorn

Ich gucke immer auf RTL die Sendungen „Köln“ und anschließend „Berlin“. Die darf ich nicht versäumen, die sind sehr gut! Ich bin Rentnerin und gucke immer gern, wenn ich mit der Hausarbeit fertig bin. „Köln“ ist eine schöne Familiensendung mit Herz. Wir haben noch eine Fernsehzeitung, zappen aber gerne mal die Kanäle durch. Mit dem Programm sind wir uns meistens einig, haben aber mehrere Fernseher. Ansonsten kann ich noch bei meiner Tochter gucken, die wohnt nebenan und liebt die gleichen Sendungen wie ich – Christa und Siegfried Töpfer aus Bad Fallingbostel

Wir hatten mal Netflix, das ist ähnlich wie Amazon Prime. Doch das hatte sich nicht gelohnt, weil wir zu selten geguckt haben und wir sind aufs „normale“ Fernsehen umgestiegen. Da wir viel unterwegs und draußen sind, reicht es. Der Junior guckt einmal am Tag eine Stunde den Kinderkanal. Wir selbst lieben Serien wie „Game of Thrones“. Wir haben keine Fernsehzeitung. Wenn wir wissen wollen, was läuft, gucke ich bei meinen Eltern rein oder gehe ins Internet. Wenn, dann gucken wir abends ein bis zwei Stunden. Am Tag gar nicht, nur wenn der Kleine im Bett ist – Jennifer Poppe mit Ben aus Altenboitzen

Ich nutze oft Netflix oder Sixx. Die meiste Zeit bin ich als Realschullehrerin in einer Heilpädagogischen Schule tätig. Ich kümmere mich in meiner Freizeit um meine Tiere – Hunde und Pferd. Außerdem spiele ich beim Plattdeutschen Theater in Visselhövede mit und habe abends oft Probe. Sollte ich dennoch mal Zeit zum Fernsehen gucken haben, schaue ich wie andere auch „Super Doc“ oder „Pferdeprofis“ – Theresa Gerke aus Visselhövede

Ich gucke eh nur Sport und zwar Tennis und Tischtennis. Doch das wird wenig im Fernsehen gezeigt. Aber auch anderer Sport wie Fußball und Handball interessiert mich. Ich habe einen extra Fernsehraum, damit meine Frau ihre Sendungen gucken kann. Ich habe einen riesigen Bildschirm. Es ist fast so, als wäre man live dabei. Aber ich habe kein extra Programm, das man bezahlen muss. Beim Sender Sky-HD-News ist alles dabei und die Beiträge werden ständig wiederholt. Da verpasst man nichts und ist immer auf den neusten Stand. Ich gucke erst ab 20 Uhr die Tagesschau, dann geht es los. Bei dem schönen Wetter sitze ich nicht am Tag vor dem Gerät – Jürgen Hallmann aus Krelingen

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