Nutzen Sie die verkaufsoffenen Sonntage?

29. März 2015

Ist der Sonntag im christlich geprägten Deutschland noch ein heiliger Tag? 

Ja, aber mit Ausnahmen – so beantworten die Ladenschlussgesetze der Länder diese Frage. Und so sieht es auch jeder zweite Bundesbürger, wie eine Umfrage der Marktforschungsgesellschaft GfK ergab. Wobei die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage in der Umfrage umstritten ist.

An vier Sonntagen im Jahr dürfen die Läden in den meisten Bundesländern geöffnet werden, häufigeres Sonntags-Shopping gibt es dagegen in Brandenburg und in Berlin. Diese bestehende Regelung halten 31,5 Prozent der Deutschen für angemessen, 18,5 Prozent wünschen sich dagegen noch häufigere Ausnahmen von der Regel der allgemeinen Sonntagsruhe, die im Grundgesetz und der Weimarer Reichsverfassung verankert ist. Das Lager derjenigen, die das Verkaufsverbot am Sonntag komplett aufheben wollen, ist mit 27,7 Prozent deutlich größer als das seiner strikten Verfechter (20,2 Prozent).

Dass die Einstellung zum Sonntagseinkauf auch mit der Zugehörigkeit zu einer Kirche zu tun haben dürfte, zeigt die regionale Verteilung: Während sich mehr als jeder dritte Ostdeutsche für eine freie Ladenöffnung am Sonntag ausspricht, tut das im – von stärkerer Kirchenzugehörigkeit geprägten – Westen nur jeder Vierte. Noch deutlicher wird das Meinungsbild bei den Antworten auf die Frage, ob die Deutschen selbst verkaufsoffene Sonntage nutzen. Dabei zeigt sich ein Lager von 37 Prozent, die von sich behaupten, sonntags nie einzukaufen. Die Hälfte von ihnen bleibt den Innenstädten am Tag des Herrn aus Überzeugung fern: Sie sprechen sich für ein Verbot des Sonntagsverkaufs aus. Insgesamt aber scheint diese Position auf dem Rückzug zu sein. So wurde zuletzt unter anderem in Hamburg darüber gestritten, ob die Geschäfte an einzelnen Adventssonntagen öffnen dürfen.

Ich gehe gerne zu verkaufsoffenen Sonntagen. Man hat Zeit in Ruhe zum Bummeln und Gucken. In der Woche gibt es oft viele andere Termine. Es geht dann am Sonntag nach dem Frühstück los. Meistens sind es Gelegenheitskäufe, bei denen man spontan zuschlägt. Verkaufsoffene Sonntage könnte es ruhig öfters geben, dann würde ich jeden Sonntag, mal mit der Familie, mal mit Freund, mal mit der Freundin einkaufen gehen. Man freut sich definitiv über Prozente oder kleine Giveaways. Für die Kauflandschaft ist es auch wichtig. Ich bummel auch gerne, ohne etwas zu kaufen und meistens geht man dann noch ein Eis essen – Nele Qual aus Schwarmstedt

Nele-Qual

 

Eigentlich nutzen wir die verkaufsoffenen Sonntage weniger. Ich bin lieber in der Natur, wenn ich mal frei habe. Wir gehen schon mal über den Jahrmarkt, aber sonst mögen wir den Rummel am verkaufsoffene Sonntag weniger. Was wir brauchen, kaufen wir in der Woche. Wir machen auch keine extra Einkaufstour – nur wenn etwas unbedingt gebraucht wird. Der verkaufsoffene Sonntag hat zwei Seiten. Auf der einen wollen die Verkäuferinnen frei haben, andererseits wird mehr Umsatz gemacht. Die Leute haben mehr Zeit und das Geld wird leichter ausgegeben, da die Stimmung besser ist – Manfred Brandenburg aus Walsrode

Manfred-Brandenburg

Zum verkaufsoffenen Sonntag gehen wir gerne los, da gerade sonntags allgemein nie viel in Walsrode los ist. So nutzt man gerne den Tag und guckt mal in die Geschäfte rein. Ich würde es schön finden, wenn es häufiger den verkaufsoffenen Sonntag geben würde. Denn in der Woche hat man wenig Zeit und muss arbeiten. Wir fahren auch gerne in andere Städte oder zum Jahrmarkt, eben dahin, wo etwas los ist. Dadurch werden auch die regionalen Geschäfte unterstützt. Man kauft vor Ort. Ab und an muss ich auch sonntags arbeiten, das ist dann aber auf freiwilliger Basis und für mich okay – Terrie Daffern aus Walsrode

Terrie-Daffern

Ich bin alleinerziehend mit drei Kindern. Da ist es schwierig, überhaupt mal bummeln zu gehen. Da gehe ich lieber los, wenn die Kinder in der Schule sind. Bei den Kindern ist das Interesse einfach zu unterschiedlich. Sie haben ihr Taschengeld und dürfen es ausgeben, wofür sie wollen. Meistens kaufen sie Süßigkeiten. Der Sonntag ist für Familienaktionen da, wie spazieren gehen mit dem Hund. Für die Verkäufer ist der verkaufsoffene Sonntag ein Arbeitstag, sie haben kein richtiges Wochenende. Ich muss auch nicht bis 22 Uhr einkaufen gehen. Man gibt nicht mehr Geld aus – Alexandra Hofacker aus Klein Häuslingen.

Alexandra-Hofacker

Dafür fahren wir nicht extra los. Wir kaufen in der Woche alles, was wir brauchen. Daher brauchen wir den verkaufsoffenen Sonntag nicht zum Bummeln. Wir gehen überhaupt nicht gerne auf Märkte, da wir den Rummel nicht mögen. Wir nutzen den Sonntag lieber, um im Wald und der Natur spazieren zu gehen. Für die Geschäfte ist solch ein Tag schon wichtig, aber nicht für das Personal. Das möchte auch mal das Wochenende mit der Familie verbringen. Das Geld werden wir auch in der Woche los. So sehe ich es – Heinrich Dierks-Söhnholz aus Stöcken    

Heinrich-Dierks-Soehnholz

An den Tagen stehe ich meistens selbst im Geschäft. Wir sind drei Mitarbeiter und je nachdem, welche Aktion geplant ist, teilen wir uns auf und stehen für eine intensive Beratung bereit. Meistens gehen wir eher durch Zufall, zum Beispiel in Soltau, zum verkaufsoffenen Sonntag oder zum Stadtfest. Dann bummelt man gerne mal über den Markt. Es ist aber auch stark wetterabhängig. Bei Regen macht das Bummeln keinen Spaß. Wenn sonntags die Geschäfte geöffnet haben, kauft man gerne mal ein. Denn in der Woche kommt man nicht dazu, wenn man berufstätig ist – Christine Wulf aus Visselhövede

 

Christine-Wulf

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