Foto: Kurt Sohnemann

Nissan Leaf mit eindrucksvoller Elektropower

10. Mai 2020

Nissan Leaf mit eindrucksvoller Elektropower Thomas Riese
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.8


Stärken des japanischen Familienfahrzeugs liegen vor allem im Kurz- und Mittelstreckenverkehr

Sicherlich wird es in absehbarer Zukunft nicht nur eine Antriebsquelle geben. Zu den Verbrennungsmotoren haben sich in den vergangenen Monaten einige Kombinationen mit zusätzlicher Kraft von außen gesellt. Diese Hybrid-Fahrzeuge gewinnen zunehmend mehr Anteil, wie auch die Automobile, die ausschließlich mit Elektroantrieb über die Straßen rollen. Nach und nach haben die Hersteller das größte Manko in den Griff bekommen, nämlich die zumeist fehlende Reichweite. Nissan war einer der ersten Automobilproduzenten, der mit dem Modell Leaf ein neues Kapitel der modernen Mobilität aufschlug und hat den Leaf jetzt noch einmal nachgebessert.
Der Leaf ist ein klassisches Familienfahrzeug mit fünf annehmbar eingerichteten Sitzplätzen und zwei unterschiedliche Elektromotoren. Wer sich mit einer umgerechneten Leistung von 150 PS zufrieden gibt, bekommt ihn schon für 36.800 Euro (ohne Zuschüsse). Das Testfahrzeug ist mit 217 PS ausgestattet und stellt sich entsprechend agil vor. Die beste Ausstattungslinie tut ihr übriges zum Wohlgefühl dazu. Wer seinen rechten Fuß nicht im Griff hat, kann sich schon das eine oder andere Mal überraschen lassen, wenn der Leaf nach vorn schnellt, als gäbe es einen Beschleunigungsrekord zu brechen. Nun hat Nissan aber dafür gesorgt, dass diese Eigenart in gut dosierter Form bleibt, wenn man eine einfach zu bedienende Taste drückt. Dann agiert der Leaf merklich verhaltener. Kommt dann noch die Maßgabe vom Fahrer per Knopfdruck dazu, sich ökologisch zu bewegen, stellt sich eine mediterrane Gelassenheit bei Fahrzeug und Fahrer ein. Dann ist Genuss pur angesagt.
Ehemals berechtigte Bedenken hinsichtlich des Strom-Zapfsäulennetzes gehören mittlerweile der Vergangenheit an. Nahezu jede kleine und mittelgroße Stadt verfügt über mehrere Säulen, die mit dem entsprechenden Adapter genutzt werden können. Der Leaf kann mit einem Schnellladekabel ebenso gespeist werden, wie über die Hausstromversorgung. Für letztere Lösung installiert Nissan auf Wunsch eine Wallbox, um komfortabler zu agieren. Im Testbetrieb ließ sich die Batterie über Nacht mit Hausstrom nahezu komplett laden, wer unterwegs ist, sollte eine Stunde Pause nach etwa 300 Kilometern einplanen. Offen gestanden ist der Leaf aber eher ein Fahrzeug für den Kurz- und Mittelstreckenverkehr. Hier liegen die absoluten Stärken des Leaf, der bei kontinuierlichem Stadtverkehr eine Reichweite von über 500 Kilometern hat.
Die einfache Handhabung des Fahrens und Stromtankens lässt keine Fragezeichen aufkommen. Der Leaf surrt nahezu lautlos durch die Straßen und gibt den Insassen die Möglichkeit, die Bose-Musikanlage von den tiefsten bis zu den höchsten Tönen zu genießen. Während der Fahrt wird der Fahrer auf angenehme Weise durch einen intelligenten adaptiven Geschwindigkeits- und Abstands-Assistenten, einen Stau-Assistenten mit Stopp- und Go-Funktion sowie einem Spurhalte- und Notbrems-Assistenten unterstützt. Das sprachgesteuerte Navigationssystem und die 360-Grad-Rundumsicht über den Bordbildschirm runden die Fülle der technischen Hilfsmaßnahmen ab, auf die sich ein Leaf-Fahrer verlassen kann.
Da das Elektrofahrzeug von Nissan weder auf der Rennstrecke noch im Transportwesen seine Meriten verdienen muss, sind hier die Fähigkeiten auf den „Hausgebrauch“ angelegt. Wer in die relativ tiefe Mulde des Gepäckraums eine Kiste Bier gestellt hat, muss schon mit selbiger einige Zentimeter überwinden, soll diese über die Bordwand gehievt werden. Der Ein- und Ausstieg für die Passagiere ist der Kompaktklasse angemessen und entsprechend komfortabel zu erledigen.
Die sportlichen Glanzleistungen der Elektromotoren spielt auch der Leaf in den Beschleunigungswerten aus. Innerhalb von 6,9 Sekunden schnellt er aus dem Stand auf Tempo 100 Stundenkilometer. Das ist ein Wert, der in der Kompaktklasse Seltenheitswert hat. Aber auch die Elastizität ist entsprechend überzeugend, wenn die 217 PS am Antriebsstrang zerren. Die Lenkeinflüsse sind dabei nicht immer zu übersehen. Bei 157 Stundenkilometern ist die Höchstgeschwindigkeit ausgereizt und das ist auch gut, denn der Windwiderstand zerrt nur unnötig an der Reichweite. Die 62 Kilowattstunden in den 288 Modulen der Lithium-Ionen-Batterie reichen aber völlig aus, die ökologischen Vorzüge des Nissan Leaf ohne wesentliche Einschränkungen auszuspielen. Ohne jedes Gramm CO2 selbst in die Luft zu blasen, ist der Leaf in die beste Effizienzklasse eingestuft, die eine Steuertabelle zu vergeben hat. Die Betriebskosten für den Strom betragen für hundert Kilometer etwa 5,50 Euro.
Kurt Sohnemann

Technische Daten: Nissan Leaf e+Tekna 160kW
Elektromotor – Leistung kW/PS: 160/217
Stufenlose Automatik – Frontantrieb – Max. Drehmoment: 340 Nm/4.600 U/min.
Höchstgeschwindigkeit: 157 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 6,9 Sek.
Leergewicht: 1.705 kg – Zul. Gesamtgewicht: 2.140 kg
Gepäckraumvolumen: 385-420 Liter – Verbrauch (WLTP): 18,5 kW/100 km
Reichweite städtisch (WLTP): 528 km – Reichweite kombiniert (WLTP): 385 km
Effizienzklasse: A+ – CO2-Ausstoß (WA): 0 g/km
Grundpreis: 46.500 Euro

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