Leise und emissionsfrei – der Nissan Leaf Foto: Nissan

Nissan Leaf – Elektrisiert von den Fähigkeiten

10. Juli 2016

Nissan Leaf – Elektrisiert von den Fähigkeiten Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.7


Beim Kauf eines Nissan Leaf gibt der Staat einen Zuschuss und Nissan auch – 5.000 Euro günstiger – unter 20.000 Euro mit Mietbatterie

Hamburg. Ein altes plattdeutsches Sprichwort besagt: „Wat de Buur nich kennt, dat fritt he nich“ – im üblichen Sprachgebrauch: Der Bauer isst nur Bekanntes. Und so bleibt dem Nissan Leaf bisher nur ein Leben am Rande der Gesellschaft. Viele Jahre lag er in der Ladenauslage wie ein Hummer im Fischgeschäft, weil sich niemand zutraute, ihn zu handhaben. Aber auch der vermeindlich mangelnde Aktionsradius ließ das Elektrofahrzeug mit Familiendimensionen in den Vitrinen der Händler stehen. Erst als den Pendlern auffiel, dass sie nie mehr als 80 Kilometer am Tag zurücklegen, kamen sie ins Grübeln. Jetzt ist aber auch die politische Riege in Berlin nach langem Zögern aktiv geworden und öffnet das Sparschwein. Wer seit dem 2. Juli einen Antrag an den Staat richtet, erhält einen Zuschuss von 2.000 Euro beim Kauf eines Elektroautos. Nissan gibt noch einmal 3.000 Euro dazu, was den Anschaffungspreis unter 20.000 Euro fallen lässt (mit 24 kWh-Mietbatterie – inklusive Batterie unter 25.000 Euro).

Wer jetzt noch zögert, gerät schnell in den Verdacht, Mathematik in der zweiten Klasse abgewählt zu haben. Dass der Nissan Leaf zehn Jahre steuerfrei auf Deutschlands Straßen unterwegs ist und eine achtjährige Garantie auf die Batterie bekommt (oder wahlweise 160.000 Kilometer), dürfte den Kauf eines Nissan Elektrofahrzeugs nicht schwerer machen. In seiner dritten Generation ist der Leaf noch ausgereifter geworden und schafft einen Aktionsradius von 250 Kilometern mit einer Stromfüllung laut Hersteller. Dass dieser durch kaltes Witterungsbedingungen und hinzugewählte Stromabnehmer an Bord nach unten korrigiert, ist kein Geheimnis. Es ist aber eine Tatsache, dass nahezu alle Pendler mit dem Leaf problemlos ihre Wege zur Arbeit und zurück schaffen, auch wenn noch Umwege hinzukommen. Das belegt auch die Kundenzufriedenheit, die mit 96 Prozent dem Leaf gut zu Gesicht steht. „Wir haben sogar die recht seltene Situation, dass Kunden das Auto weiterempfehlen. Was üblicherweise höchst selten aus freiwilligen Stücken passiert“, ist Pressedirektor Oliver Franz mehr als zufrieden über die Resonanz der Endverbraucher.

Üblicherweise wird der Nissan Leaf mit dem dazugehörigen Kabel an der häuslichen Steckdose aufgeladen, was eine Ladezeit von etwa 13 Stunden benötogt. Das kann über Nacht passieren und ist somit für den Fahrer höchst bequem. Da auch das Versorgungsnetz mit Schnellladestationen kontinuierlich wächst, wird auch die zwischenzeitliche Rastpause von einer halben Stunde gern zum „volltanken“ genutzt. Über 3.000 Ladestationen gibt es mittlerweile in Europa. Der Nissan Leaf, in dem bequem vier Personen Platz finden, wird derzeit auf 31 europäischen Märkten gehandelt und wird mit zwei unterschiedlichen Batterien angeboten. Der Kunde hat die Wahl zwischen 24 kW und 30 kW Leistung. Die 250 Kilometer Radius beziehen sich auf die größere Batterievariante. „Die Lithium-Batterien haben deutlich an Leistung gewonnen. Zudem bauen wir schon einige Jahre selbst die Antriebseinheiten in Japan, den USA und England“, weist Oliver Franz auf die gestiegene Qualität der Stromspeicher hin. Durch den innovativen Fortschritt der Technik ist es schon möglich, den Leaf bei Bedarf über das Handy vorheizen zu lassen, wenn er noch am Stromnetz hängt, was seine Reichweite dann nicht mehr beeinträchtigt. Aber auch vom Computer aus kann die Route auf das Navigationsgerät geschickt werden, was die Bedienungszeit abkürzt. Ein immenser Vorteil ist natürlich die Ersparnis des Fahrzeugs im Betrieb.

Monatlich fallen etwa 32 Euro Stromkosten an, die sicherlich in keiner Relation zu einem Verbrennungsmotor stehen. Zudem sind die Wartungs- und Werkstattkosten erheblich niedriger. Nun ist ein Elektrofahrzeug keineswegs unsportlich, was der Leaf eindrucksvoll an der Ampel beweist. Bei der Bescheunigung aus dem Stand auf Tempo 50 km/h innerhalb von 3,7 Sekunden, lässt er manchen Sportwagenfahrer staunend hinter sich. Die Höchstgeschwindigkeit von 144 km/h wird sicherlich selten abgerufen, da der Leaf überwiegen im Überland- und Stadtverkehr genutzt wird. Mit einem stufenlosen Automatikgetriebe ausgestattet und einer Schaltmöglichkeit in einen erhöhten Rekuperations-Wirkungsgrad beim Bremsen, kann die Energierückführung in die Batterie auch im Betrieb gesteigert werden. Nissan hat es aber nicht nur bei der Elektrifizierung des Personenfahrzeugs Leaf belassen.

Auch der Transporter e-NV200 rollt mit Batterien als Energiequelle vom Band. Das emissionsfreie Fahren soll auch im gewerblichen Betrieb forciert werden und macht durchaus Sinn, wenn der tägliche Aktionsradius nicht weiter als 170 Kilometer ist, wobei, je nach Einsatz, zwischenzeitliche Ladeprozesse durchaus denkbar sind. Als Lieferwagen, Kastenwagen und Bus ist der e-NV200 im Angebot und profitiert von den gleichen Vorteilen wie der Leaf. Allerdings kommen durch den leisen Betrieb des Elektromotors und die emissionsfreie Fahrt noch die Vorteile hinzu, dass der e-NV200 nachts überall und auch in Hallen fahren darf. Beladen werden kann er mit zwei Europaletten. Einen oder mehrere e-NV200 in der Fahrzeugflotte aufzunehmen ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ausgesprochen umweltfreundlich. Wenn die Fahrzeuge nicht im Fernverkehr eingesetzt werden müssen, werden die Betriebsausgaben merklich sinken.

Kurt Sohnemann

 

Nissan Leaf 30 kWh 5-türige Schrägheck-Limousine – 30 kWh – Sitzplätze: 5 – Leistung: 80 kW/109 PS – Reichweite: 250 km/h (WA) – Antrieb: elektrisch – Höchstgeschwindigkeit: 144 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 11,5 sec. – Max. Leergewicht: 1.570 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.970 kg – Max. Drehmoment: 255 Nm bei 0-3.008 U/min – Frontantrieb – Gepäckraum: 370 – 911 l – Wendekreis: 10,4 m – Batteriespannung: 360 V – CO2-Ausstoß: 0 g/km – Anzahl der Zellen: 192 – Grundpreis: 34.385 Euro

 

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