Foto: (rie)

Nicht im Stau, sondern im Sand gesteckt

16. Oktober 2016

Vollsperrung sorgt nicht nur für Mitarbeiter des „Heide-Kröpke“ für Unannehmlichkeiten

Die Schilder sind zwar noch nicht überall abgebaut, doch seit Kurzem ist die Kreisstraße 149 (Esseler Damm) auch aus Richtung Landesstraße190 wieder für den Verkehr freigegeben. Somit sind die Bauarbeiten abgeschlossen, die seit Februar dem Hotel „Heide-Kröpke“ und seinen Mitarbeitern einigen Ärger bereitet haben, gerade während der achtwöchigen Vollsperrung der Straße wegen der „grundhaften Sanierung des Straßenkörpers“. Das Hotel und somit der Arbeitsplatz waren während der Zeit nur aus Richtung Ostenholz zu erreichen, was zu Problemen bei ungefähr der Hälfte der rund 60 Hotelangestellten führte, für die der direkte Weg aus Lindwedel, Thören, Nienburg oder Wedemark nun gesperrt war.

Für die Autofahrer hieß die Vollsperrung, dass sie eine längere Anfahrt in Kauf nehmen mussten, denn durch die Umleitung verlängerte sich der Dienstweg um rund 13 Kilometer. Einige Probleme mehr hatten die Auszubildenden, die noch über keinen Führerschein verfügen und daher mit dem Fahrrad unterwegs sind. Einige nahmen das Angebot an, ihr Rad am „Alexander Platz“ stehen zu lassen und nutzten einen „Shuttledienst“, den das Hotel um Inhaberin Inga Zimolong organisierte. Andere fuhren weiterhin auf der „Straße“. „Die Bauarbeiter waren immer nett zu mir“, meinte Stefanie Schölzel (Essel), der auch das Fahrrad über Hindernisse getragen wurde. Unangenehmer wurde die Fahrt bei Wind und Wetter allerdings, nachdem die Straße aufgerissen war. „Da ist selbst durch die Regenhose die Hose dreckig geworden.“ Und auch ihr Kollege Silvester Gerloff erinnert sich an einigen „Sand in den Schuhen“. Der Thörner versuchte es hin und wieder auf einem Pfad neben der Straße nach Hause zu kommen, um den hektischen Treiben auf der Baustelle aus dem Weg zu gehen. Rund zwei Stunden, anstatt der sonst rund 45 Minuten, war er auf der schwer befahrbaren Alternativstrecke durch Wald und Wiesen unterwegs.

Besonders unangenehm gestaltete sich für Stefanie Schölzel der Heimweg nach der Spätschicht. „Das war schon unheimlich, da die Baumaschinen im Dunkeln nicht immer als solche sofort erkennbar waren.“ Ihr Motto für die Fahrt lautete daher immer: „Musik in die Ohren und gar nicht nachdenken.“

Um die Mitarbeiter bei der Stange zu halten, spendierte das Hotel Benzin- oder andere Gutscheine und schrieb den Angestellten für den längeren Anfahrtsweg eine halbe Stunde Arbeitszeit gut. Kosten in einem fünfstelligen Bereich seien dadurch, so Inga Zimolong, auf das Haus zugekommen, das während der Bauarbeiten ein rückläufiges Tagesgeschäft aus dem Hannoveraner Raum verzeichnete. Umso erleichterter ist die Inhaberin, dass die Arbeiten nun abgeschlossen sind und der Weg zu ihrem Hotel wieder frei ist.

Vorbei ist auch die Zeit, in der Inga Zimolong mit ihren Mann Bernd Wilmes teilweise selbst vor dem Hotel standen und Autofahrer, die bei einem Stau auf der Autobahn durch ihr Navigationsgerät über die K149 geschickt wurden, auf die Vollsperrung hinwiesen. „Sie haben sogar die Absperrung weggenommen und sind weitergefahren.“ Allerdings sind sie nicht weit auf der nicht mehr asphaltierten Straße gekommen. Sie blieben im Sand stecken und mussten durch Landwirte und deren Trecker herausgezogen werden.

(rie)

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