Der 9-jährige Leon Bauchmüller aus Bendingbostel sammelt Rennerfolge. Foto: rie

Neunjähriger schnell unterwegs

23. Oktober 2016

Leon Bauchmüller träumt von einer Formel I-Karriere

Bendingbostel (rie). Eine beachtliche Pokalsammlung hat der neunjährige Leon Bauchmüller bereits bei sich stehen, gesammelt in gerade einmal zwei Jahren, in denen der Bendingbosteler auf den Kartbahnen in Deutschland und im Ausland (Tschechien) erfolgreich unterwegs war.

Sein jüngster Erfolg ist der dritte Platz im Gesamtklassement des ADAC-Kart-Cups in der Klasse „Bambini light“, den er sich Anfang Oktober beim Endlauf in Kerpen sicherte. Die ersten Runden drehte der damals Sechsjährige zusammen mit seinem Vater Marc Bauchmüller, der in Bremen eine Indoor-Kartbahn betreibt. Wenig später stehen mit dem ersten eigenen Kart die ersten Rennen unter freiem Himmel an. Nach einem Training bei Schneefall und einem Proberennen in Emsbüren geht der Bendingbosteler in Embsen bei einer Veranstaltung des norddeutschen ADAC-Kart-Cups an den Start, wird auf Anhieb Dritter.

Weitere Top-Platzierungen folgen. Der Neunjährige, der für den AMC Diepholz startet, ist völlig begeistert vom Motorsport. „Das schnelle Fahren macht viel Spaß.“ Leon Bauchmüller erzählt stolz, dass seine höchste Geschwindigkeit, die er erreicht hat, bei 99 Stundenkilometer liegt, in der Regel liegt die Höchstgeschwindigkeit zwischen 80 und 90 Stundenkilometern. Dann steigt auch bei Mama Yvonne, die wie ihr Mann ebenfalls rennsportbegeistert ist, beim Zuschauen etwas die Nervosität, zumal zwischen den Fahrzeugen dann nur wenige Zentimeter Platz sind. Denn obwohl für die Sicherheit viel getan wird, sind Unfälle nicht auszuschließen. Zweimal hat es Leon bereits erwischt. Dabei kam er mit einem Schock, den der Neunjährige gut verarbeitet hat, und einer Rippenverletzung glimpflich davon. Das Hobby ihres Sohnes hält die Familie gewaltig auf Trab. Von März bis Oktober standen fast jedes Wochenende Rennen auf dem Programm – und diese zumeist nicht in der Nachbarschaft. Oschersleben gehörte mit 200 Kilometern Entfernung bereits zu den kürzesten Distanzen, die die Familie zurücklegte. Ansonsten sind die Rennorte bis zu mehr als 700 Kilometer entfernt. Zumeist von Freitag bis Sonntagabend sind die Bauchmüllers unterwegs. Dabei haben sie Glück, dass die Grundschule Bendingbostel, auf der Leon in die 4. Klasse geht, ihn vom Unterricht für einige Rennen freistellt.

Voraussetzung dafür ist aber, dass die Zensuren stimmen und der verpasste Unterrichtsstoff zu Hause nachgearbeitet wird. Mit diesen Bedingungen hat der Neunjährige keine Probleme. „Er ist ein guter Zweier-Schüler“, so seine Eltern, die das nicht billige Hobby ihres Sohnes zumeist aus eigener Tasche finanzieren, denn die Sponsorensuche ist nicht einfach. Dabei ist das, was Leon Bauchmüller betreibt, eigentlich kein reines Freizeitvergnügen mehr, sondern bereits Leistungssport, der äußerst professionell betrieben wird. Das Material muss hochwertig sein, zwischen den Trainingsläufen und Rennen wird am Kart geschraubt und nach den Läufen kann anhand von GPS-Daten genau aufgezeigt werden, wo wertvolle Zehntelsekunden verloren gegangen sind. An seiner Fitness arbeitet der Neunjährige hin und wieder beim Leichtathletik-Training.

„Er hat eine irre Kondition. In Kerpen ist er soviel gefahren, das schafft kein Erwachsener“, meinte Marc Bauchmüller. Vor dem Finalwochenende des ADAC-Kart-Cups war die Familie bereits eine Woche vorher nach Nordrhein-Westfalen gereist. Dort standen für das Talent dann drei Tage straffes Training und nach einem Tag Pause Trainings-, Zeit- und Endläufe auf dem Programm. Für ihn ist dies kaum Belastung, sondern Spaß, denn bei ihm dreht sich alles um Motorsport. Auch in der Freizeit kommt er an der Playstation nicht vom Motorsport los. „Es schaut sich auf YouTube sogar die alten Rennen von Michael Schumacher an“, sagt Yvonne Bauchmüller.

In der neuen Saison steigt Leon als Zehnjähriger in die „Bambini“-Klasse auf. Dort will der Bendingbosteler eine Regionalserie und das ADAC-Kart-Masters fahren. Diese Rennserie ist seit Jahren die teilnehmerstärkste Kartserie in Deutschland und dort qualifizieren sich für das Hauptrennen jeweils nur die 36 Besten. „Es kann also sein, dass wir schon am Sonnabend nach Hause fahren müssen“, so Marc Bauchmüller. Doch sein Sohn wird sicherlich alles dafür tun, dass es dazu nicht kommt. Denn dafür hat er zu viel Spaß am Kartfahren und träumt davon, seinen Vorbildern Sebastian Vettel, Nico Rosberg, Michael und Ralf Schumacher nacheifern zu können.

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