BMW-Chef Harald Krüger bei der Erstpräsentation des neuen 7er. Foto: Koch

Neuer BMW 7er

1. Juli 2015

Meisterstück aus München

Mit dem neuen 7er läutet BMW die nächste Runde im Kampf um die Krone in der automobilen Oberklasse ein. Mercedes liefert seine neue S-Klasse bei uns seit Juli 2013 aus. Audi hat seinen überarbeiteten A8 nur wenige Monate später im November des betreffenden Jahres auf den Markt gebracht. Jetzt ziehen die Münchner nach, kündigen für Ende Oktober 2015 die seit 1977 sechste Generation ihrer Luxuslimousine an. Einstiegspreise hat BMW offiziell noch nicht genannt. Aktuell finden sich für den Vorgänger 81 900 bis 112 700 Euro in der Liste.

Am Morgen erst hat sich Harald Krüger im Werk Dingolfing seinen neuen Dienstwagen abgeholt, den der seit Mitte Mai amtierende neue BMW-Chef abends bei der ersten öffentlichen Präsentation des neuen 7er in der BMW-Welt beim Vierzylinder-Verwaltungsbau am Petuelring das „Meisterstück“ nennt.

„In diesem Auto steckt alles, was wir bei BMW können“, betont der studierte Maschinenbauer, der fast sein gesamtes Berufsleben bei den Münchnern verbracht hat, auf die „Digitalisierung moderner Mobilität“ verweist und zusammen mit Entwicklungschef Klaus Fröhlich die neue Generation des Flaggschiffs vorstellt: Die fährt nach wie vor in einer Normal- und einer Chauffeursversion sauber verarbeitet, überaus wertig anmutend und von den äußeren Abmessungen her nahezu unverändert auf 5,1 und 5,2 Metern Länge vor, während einzelne Designelemente die Breitenwirkung verstärken. 3,1 und 3,2 Meter Radstand sorgen für üppig Platz im luxuriösen Innenraum. Das Gepäckabteil fasst nun statt 500 bis zu 515 Liter.

Das Bediensystem ist um ein Touchdisplay zur Steuerung verschiedener Funktionen erweitert. Über bestimmte Gesten mit der Hand lässt sich künftig etwa die Lautstärke des Audiosystems regeln, ein eingehendes Telefonat annehmen oder ablehnen. Per Spezialschlüssel ist sogar ferngesteuertes Parken möglich. Voll-LED-Scheinwerfer sind Standard, blendfreies Laserlicht kostet extra.

Wer will, kann sich seinen 7er M-sportlicher, noch nobler oder auch individueller gestalten. Das Fahrassistenz-Gesamtpaket verfügt über weitere Funktionen wie Vorbeugung bei Heckkollisionen und Querverkehrswarnung hinten. Um bis zu 130 Kilo haben die Entwickler die leer nach EU-Norm 1800 bis 1990 Kilo schweren Limousinen abgespeckt. Nicht zuletzt der aus dem i3 und dem i8 bereits bekannte Einsatz von karbonfaserverstärktem Kunststoff hat ihnen geholfen dabei. Zwei Sechs- und Achtzylinder-Turbo­benziner mit 326 und 450 PS im 740i und 750i stehen zur Wahl, dazu ein 265 PS starker Sechszylinder-Turbodiesel im 730d. Die 3,0 und 4,4 Liter großen Aggregate machen ebenfalls den neuen 7er wieder bis zu 250 Stundenkilometer schnell.

Die Achtstufen-Box ist mit erhöhter Gangspreizung und navigationsgestützter Schaltstrategie kombiniert. In Verbindung mit der Stopp/Start-Spritsparautomatik soll sich der große BMW – 750i und 730d sind alternativ auch mit Allrad zu haben – im Mix beim Verbrauch zumindest laut Datenblatt mit 4,5 bis 8,5 Litern begnügen. Sogar nur 2,1 Liter geben die Münchner für den über 240 Stundenkilometer schnellen Plug-in-Hybrid mit 326 PS Gesamtleistung an, der später auf Basis eines 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziners samt Elektromotor und mit bis zu 40 Kilometer elektrischer Reichweite folgt.

Ein neuer Fahrmodus passt die Fahrzeugabstimmung selbstständig an Fahrstil und Streckenverlauf an. Sportlichkeit und Komfort sind deutlicher ausgeprägt, wie uns erste Prototyp-Fahrten Mitte April auf dem Testgelände im südfranzösischen Miramas schon gezeigt haben. Die Zweiachs-Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung und dynamischer Dämpferkontrolle ist Serie.

Erstmals im neuen 7er setzt BMW zusätzlich eine Fahrwerksregelung ein, die Wankbewegungen bei eiligeren Kurvendurchfahrten reduziert und Fahrbahnunebenheiten bei der Dämpferabstimmung einbezieht. Auch das gehört inzwischen zu einer „zeitgemäßen, zukunftsweisenden Form von Luxus im Automobil“, von der BMW-Chef Krüger spricht.

(gk)

 

Neue BMW 7er Reihe

Motoren: 2 Sechs- und Achtzylinder-Turbo – 1 Vierzylinder Plug-in-Hybrid-Turbo –Hubraum: 2,0 bis 4,0 Liter – Leistung: 330 bis 450 PS – Maximales Drehmoment: 450/1.380 bis 650/1.800 Nm/U min. – Beschleunigung: 4,4 bis 6,2 sec von 0-100 km/h – Verbrauch (WA): 2,1 bis 8,5 l/100 km – CO2-Ausstoß: 49 bis 131 g/km – 17’’ und 18’’ Leichtmetallräder – 225/245er Reifen – Grundpreis: noch offen

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