Foto: Audi AG

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Neuer A8 mit viel Hightech

30. Juli 2017

Audi stellt Fahrzeug beim Erlebnisgipfel in Barcelona vor – Schon für Stufe-3-Fahren konzipiert

Noch für November kündigt Audi die vierte Generation seines im Umfeld etwa von BMW 7er, Jaguar XJ und Mercedes S-Klasse angesiedelten Flaggschiffs A8 an, die Normalversion ab 90.600, die Langversion ab 94.100 Euro. Die statische Weltpremiere fand gerade im Rahmen des ersten „Audi Summit“-Erlebnisgipfels in Barcelona statt.

Das Auto: Es soll nicht weniger als der „Start in eine neue Design-Ära“ sein. Ob das gelungen ist? Ziel ist laut Chefdesigner Marc Lichte jedenfalls gewesen, die Markenwerte Sportlichkeit, Leichtbau und den Quattro-Permanentallrad schon äußerlich zum Ausdruck zu bringen. Manchen mag die Formensprache zu nah am Vorgänger sein. Über die Seite wirkt die Neuauflage zum kraftvolleren Heck hin wenigstens coupéartig gestreckter. Sie hat in der Länge um vier Zentimeter auf 5,17, die Chauffeurvariante mit dem 13 Zentimeter größeren Radstand auf 5,30 Meter zugelegt. Platz ist damit selbst im Fond noch üppiger vorhanden. Das Innere ist im Stil einer luxuriösen Lounge bewusst reduzierter gestaltet, vermittelt trotzdem einen futuristisch überaus noblen Gesamteindruck. Das nur rund 500 Liter fassende Gepäckabteil scheint immerhin leichter beladbar zu sein.

Die Ausstattung: Sie reicht von möglichen Matrix-LED-Scheinwerfern mit Laserlicht über Innenraumdetails auf Manufaktur-Niveau bis hin zum komplett übers Heck verlaufenden Leuchtband. Wer will, kann sich auf dem Chefsitz hinten rechts sogar die Füße massieren und wärmen lassen! Weil die Instrumententafel im Hightech-Cockpit nahezu frei von Tasten und Schaltern bleibt und nun sogar auf Dreh-/Drücksteller und Touchpad wieder verzichtet wird, rückt das Zehnzoll-Touchdisplay mehr in den Mittelpunkt. Über natürliche Sprachbedienung sind viele Funktionen im Auto aktivierbar. Vernetzte Dienste stehen zur Verfügung. Die weiter verbesserte Navigation soll auf Basis zuvor gefahrener Strecken selbst lernen. Mehr als 40 Fahrerassistenzsysteme sind lieferbar. Wer will, kann den A8 sogar selbsttätig in Parklücken und Garagen steuern lassen.

Der Antrieb: Die zunächst zwei 3,0-Liter-Sechszylinder-Turbos leisten als Diesel 286, als Benziner 340 PS. Die 2018 folgenden 4,0-Liter-Achtzylinder sind als Diesel 435, als Benziner 460 PS stark. Der 6,0-Liter-Zwölfzylinder mit 585 PS rundet die Palette nach oben ab. Alle sind mit Acht-Gang-Automatik, Mildhybrid-Technologie und neuem 48-Volt-Bordnetz mit Riemen-Starter-Generator kombiniert, die Segeln mit ausgeschaltetem Motor erlaubt, über erweiterte Stopp/Start-Funktion und höhere Energierückgewinnung bis zwölf Kilowatt verfügt, was beim normalen Fahren bis zu 0,7 Liter Sprit pro 100 Kilometer sparen soll. Den ebenfalls für Herbst 2018 geplanten Plug-in-Hybrid mit Möglichkeit des kabellosen Ladens über eine entsprechende Bodenplatte kündigt Audi mit 449 PS Systemleistung, 700 Newtonmetern und bis zu 50 Kilometern elektrischer Reichweite an. Beim S8 ist von über 600 PS die Rede.

Das Fahren: Aufgrund gestiegener Sicherheitsanforderungen und größerer Antriebsvielfalt etwa durch Einbeziehung der Elektrifizierung bringt die Limousine trotz Leichtbau 50 Kilo mehr auf die Waage. Neu sind Allradlenkung und das Fahrwerk mit vollaktiver Federung, über die jedes Rad separat nach oben gezogen oder nach unten gedrückt werden kann. Droht eine seitliche Kollision, hebt die Elektronik in Verbindung mit dem vorbeugenden 360-Grad-Unfallschutz das Auto blitzschnell an, um so mögliche Unfallfolgen für Insassen zu verringern. Der Quattro-Permanentallrad ist Standard, die Luftfederung weiterentwickelt. Das Sportdifferenzial verteilt die Momente aktiv zwischen den Hinterrädern.

Alles in allem: In Barcelona hat Audi-Chef Rupert Stadler die Neuausrichtung zur Premium Digital Car Company beschrieben. Dazu gehört, dass der im Basispreis gegenüber BMW 7er und Mercedes S-Klasse teurere A8 „als erstes Serienauto der Welt“ für hochautomatisiertes Stufe-3-Fahren – darüber folgen nur noch das vollautomatisierte und das vollkommen fahrerlose Fahren – konzipiert wurde, indem die Hände das Lenkrad dabei loslassen können. Bislang funktioniert das aber nur bis Tempo 60. Audi spricht deshalb vom Schritt für Schritt einzuführenden „Staupilot auf Autobahnen und Bundesstraßen mit baulicher Trennung im zähfließenden Verkehr“. Denn auch wenn er es kann: Alleine fahren darf der A8 (noch) nicht, weil die gesetzliche Grundlage dazu derzeit fehlt.

Günther Koch

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