Foto: Wolfgang Welle

Neue Lebensräume für Lurche und Limikolen

10. Januar 2021

Fördergelder für NABU-Projekt in Rethem-Moor bewilligt

Noch unterscheidet sich das Grundstück des Naturschutzbundes Heidekreis östlich des Weißen Grabens nicht von den umgebenden Ländereien. Kein Quaken ist zu hören, kein Watvogel stochert in dem satten Grün der abgemähten Wiese nach Würmern, Käfern und Insektenlarven. Nur das laute Trompeten der Kraniche schallt aus dem Lichtenmoor herüber. „Wir haben schon seit Längerem mit dem Gedanken gespielt, hier Lebensräume für Lurche und Nahrungsbiotope für Störche und durchziehende Limikolen zu schaffen“, sagt Wolfgang Welle von der NABU-Ortsgruppe Rethem, der an der Planung und Umsetzung des ambitionierten Projektes maßgeblich beteiligt ist.
Nun steht der Realisierung dank der Unterstützung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung (NBU), die das Vorhaben mit 23.800 Euro für die Anlage von sieben Flachwasserteichen fördert, nichts mehr im Wege.
Die neuen Amphibienschutzteiche sollen nicht nur den Naturhaushalt insgesamt verbessern, sondern vor allem einen wichtigen Ersatz für verloren gegangene Laichplätze bieten. „In den letzten siebzig Jahren wurden viele Tümpel, Weiher, Kolke und Mulden einfach zugeschüttet oder fielen durch die Entwässerung von Feuchtgebieten trocken“, erklärt der engagierte Naturschützer. Außerdem machen der durch Überdüngung und Verschmutzung bedingte schlechte Erhaltungszustand der verbliebenen Gewässer den Amphibien ebenso zu schaffen wie die intensive Landwirtschaft und der stetig wachsende Straßenverkehr, dem alljährlich Hunderttausende von Amphibien zum Opfer fallen. Die Folge: Inzwischen stehen elf (58 Prozent) der 19 in Niedersachsen vorkommenden Amphibienarten auf der Roten Liste und auch bei den restli-chen Arten ist ein deutlicher Negativtrend zu verzeichnen.
Umso wichtiger sei es, neue Kleingewässer anzulegen und für den Erhalt oder die Schaffung verbindender Korridore wie Hecken, Randstreifen, Gehölze und extensiv genutztes Grünland zu sorgen. Davon profitieren nicht nur Frösche, Kröten und Molche, sondern auch viele andere gefährdete Tierarten, die in Zukunft von einem Beobachtungsturm am Wegrand aus zu sehen sein sollen. Der Bausatz für den von der Stiftung der Kreissparkasse Walsrode mit 1.500 Euro geförderten Aussichtsturm liegt bereits zum Aufbau bereit.

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