Niedlich und praktisch für kurze Strecken – der Mitsubishi Space Star 1.0. Foto: so

Mitsubishi Space Star 1.0 – Günstige Mobilität

8. Januar 2017

Mitsubishi Space Star 1.0 – Günstige Mobilität Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

2.7


Walsrode. Bei manchen Autos ist es ratsam, sich erst einmal anzuschnallen. Nicht etwa, weil sonst Gefahrt für Leib und Leben droht, sondern weil das Piepen des Gurtwarners das Nervenkostüm zum Einsturz bringen kann. Der Mitsubishi Space Star ist solch ein Kandidat. Anschnallen, Schlüssel drehen – dann kann es losgehen. Bevor die Tür geöffnet ist, kommt allerdings erst einmal der Niedlichkeitsfaktor zum Tragen: „Der sieht aber gut aus“, hört man die Damenwelt sagen und es handelt sich dabei ausnahmsweise einmal nicht um George Clooney oder Richard Gere.

von Kurt Sohnemann

Gemeint ist der Space Star nach seiner Schönheitsbehandlung, die er vor dem Modelljahr 2016 auf sich genommen hat. Durch das veränderte Design wirkt er wesentlich kompakter und kraftvoller. Die kraftvolle Wirkung der Optik bleibt vorerst auch dieser vorbehalten, denn der kleine Mitsubishi ist weder für Autorennen noch für halbstarke Möchtegern-Rallyepiloten gebaut. Es ist ein Fahrzeug, dass mit wenig Treibstoff auskommen soll und das Optimum für eine Fahrerin bieten muss, die sich im Stadtverkehr durch die Nieschen manövrieren soll. Selbstverständlich ist auch das Studentenwesen angesprochen, das sich nicht bei großzügigem Gehalt vom Elternhaus ernähren darf. Wer seinen Haushalt selbst mit Geld speisen muss, ein Fahrzeug dazu über Wasser halten muss, der erkennt sehr schnell, dass ein sparsames Auto sehr hilfreich sein kann.

Die gute Laune des zukünftigen Fahrzeughalters bleibt nicht nur auf das Ansehen des gelungenen Space Stars mit seinen gelungenen Proportionen beschränkt. Der Anschaffungspreis erhellt die Gesichter automatsch, denn er ist schon für 9.990 Euro zu haben. Wer die Summe auf den Tisch legt, ist stolzer Besitzer des Ein-Liter-Wiesels. Dabei bezieht sich die Volumenangabe auf den Hubraum, denn der Verbrauch lag im Test bei 4,4 Liter Superbenzin. Das ist immer noch recht wenig und für jeden Geldbeutel kalkulierbar. Der kleine Tank von 35 Litern Inhalt ist jedoch ausreichend bemessen, um die Aufgaben des kleinen Japaners zu ermöglichen.

Längere Strecken werden schon dann eingeschränkt, wenn die hintere Sitzbank mitgenutzt werden soll. Kinder und Menschen mit ostasiatischer Dimension werden sich dort noch wohl fühlen, wenn die Distanz über mehr als dreihundert Kilometer beträgt. Ein ausgewachsener Mitteleuropäer könnte aber schon nach hundert Kilometern Vorträge über Gelenkigkeit und abnehmende Flexibilität im Alter halten. Nippons Stadtflitzer ist zwar mit fünf Türen gesegnet, deren Einstiegsöffnungen und -winkel sind aber auch eher auf Kinder als für „pfundige“ Gesellen gedacht.

Die vorderen Plätze haben indes keine merklichen Größenbeschränkungen sichtbar oder fühlbar gemacht. Wer im Space Star sitzt, kann sich ganz auf seine Aufgaben konzentrieren. Die beschränken sich dann auch vornehmlich auf das Fahren, denn ein großartiges Entertainmentsystem mit modernstem Schnickschnack, um die Außenwelt auf allen Wellen von seiner Mission in Kenntnis zu setzen, fehlt. Das mag ein nicht unwesentlicher Teil der Autofahrerschaft begrüßen, denn im Space Star geht es noch um die elementaren Bedienungsinstrumente, die sich vom Fünf-Gang-Schaltgetriebe über den Blickhebel bis hin zum Antasten von Klimaanlage oder Sitzheizung (je nach Ausstattung) erstrecken. Auf der Fahrt wird deutlich, dass sich der Space Star mit dem Liter-Hubraum nicht von einem Turbolader zwangsbeatmen lässt, sondern mühsam selbst an die Leistungsgrenzen tasten muss.

Das dauert eben seine Zeit und sollte nicht von waghalsigen Überholmanövern begleitet sein. Die 71 Pferdestärken reichen dabei durchaus, um die nicht einmal 1.000 Kilogramm Leergewicht in die richtige Richtung zu befördern. Der Space Star rollt genügsam und ohne besondere Auffälligkeiten über die Straßen, nimmt die Schlaglöcher mit einer ebensolchen Gelassenheit, wie das bei anderen Fahrzeugen der Kategorie auch ist und beschallt die Ohren mit dem typischen Sound eines Dreizylinders. Bei einem Wendekreis von 9,20 Metern ist der Space Star ein optimales Fahrzeug für den immer dichter werdenden Straßenverkehr und lässt sich auch dort noch in Parklücken fahren, wo größere Modelle längst die Segel streichen müssen. Für den Anhängerbetrieb ist der kleine Mitsubishi nicht gedacht, deshalb ist hier auch erst gar keine Option eingeräumt.

Wer Gepäck mit auf die Reise nehmen will, kann bis zu 912 Liter auf der gesamten Ladefläche verstauen. Der vierrädrige Bote aus dem Lande der aufgehenden Sonne wird sich schnell in die Herzen der weiblichen Fahrerschaft bewegen und durch seine optimale Form auch recht anspruchslos die Damenwünsche erfüllen. Da alle Bedingungen erfüllt sind, die ein sicheres Auto benötigt, sollte der Space Star mit dem kleinen Motor durchaus in der Lage sein, die Stellplätze vor den Universitäten oder die Parkplätze vor den Kindertagesstätten zu füllen. Er hat das Zeug dazu.

Mitsubishi Space Star 1.0 – Hubraum: 999 ccm – Zylinder: 3 Reihe – Leistung kW/PS: 52/71 bei U/min.: 6.000 – Max. Drehmoment: 88 Nm/5.000 – Höchstgeschwindigkeit: 172 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 13,6 sek. – Leergewicht: 920 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.290 kg – Gepäckraum: 235 – 912 Liter – Verbrauch (Test): 4,4 l/100 km – Wendekreis: 9,2 m – Tankvolumen: 35 l – Kraftstoffart: Super – CO2-Ausstoß: 96 g/km (WA) – Euro 6 – Effizienzklasse: B –Grundpreis: 9.990 Euro

 

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